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20.05.2013

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Leschs Top Ten der Weltuntergänge

Aliens, Schwarze Löcher, Killerviren

  • Interaktiv Die Top Ten der Weltuntergänge
  • Test: Welcher Weltuntergangs-Typ sind Sie?
  • Video Großes Esoteriker-Treffen auf Yukatan
  • Bilderserie Rätselhafte Maya-Ruinen
  • InteraktivDie Top Ten der Weltuntergänge

    Auch wenn die Erde dieses Mal noch am Untergang vorbeischrammt - Gefahren für den Planeten gibt's genug: Aliens, gierige Schwarze Löcher, Killerviren - der Physiker Harald Lesch stellt die Top Ten der Untergangsszenarien vor.

    Test:Welcher Weltuntergangstyp sind Sie?

    Verkriechen Sie sich für die letzten Tage auf unserem blauen Planeten, feiern Sie bis zum bitteren Ende, interessiert Sie das alles gar nicht oder sind Sie der Meinung, dass das alles nur Blödsinn ist? Welcher Weltuntergangs-Typ sind Sie? Machen Sie den Test!

    (Quelle: imago)
    VideoGroßes Esoteriker-Treffen auf Yukatan

    Spirituelle Menschen sind auf der mexikanischen Halbinsel Yukatan zusammengekommen, um den Beginn einer neuen Ära zu feiern. Die Welt wird nicht untergehen, sind sie sich sicher.

    (21.12.2012)
    BilderserieRätselhafte Maya-Ruinen
    Schädel-Skulptur der Maya-Indianer / Quelle: imago
    (20.12.2012)

    "Alles vergeht - aber nicht morgen"

    Das Ende aller Tage – schon morgen? "Nein", sagt Pfarrer Ulrich Fentzloff im heute.de-Interview. Die Angst vor dem Weltuntergang sei vielmehr die große Angst vor dem Nichts-Sein. Und wer schon nicht glaube, "der soll wenigstens denken".

    heute.de: Weltuntergang hier, Weltuntergang da – irgendwie scheint es gerade das Thema zu sein. Sehnen sich die Menschen danach?

    Zur Person
    Ulrich Fentzloff / Quelle: Ulrich Fentzloff

    Ulrich Fentzloff ist evangelischer Pfarrer in der Bodensee-Gemeinde Langenargen-Eriskirch. Bekannt wurde Fentzloff durch sein "Tagebuch eines Landpfarrers", das er seit 2005 online veröffentlicht.

    Ulrich Fentzloff:
    Das stimmt, man kann ja gar nicht anders, als darüber nachdenken, weil das Thema einem ja doch gerade überall im Alltag begegnet. Ich denke aber auch, dass das alles nicht allzu ernst zu nehmen ist. Ich kenne eine Menge Menschen, die irgendwie daran glauben, dass die Welt im Feuer verglüht – und zugleich buchen genau dieselben Menschen den Urlaub in der Karibik. Sehnsucht nach dem Untergang ist das nicht. Ich denke, dass da etwas anderes hinter der Faszination dieses Themas steht.

    heute.de: Was könnte das sein?

    Fentzloff: Da lohnt sich ein Blick auf die theologische Philosophie. Der Theologe und Philosoph Sören Kirkegaard zum Beispiel unterscheidet zwischen Furcht und Angst. Furcht ist in diesem Zusammenhang das Gegenständliche: der Vogel, der auf uns stürzt, die Schlange, die mich beißen könnte. Angst hingegen bezieht sich auf das Ungreifbare – und sie kann unser ganzes Leben erfassen. Weltuntergangsphantasien sind abgeleitet aus der Angst, im Nichts zu ertrinken. Was wir hier erleben, ist die große Angst vor dem Nichts-Sein. Ich glaube, dass das in unserem modernen Leben eine wichtige Rolle spielt.

    Weltuntergang live im Zweiten

    Am 21. Dezember um 23.15 Uhr sendet das ZDF eine Sondersendung von "Abenteuer Forschung: Weltuntergang live". Nutzer können sich u.a. über Twitter an der Sendung beteiligen (Hashtag #ZDFcountdown). Am 20. Dezember um 22.15 Uhr zeigt ZDFneo "Die große Fernsehshow zum Weltuntergang" ( Blog zum Thema) mit Joko und Klaas.

    heute.de: Trifft das den einen stärker, den anderen weniger stark?

    Fentzloff: Das hängt auch davon ab, wie sehr man sich mit Fragen des Glaubens befasst. Wer die Vergänglichkeit aus seinem Leben herausschiebt, verfällt leichter in solche Schematismen, die einem von anderen vorgesagt werden. Das ist ja kein richtiges Denken und Beobachten, das ist nur Mitschwimmen, ausgehend von einer großen Seelenangst der Menschen.

    heute.de: Inwieweit kann man damit leben?

    Fentzloff: Ich als Pfarrer würde aus meiner Sicht des Glaubens schon sagen, dass die Welt unter einem Gericht steht. Jeder Mensch kann sehen, dass alles vergeht und dass dieses Vergehen-Müssen nicht nur in der Materie eingeschrieben ist als Naturgesetz. Es entspricht einem göttlichen Gedanken, dass alles einen Anfang und ein Ende hat. Aber: Es gebührt uns nicht zu wissen, wann es so weit sein wird. Also können solche Voraussagen wie nun nach dem Maya-Kalender oder auch durch die Zeugen Jehovas nicht funktionieren. Wir können nur demütig und scheu auch dem Ende der Welt entgegen sehen – so wie auch unserem eigenen Vergehen.

    heute.de: Und wer nicht glaubt?

    Fentzloff: Der kann zumindest bei den Philosophen nachschauen und statt glauben wenigstens denken. Wer allerdings auch nicht denken kann, für den gibt es kein Rezept.

    Tweets aus Bugarach
    ZDF-Korrespondentin Susanne Freitag

    Es soll der einzige Ort sein, der den Weltuntergang übersteht: ZDF-Korrespondentin Susanne Freitag twittert unter dem Kürzel (sf) aus dem französischen Apokalypse-Dorf: twitter.com/ReporterZDF

    heute.de:  Weltweit zumindest sind einige ja schon verunsichert, was das Erleben des morgigen Tages angeht. Ob da wohl jemand Interesse an solcher Verunsicherung haben könnte?

    Fentzloff: Ich glaube nicht, dass da eine Strategie hinter steckt. Das Interesse kommt aus der allgemeinen Angst heraus. Und die Kassandra hat ja immer Recht. Wer alles nur negativ sieht, landet auch Treffer und kann sagen: Ich hab's ja schon immer gewusst.

    Links
    Angst vorm Untergang weltweit
    heute.de:
    Also wird das jetzt auch nichts mit einer Massenhysterie?

    Fentzloff: Sicherlich nicht jetzt zum 21. Dezember.. Aber es kann schon dazu kommen, dass gewisse Dinge in der Gesellschaft tatsächlich ausarten. Alleine schon deshalb sollte man als Gläubiger nie bei so etwas mitmachen. Unsere Aufgabe ist nicht, in die Nacht des Untergangs zu starren, sondern in das Licht des Lebens zu schauen – Freude teilen und die Gewissheit, dass wir nicht verloren sind.

    heute.de: Nun gibt es allerdings immer weniger Glaube ...

    Fentzloff: Es gibt einen großen Unterschied zwischen Kirchenaustritten und Verlust an Glaube. Wenn Menschen sich von der Kirche abwenden, dann doch eher, weil viele Kirche heute so erleben wie ein Postamt. Mit Spiritualität hat das noch nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Vieles deutet darauf hin, dass Europa gerade eine neue Spiritualität erlebt und dass es ein sehr großes Interesse am Glauben gibt.

    Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch diejenigen, die glauben und auch denken eingestellt haben. Denken ist mühselig, und unsere Gesellschaft und auch das Internet machen es einem leicht, Informationen und Meinungen schnell zugeschoben zu bekommen und einfach so hinzunehmen.

    Der Kalender der Maya

    Der Maya-Kalender ist ein umfassendes System, das sich aus eng miteinander verbundenen Zyklen zusammensetzt. Sehr wichtig ist die "Larga Cuenta" (Langzeitrechnung). "Sie ist wie eine Zeitautobahn, deren Verlauf sich aus Zyklen zusammensetzt und die nie endet", schrieb einmal der mexikanische Wissenschaftler Guillermo Bernal. Dieses System berechnet die Zeiten von einem Punkt null.

    Die Maya glaubten aufgrund der Beobachtungen der Geschehnisse am Himmel, dass eine kosmische Zeit zu Ende ging und eine neue begann. Das Datum haben Wissenschaftler auf einer Steinstele abgelesen, es entspricht dem Jahr 3114 v.Chr. Andere Forscher gehen dagegen vom Jahr 3113 aus. Auf anderen Stelen in anderen archäologischen Stätten in Mexiko, Guatemala und Belize sind weitere Daten der "Larga Cuenta" abgebildet.

    Der einzige Hinweis auf das Ende am 21. Dezember, also nach mehr als 5.000 Jahren, wurde auf einer Stele in Tortuguero in Mexiko gefunden. (Quelle: dpa)

    Das Interview führte Christian Busse

    21.12.2012
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