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merkzettel

Neuer Sarkophag für GAU-Reaktor "Tschernobyl wird uns noch eine Zeit begleiten"

VideoStahlhülle für Reaktor
Tschernobyl Sarkophag.

Am 26. April 1986 explodierte der Reaktor 4 des ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl. Um das Austreten der radioaktiven Strahlung zu verhindern, wurde der Beton-Sarkophag um den Reaktor mit einer Stahlhülle überbaut.

(23.05.2017)

GrafikvideoNeuer Schutz für Tschernobyl
Neue Stahlhülle für Tschernobyl-Reaktor

Der 1986 in Tschernobyl explodierte Atomreaktor erhält eine neue Schutzhülle - eine 36.000 Tonnen schwere Stahlkonstruktion, die über den brüchig gewordenen Betonsarkophag gestülpt wird.

(23.05.2017)

VideoNeuer Sarkophag für Tschernobyl
Sarkophag für Tschernobyl

In der Ukraine wird am Dienstag die neue Schutzhülle für die Atomruine Tschernobyl in Betrieb genommen. 30 Jahre nach dem Gau verschließt die größte bewegliche Konstruktion der Welt den Unglücksreaktor.

(28.11.2016)

30 Jahre nach dem GAU hat Reaktor 4 in Tschernobyl seit heute eine neue Schutzhülle. Damit sollte die Freisetzung von radioaktivem Staub besser kontrolliert werden können, so Strahlenschutzexperte Burkhard Heuel-Fabianek. "Der neue Sarkophag soll für 100 Jahre ausgelegt sein." 

heute.de: Welche Gefahren gehen heute, 30 Jahre nach dem Super-GAU von Tschernobyl, noch von dem Unglücksreaktor aus?

Burkhard Heuel-Fabianek: Ein weiterer Brand oder noch eine Explosion, also noch ein GAU, sind sicherlich nicht zu erwarten. Aber Teile des Baus sind natürlich weiterhin hoch radioaktiv. Der Großteil der Brennelemente befindet sich ja immer noch in dem Sarkophag – als Staub, als geschmolzene Masse und den Resten der Brennelemente. Insgesamt ist durch die Explosion und den Brand ja nur ein geringer Teil an Radioaktivität dieser Brennelemente freigesetzt worden im Verhältnis dazu, was an Material vorhanden war. Entwichen sind radioaktive Gase und Stäube.

heute.de: Was heißt das in Zahlen?

Burkhard Heuel-Fabianek...
Burkhard Heuel-Fabianek

 ... leitet den Geschäftsbereich Sicherheit und Strahlenschutz am Forschungszentrum Jülich.

Heuel-Fabianek:
In Block 4 befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 190 Tonnen Kernbrennstoff. Man geht davon aus, dass bei der Explosion etwa fünf Prozent freigesetzt wurden. 180 Tonnen sind dort also noch – in verschiedensten Formen verteilt. Deshalb hat man jetzt auch den neuen Sarkophag gebaut, um einen möglichst sicheren Einschluss zu schaffen. Der alte Sarkophag wurde damals notdürftig gebaut und war nach jetzt 30 Jahren ziemlich marode. Ich denke, dass man mit dieser neuen Schutzhülle zum Beispiel die Freisetzung von Staub deutlich besser unter Kontrolle bekommt.

heute.de: Eine Lösung für die Ewigkeit?

Heuel-Fabianek: Auf keinen Fall. Der neue Sarkophag soll für 100 Jahre ausgelegt sein. Das radioaktive Material in Block 4 strahlt aber noch mehrere hunderttausend Jahre. Deshalb will man diese hoch radioaktiven Stoffe in Zukunft auch mit ferngesteuerten Werkzeugen da raus holen und abschließend endlagern. Tschernobyl wird die Menschheit also noch eine Zeit begleiten.

Weitere Links zum Thema
heute.de:
Was ist mit der Radioaktivität, die vor 30 Jahren freigesetzt wurde und bis zu uns gelangt ist?

Heuel-Fabianek: Was uns damals getroffen hat, waren Jod und Cäsium. Die sind relativ leicht flüchtig und können über die Luft verteilt werden. Wobei die Halbwertzeiten sehr unterschiedlich sind. Jod hat acht Tage, Cäsium 30 Jahre.

heute.de: Das heißt also, dass von dem radioaktiven Cäsium, das damals von Tschernobyl zu uns geweht wurde, noch die Hälfte vorhanden ist?

Heuel-Fabianek: Das ist korrekt. Im Sinne des Strahlenschutzes ist die von der Tschernobyl-Katastrophe heute ausgehende Strahlenbelastung in Deutschland allerdings sehr gering. Sie entspricht weniger als einem Prozent der natürlichen Strahlenbelastung.

heute.de: Es wurde aber über Jahre davor gewarnt, Waldpilze oder Wild zu verzehren. Hat sich das heute erledigt?

Tschernobyl - 30 Jahre danach

Dokumentation: Das Tschernobyl-Vermächtnis

Vor 30 Jahren, am 26. April 1986, ereignete sich die bis heute größte Nuklear-Katastrophe der Geschichte: Die Explosion im ukrainischen AKW Tschernobyl verseuchte riesige Landstriche. Das ZDF blickt zurück.

Reportage: Tschernobyl '16 - Ein Besuch vor Ort

30 Jahre nach dem Atomunglück in Tschernobyl begibt sich das ZDF auf den Weg in die Unglücksregion. Dort sind die Spuren der Katastrophe immer noch spür- und messbar - eine Reportage.

Reportage: Tschernobyl '86 - Geschichte treffen

Am 26. April 1986 barsten in Block vier des Lenin-Kraftwerkes die Brennstäbe. Nachts um 1.24 Uhr nahm die größte technische Katastrophe in der Geschichte der Menschheit ihren Anfang.

Heuel-Fabianek: Cäsium ist wasserlöslich und gelangt so in Pflanzen und in die Nahrungskette von Tieren. Vor allem bestimmte Waldpilzarten reichern Cäsium besonders stark an. Werden diese Waldpilze nun von Wildschweinen gegessen, dann nehmen die natürlich eine besonders hohe Konzentration an Cäsium zu sich. Das ist auch heute noch in belasteten Gebieten so, vor allem in Weißrussland, Russland und der Ukraine. Erst in einigen Jahren ist mit einem Rückgang der Belastung zu rechnen.

heute.de: Auch in Deutschland?

Heuel-Fabianek: Eigentlich nein. Aber noch heute gibt es in Bayern Gebiete, in denen teilweise der Verkauf von Wildschweinfleisch gestoppt wird, wenn die zulässigen Grenzwerte überschritten werden. Generell scheint mir die Überwachung der Lebensmittel aber gut zu funktionieren – auch im Ausland.

heute.de: Wie gefährlich ist es denn nun wirklich, Wild zu essen?

Heuel-Fabianek: Mal ein Stück Wildschweinfleisch mit etwas erhöhten Cäsium-Gehalten zu essen, ist nicht gefährlich. Man kann das vergleichen mit einem Flug von Düsseldorf nach München oder Rom, bei dem man sich ja auch radioaktiver Strahlung aussetzt. Wir haben bei unseren Untersuchungen in Weißrussland allerdings auch deutliche Befunde gehabt und große Unterschiede zwischen Männern und Frauen festgestellt.

heute.de: Was für Unterschiede?

Heuel-Fabianek: Vor allem Männer, die am Rande von Sperrgebieten oder - unerlaubt - auch in Sperrgebieten viel Wild schießen und essen, stachen bei den Messungen heraus und hatten hohe Belastungen. Sobald sie auf das Wild und die Waldpilze verzichteten, gingen die Werte aber auch wieder herunter. Wir reden hier aber von einem Ernährungsverhalten, das wir in Deutschland so nicht antreffen. Wer bei uns Waldpilze oder Wild kauft, muss sich, was die Strahlenbelastung angeht, sicherlich keine Sorgen machen.

Das Interview führte Christian Thomann-Busse.

Die Katastrophe von Tschernobyl

Der Unfall und die Folgen

Die Katastrophe von Tschernobyl war der bisher schwerste Unfall in einem Atomkraftwerk in Europa. Am frühen Morgen des 26. April 1986 kommt es in dem ukrainischen Atomkraftwerk zu einer Explosion, der Reaktorkern schmilzt. Wolken tragen Radioaktivität nach Westeuropa. Mehr als 30 Menschen kommen unmittelbar nach dem Unglück ums Leben, insgesamt liegt die Totenzahl je nach Sichtweise zwischen 10.000 und 100.000. heute.de dokumentiert die Katastrophe und ihre Folgen.

25. April 1986

1 Uhr: In Block vier sollen für einen Testzyklus die Sicherungssysteme außer Betrieb gesetzt werden. Der Versuch soll einen vollständigen Stromausfall am Kernreaktor simulieren. Die Bedienungsmannschaft beginnt, die Leistung des Reaktors herunterzufahren.

13:05 Uhr: Bei 1.600 Megawatt (50 Prozent der Nennleistung) wird eine Turbine stillgelegt.

14 Uhr: Das Notkühlsystem wird manuell ausgeschaltet, um den Versuchsablauf nicht zu stören. Weil aus Kiew wieder Strom verlangt wird, verschiebt die Mannschaft das Experiment, vergisst aber, die Notkühlung wieder zu aktivieren. Der Ausfall der Notkühlsysteme hatte zwar keinen Einfluss auf den Ablauf des Unfalles, verdeutlicht jedoch das mangelnde Sicherheitsbewusstsein des Bedienungspersonals.

23.10 Uhr: Der Reaktor wird weiter heruntergefahren, um für den Testzweck etwa 700 bis 1.000 Megawatt (MW) zu erreichen.

26. April 1986

0:28 Uhr: Die Leistung fällt aus ungeklärten Gründen auf unter 30 MW - einen Bereich, für den der Reaktor nicht ausgelegt ist und in dem er instabil wird.

1 Uhr: Die Mannschaft kann den Reaktor wieder auf 200 MW hochfahren. Obwohl das Kraftwerk bei diesem Niveau nicht hätte betrieben werden dürfen, werden die Vorbereitungen für den Test fortgesetzt. Die Zuschaltung von Reservepumpen führt dazu, dass die Steuerungsmöglichkeiten geringer werden.

1:19 Uhr: Der Versuchsleiter überbrückt Signale, die zu einer Notabschaltung geführt hätten.

1:23 Uhr: Der Test beginnt mit der Schließung von Turbinenventilen. Innerhalb von 40 Sekunden kommt es dann zur Katastrophe:

  • Die Leistung des Reaktors schnellt aus dem unzulässigen unteren Leistungsbereich unkontrolliert in die Höhe.
  • Die automatische Regelung kann den schnellen Anstieg der Leistung nicht verhindern.
  • Der Brennstoff erhitzt sich stark, das Kühlmittel verdampft.
  • Heiße Gase und Brennstoff kommen mit Wasser zusammen, es wird Dampf produziert.
  • Die Druckrohre und der Behälter um den Reaktorkern werden zerstört.
  • Die rund 1.000 Tonnen schwere Kernplatte des Reaktors wird angehoben.
  • Innerhalb von Sekunden kommt es zu zwei Dampfexplosionen, die den oberen Bereich des Reaktorgebäudes zerstören.
  • Weil ein druckfester Sicherheitsbehälter fehlt, werden Trümmer und spaltbares Material ausgeworfen.
  • Von tagelang brennendem Graphit in die Höhe getrieben, breitet sich eine radioaktive Wolke in alle Himmelsrichtungen aus.

27. April 1986

In Pripjat beginnt um 14 Uhr die Evakuierung. Rund 50.000 Einwohner leben zu der Zeit in der Stadt nur zwei Kilometer vom Atomkraftwerk Tschernobyl entfernt. 1.900 Busse holen die Menschen ab.

Es wird eine 30-Kilometer-Sperrzone rund um das havarierte Atomkraftwerk eingerichtet. Insgesamt werden 200.000 Menschen aus 2.500 Dörfern umgesiedelt.

Im Nordosten Polens ist eine radioaktive Wolke bemerkbar.

28. April 1986

In ganz Skandinavien wird enorm hohe Radioaktivität gemessen, die später auch in geringem Ausmaß auf Teile Deutschlands und andere Länder Europas übergreift. Die amtliche sowjetische Nachrichtenagentur TASS gibt erst am Abend bekannt, dass sich in einem Atomkraftwerk in Tschernobyl ein Unglück ereignet hat.

29. April 1986

TASS meldet den Verlust von zwei Menschenleben. Sowjetische Diplomaten in Bonn und Stockholm ersuchen um Hilfe, die ihnen zugesagt wird. Die Fragestellung lässt darauf schließen, dass die nukleare Ladung des Reaktors offenbar geschmolzen ist.

Nach Berichten aus Finnland und Schweden über hohe Radioaktivitätswerte beruhigt Innenminister Friedrich Zimmermann (CSU) im Fernsehen: Wegen der weiten Entfernung von der Unfallstelle sei "eine Gefährdung der deutschen Bevölkerung ausgeschlossen". Auch das DDR-Amt für Atomsicherheit und Strahlenschutz (SAAS) verneint eine Gefahr; man habe "eigene nationale und zusätzliche Sicherheitsvorschriften".

30. April 1986

Karte Tschernobyl

Vier Tage nach der Katastrophe erreicht eine von Norden kommende radioaktive Wolke Süddeutschland. Schwere Gewitterregen waschen einen Großteil der Partikel aus der Luft. München meldet 15-fach über dem Normalwert liegende Strahlenwerte.

2. Mai 1986

Moskaus Vertreter bei der Internationalen Atomenergie-Organisation in Wien teilt mit, die Kettenreaktion in Tschernobyl sei zum Stillstand gebracht und der Reaktor abgeschaltet worden.

Die Strahlenschutzkommission der Bundesregierung warnt vor dem Genuss von Frischmilch mit überhöhten Jodwerten, später auch vor Gemüse. Für Nahrungsmittel aus Ostblockländern gelten mittlerweile Einfuhrbeschränkungen. Anders als die West-Medien hält sich die DDR-Presse mit Hinweisen für die Bevölkerung zurück. Am Tag danach meldet das Bonner Innenministerium sinkende Werte in der Luft, aber steigende Werte am Boden.

6. Mai 1986

Nach zehn Tagen ist der Brand in dem Reaktor gelöscht - unter anderem mit 1.800 Tonnen Sand, die Militärhubschrauber in Tausenden Flügen abwarfen.

Die EG-Kommission empfiehlt dem Ministerrat einen Einfuhrstopp für Nahrungsmittel aus den Ostblockländern. In Deutschland verbieten mehrere Länder den Verkauf von Freilandgemüse und untersagen die Benutzung von Sportplätzen, andere haben keine Bedenken.

12. Mai 1986

Die Regierung in Bonn verkündet Strahlungsentwarnung, obwohl die Bodenwerte sich noch nicht wieder überall normalisiert hätten. Die Bevölkerung könne zu normalen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zurückkehren. Zwei Tage später sind die meisten Vorsichtsmaßnahmen der Länder für Mensch und Vieh außer Kraft.

14. Mai 1986

Mehr als zwei Wochen verstreichen, ehe sich der damalige Generalsekretär der KP, Michail Gorbatschow, mit einer Fernsehansprache zu Tschernobyl an die Öffentlichkeit wagt.

Die Zahl der Todesopfer infolge der Katastrophe ist umstritten. Nach einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation starben in der damaligen Sowjetunion bis zu 17.000 Menschen, Atomkraftgegner sprechen von 100.000 Toten.

29. September 1986

In Tschernobyl geht Reaktorblock 1 wieder in Betrieb, die Blöcke 2 und 3 folgen im November.

15. November 1986

Nach fünf Monaten Bauzeit ist der Betonsarkophag als Schutzmantel um den Unglücksreaktor fertig. Regen, Frost und Sturm setzen dem 65 Meter hohen Provisorium zu. Später bilden sich mehr als 100 Risse, tragende Wände drohen einzustürzen.

15. Dezember 2000

Als letzter Reaktorblock geht Nummer 3 vom Netz. Für die Stilllegung von Tschernobyl bekommt die ukrainische Regierung 3,1 Milliarden D-Mark (knapp 1,6 Milliarden Euro) von der EU.

26. April 2012

Gasmaske und Schuh in Tschernobyl

Der Bau einer Stahlhülle über dem mehrfach notdürftig sanierten Sarkophag beginnt. Die Kosten werden auf gut 2,1 Milliarden Euro geschätzt. Die 108 Meter hohe Hülle soll im November 2017 fertig sein und die Umgebung 100 Jahre lang vor Strahlung schützen.

(Quelle: ZDF mit Material von ap, dpa)

29.11.2016
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