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Erste Proteste in Washington

Amoklauf facht Streit um US-Waffengesetz an

  • Video Neue Diskussion um US-Waffengesetz
  • Video Amerika unter Schock
  • Video Kein schärferes Waffenrecht in den USA
  • VideoNeue Diskussion um US-Waffengesetz

    Der Amoklauf in einer US-Grundschule entfacht die Debatte über schärfere Waffengesetze.

    (15.12.2012)
    VideoAmerika unter Schock

    Amoklauf an US-Grundschule: Ein Land unter Schock

    (15.12.2012)
    VideoKein schärferes Waffenrecht in den USA

    Die Waffengesetze in den USA sind von Staat zu Staat unterschiedlich. Colorado gilt als liberal. Obama und die Opposition haben aber, trotz des Amoklaufs, kein Interesse an Reformen des Waffenrechts.

    (23.07.2012)

    Bewaffnet mit einem Sturmgewehr und zwei Pistolen hat ein 20-Jähriger in den USA 20 Kinder, sechs Erwachsene und schließlich sich selbst erschossen. Die Waffen gehörten - ganz legal - seiner Mutter. Jetzt entbrennt aufs neue ein Streit um die Waffengesetze in den USA. Doch die Waffenlobby im Land ist mächtig. 

    Links
    "Sie hatten noch ihr ganzes Leben vor sich"
    Noch liegen die Motive der Tat im Dunklen. Doch die Debatte über die laxen Waffengesetze ist neu entflammt. Waffengegner hielten in der Nacht zum Samstag eine Mahnwache vor dem Weißen Haus ab. "Wir können nicht zulassen, dass es so weitergeht", sagte Demonstrantin  Linda Finkel-Talvadkar. Seit dem Amoklauf in einem Kino in Colorado protestiert sie jeden Montag vor dem Amtssitz des US-Präsidenten. Eine Verschärfung des Waffenrechts war bislang jedoch kaum zu erwarten. "Es geschehen furchtbare Dinge. Wir versammeln uns, singen Lieder, zünden Kerzen an. Dann gehen alle wieder nach Hause", sagt die Vorschullehrerin Barbara Elsas. "Das ist nicht die Antwort".

    Diskussion auf unserer Facebook-Seite 
    • Andere Länder, andere Sitten. Wenn jemand morden will, wird er das schaffen , ob mit oder ohne Waffengesetzen. (Patrick C.)

    • Vielleicht sollte jeder, der in den USA eine Waffe kaufen möchte, verpflichtet werden, ein Gutachten zu seiner Zurechnungsfähigkeit und psychischen Situation anfertigen zu lassen. (Simon T.)

    • Die National Rifle Association "NRA" dringt in alle Schichten der USA vor. Mehr als vier Millionen US-Bürger fühlen sich der Waffenvereinigung zugehörig. Prominente Persönlichkeiten wie Schauspieler Clint Eastwood ergreifen öffentlich Partei für die US-Waffenfreunde. Seit Jahren predigt die "NRA" ihre verworrene Philosophie: Erst durch das Recht jedes US-Bürgers, eine Waffe bei sich tragen zu dürfen, würde die Sicherheit des Landes erhöht. Präsident Obama wird es schwer haben hier ein neues Bewusstsein zu schaffen sowie Gegenmaßnahmen zu ergreifen um den Waffenwahn zurück zudrängen! (Walter G.)

    • Bei uns ist es doch nicht anders,passiert etwas wird solange Diskutiert wie der jeweilige Fall präsent ist,danach verschwindet es auch in der Versenkung und geschehen ist nichts! Aber mal nicht zu vergessen, Obama kämpft seid Jahren gegen das Waffengesetz, nur lässt ihn die Mehrheit der Republikaner im Parlament wenig Spielraum um dagegen Anzukämpfen. Man kann nur hoffen, dass jetzt was passiert. (Vanessa H.)

    • Ich lehne mich jetzt mal gar nicht so weit aus dem Fenster, wenn ich sage: Das war nicht das letzte mal. Das wird irgendwann wieder passieren. Und sie werden wieder nichts dazu lernen... (Michael J.)

    • Die Medien sollten diesen Irren weniger Plattform geben. Einmal vorlesen, dass es geschehen ist. Nicht wieder 14 Tage den Täter als Dauerthema senden. (Harry D.)

    • Die immer größere Macht und Gewalt Verherrlichung in den Medien ist eine der Ursachen für solche entsetzlichen Verbechen! Labile Menschen können nicht mit Streß umgehen und löden ihre Probleme mit Mord und Totschlag. Weil es täglich in den Filmen und Video-"Spielen" als Lösung gezeigt wird. Die Massenmedien verdienen sich nur mit Mord und Totschlag eine Goldene Nase. (Jerry D)

    • Jetzt ist das Geheule wieder groß. Und der US-Waffenbranche gehts so gut wie nie. Kleine Kinder werden zu Schießübungen mitgenommen und niemand würde auf die Idee kommen an den Waffengesetzen irgenetwas zu ändern. Dazu eine schlechte Wirtschaft, hohe Arbeitslosigkeit, keine Perspektive und eine kranke Gesellschaft. Eine sehr gefährliche Mischung. Es wird auch in Zukunft weiterhin solche Taten geben - mal mit mehr, mal mit weniger Opfern. Mal trifft es Kinder, mal Kinobesucher. Das ist nunmal die Realität. Traurig, aber is so! (Roland H.)

    • Wie viele Menschen werden noch sterben müssen bis die Amis gescheiter werden und endlich ein strenges Waffengesetz einführen ? Waffen gehören einfach nicht in die Hände von Privat-Leuten. (Tom d. B.)

    • Unsere strengeren Waffengesetze haben die hier stattgefundenen Amokläufe auch nicht verhindert. Aber für die liberalen Gesetze in den USA habe ich auch kein Verständnis. Entsetzen packt mich trotzdem, wenn ich an die Opfer denke. Kleine Kinder zu erschießen ist ja wohl nicht faßbar. Was wohl in den Köpfen dieser Leute vorgeht? Ich kann es mir nicht vorstellen. (Renate O.)

    • Die Kinder werden in Ballerspielen darauf programmiert. (Rob M.)

    • Da gibt's doch nichts mehr zu diskutieren, worauf warten die denn noch? Ein Massaker in einer Grundschule! Hallo? Was muss noch alles passieren, damit es schwerer wird, das Psychopathen so einfach an Waffen gelangen? Scheiß Lobbyisten, sorry dass ich diesmal keine Rücksicht auf meine Ausdrucksweise nehme! (Petra B.)

    Angehörige der Opfer eines anderen Amoklaufs, bei dem im Juli in einem Kino in Colorado zwölf Menschen getötet wurden, meldeten sich noch am Freitag (Ortszeit) zu Wort. Es gebe keinen Grund, warum es in den USA einen ungehinderten Zugang zu Waffen geben müsse, wie sie jetzt auch wieder im Besitz des Amokläufers waren, erklärte Tom Teves, dessen Sohn Alex am 20. Juli in Aurora getötet wurde.

    Der Pressesprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, war nicht überrascht über die Debatte. "Aber ich glaube nicht dass heute der Tag dafür ist." Die Demonstranten vor dem Weißen Haus sahen das anders. Viele hielten Schilder mit der Aufschrift "Heute ist der Tag."

    Links
    Obama zögerlich

    US-Präsident Barack Obama war in dieser Frage direkt nach der Tat noch relativ zurückhaltend. Das Land müsse etwas Bedeutsames tun, um eine solche Tat in Zukunft zu verhindern, erklärte er nur. Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, der als Befürworter schärferer Gesetze bekannt ist, mahnte eindringlich, jetzt dürfe nicht wieder nur geredet werden, jetzt müsse sofort gehandelt werden.

    In den USA wird das Recht auf Besitz und Tragen einer Waffe grundsätzlich vom zweiten Verfassungszusatz geregelt. Lange Zeit war umstritten, ob er sich auf ein Recht des Bürgers oder auf die Bildung von Milizen und Bürgerwehren bezieht, aus denen inzwischen die Nationalgarden der Bundesstaaten hervorgegangen sind.

    Nach Amoklauf

    Diskussion über Waffengesetz

    Präsident hat kaum Handhabe

    Das Oberste Gericht entschied ab 2008 in mehreren Urteilen, dass der Artikel sich auf ein grundsätzliches Recht des Bürgers bezieht. Um deutlich strengere Waffengesetze
    einzuführen, müsste der Supreme Court in einem neuen Urteil seine Meinung ändern oder der Kongress die Verfassung ändern. Eine Mehrheit dafür ist nicht absehbar. Der Präsident hat kaum eine Handhabe.

    Recht auf Schusswaffen

    Das Recht auf Besitz und Tragen einer Waffe regelt grundsätzlich der zweite Verfassungszusatz (Second Amendment): In der Verfassung der USA heißt es in einer 1791 hinzugefügten Klausel: "Da eine wohlorganisierte Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden." Demnach ist nach heutiger Auffassung von Politiker und Juristen das fast uneingeschränkte Recht gewährt, Schusswaffen zu besitzen.

    Die öffentliche Meinung ist geteilt. In einer Umfrage des Pew-Institutes im Juli 2012 - nach dem Massaker in einem Kino in Colorado - verlangten 47 Prozent strengere Gesetze, während 46 Prozent sich für das Recht auf dem Besitz einer Schusswaffe
    aussprachen. Amerikanische Politiker neigen inzwischen dazu, das Thema zu vermeiden. Im Wahlkampf spielte es keine Rolle.

    Elbphilharmonie wird fertig gebautBei der Debatte fließen Faktoren ein, die bei vergleichbaren Diskussionen in Europa kaum eine Rolle spielen. Einige US-Feministinnen propagieren Schusswaffen als eine
    Möglichkeit für Frauen an, bei der Selbstverteidigung die körperliche Überlegenheit von Männern auszugleichen. Die Waffenlobby NRA gibt die Zahl von Amerikanerinnen mit einer Schusswaffe zwischen 15 und 20 Millionen an. Das wären etwa zehn
    Prozent der Frauen.

    15.12.2012, Quelle: Reuters, dpa, AFP
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