27.09.2016

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Eurovision Song Contest Jamie-Lee singt für Deutschland in Stockholm

BildJamie-Lee Kriewitz
ESC-Vorentscheid: Jamie-Lee Kriewitz jubelt über Sieg

Jamie-Lee, Siegerin der Castingshow "The Voice of Germany", vertritt Deutschland dieses Jahr beim Eurovision Song Contest in Stockholm.

(Quelle: dpa)

Video
Xavier Naidoo.

In diesem Jahr gab das deutsche Ergebnis beim Eurovision Song Contests keinen wirklichen Grund zur Freude. Das soll sich 2016 mit Sänger Xavier Naidoo ändern. Doch auch er ist nicht unumstritten.

(19.11.2015)

von Dominik Rzepka

Die Favoritin hat am Ende gesiegt: Jamie-Lee Kriewitz, Siegerin der Casting-Show "The Voice of Germany", vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest in Stockholm. Es war kein überlegener Sieg - vielleicht auch, weil der Song nicht gerade die besten Chancen im Finale haben dürfte. 

Die gute Nachricht zuerst: Jamie-Lee nimmt die Wahl an. Anders als Andreas Kümmert im vergangenen Jahr schlägt die 17-Jährige Jamie-Lee den Sieg nicht aus und singt in Stockholm ihren Song "Ghost" - eine melancholische Pop-Ballade mit treibenden Beats.

Japanisches Manga-Outfit

Dominik Rzepka

ZDF-Reporter Dominik Rzepka berichtet über den Eurovision Song Contest
Quelle: Koch/ZDF

Während ihres Auftritts am Abend in Köln überzeugt Jamie-Lee die Fernsehzuschauer mit ihrer kräftigen Stimme und einem passend arrangierten Bühnenbild - bestehend aus Bäumen und einem hellen Vollmond, vor dem sie ihren Song singt. Auch das japanisch anmutende Manga-Outfit macht aus Jamie-Lee einen Hingucker. Ihrem Song allerdings fehlt ein eingängiger Refrain.

Ein wenig dümpelt "Ghost" vor sich hin - ohne echtes Highlight, ohne eine Melodie, die man nach dem ersten Hören im Kopf behält. Über diese Schwäche können auch Bühnenbild und Manga-Outfit nicht hinwegtäuschen. Und so dürfte der deutsche Beitrag eher etwas für das Mittelfeld sein. Ein klassischer Gewinnersong ist er sicherlich nicht.

Eher schwaches Teilnehmerfeld

Ein wenig profitierte Jamie-Lee von einem insgesamt eher schwachen Teilnehmerfeld. Keiner ihrer neun Konkurrenten lieferte einen Uptempo-Song mit hohem Wiedererkennungswert.

Auch der Song "Nur ein Lied" des Zweitplatzierten Alex Diehl, der sich Jamie-Lee nur knapp geschlagen geben musste, ließ einen eingängigen Refrain vermissen. Diehl begleitete sich auf der Gitarre und lieferte eine Friedensbotschaft, die viele Zuschauer bewegte.

Komplett neues Voting-System

Weitere Links zum Thema
Das Finale des Eurovision Song Contest geht am 14. Mai in Stockholm über die Bühne. Besonders wird der Wettbewerb auch deshalb, weil ein ganz neues Voting-System zum Einsatz kommt. Künftig werden die Punkte der Zuschauer getrennt von denen der nationalen Jurys verkündet - fast so, als vergebe jedes Land zweimal "12 points". Erst schalten die Moderatoren des Abends zu den Sprechern der einzelnen Länder: "Good evening Germany, may we have your votes please?"

Wer immer die Punkte für Deutschland verkündet, gibt dann lediglich bekannt, wen die deutsche Jury ganz vorne gesehen hat - also die fünf Musikexperten, deren Votum zu 50 Prozent zählt. Danach werden die Anrufer aller Fernsehzuschauer zusammengezählt.

Wem also würden die Zuschauer "12 Points" geben? Ihr Votum wird am Ende mit dem Ergebnis der Jurys verrechnet. Das Ergebnis geben dann die Moderatoren des Abends bekannt. Dass sie dann aber Jamie-Lee Kriewitz als deutsche Siegerin verkünden werden - das dürfte eher unwahrscheinlich sein.

Dem Autor bei Twitter folgen: @dominikrzepka

25.02.2016
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