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iPhone-Rekordverkauf
Apple enttäuscht mit Rekordergebnis
BildApple
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Apple fährt ein neues Rekordergebnis ein, und die Aktie fällt wie ein Stein. Was sich unlogisch anhört, hat seinen Grund: Anleger hatten noch bessere iPhone-Verkäufe erwartet. Börsianer sehen bei Apple sogar schon die Grenzen des Wachstums erreicht.
Am gestrigen Mittwoch um 14 Uhr Ortszeit war es endlich so weit. Der US-Technologiekonzern Apple gab seine mit Spannung erwarteten Quartalszahlen bekannt. Das im kalifornischen Cupertino ansässige Unternehmen fuhr im traditionell umsatzstarken Weihnachtsquartal neue Rekorde ein. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um 18 Prozent und schoss auf einen Rekordwert von 54,5 Milliarden Dollar.Umsatzrekord dank iPhone und iPad Hauptumsatzbringer sind immer noch iPhone und iPad. 3,7 Millionen Apple-Smartphones wurden im vergangen Quartal Woche für Woche verkauft, so Apple-Chef Tim Cook bei der Vorlage des Quartalsberichts. Insgesamt gingen weltweit 47,8 Millionen iPhones über die Ladentheken – so viele wie noch nie zuvor. Im Vergleichsquartal 2011 wurden nur 37 Millionen Apple-Smartphones abgesetzt.Auch die Tablet-Verkäufe legten kräftig zu. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft hatte Apple mit dem iPad 4 und einer Mini-Version seiner erfolgreichen iPad-Reihe zwei neue Tablets auf den Markt geworfen und die Nachfrage mit einer teuren Marketingkampagne gehörig angeheizt – offenbar mit Erfolg. Der Technologieriese aus dem Silicon Valley setzte im Weihnachtsgeschäft 22,9 Millionen iPads ab – 7,5 Millionen mehr als vor einem Jahr.Rückgang bei iPod und MacWährend der Umsatz auf ein Rekordniveau stieg, stagnierte der Gewinn. 13,1 Milliarden Dollar blieben diesmal in den Unternehmenskassen hängen. Schuld seien höhere Entwicklungs-, Fertigungs- und Marketingkosten, heißt es im Geschäftsbericht. Für das laufende Quartal erwartet Apple einen Umsatz zwischen 41 und 43 Milliarden Dollar.Im Vergleich zu iPhone und iPad spielt die restliche Produktpalette bei Apple nur noch eine Nebenrolle. Die Umsätze von iPods und Macs gingen zurück. In den letzten drei Monaten wurden 12,7 Millionen Musikplayer der Marke iPod abgesetzt, 2,7 Millionen weniger als vor einem Jahr. Rückläufige Verkaufszahlen auch beim Mac. Weltweit fanden nur noch vier Millionen Apple-Rechner einen Käufer, eine Million weniger als im Vorjahr.Börsianer sind enttäuschtTrotz glänzender Umsätze zeigten sich Börsenexperten von Apples Quartalszahlen insgesamt enttäuscht. Sie hatten sich mehr erhofft. Sowohl die Verkaufszahlen von iPhones und iPads als auch der Konzerngewinn und Apples Prognose für das laufende Quartal blieben hinter den Erwartungen der Börsianer zurück. Im nachbörslichen Handel rutschte die ohnehin schon arg gebeutelte Apple-Aktie erneut um fünf Prozent nach unten.In den letzten Monaten hatten sich immer wieder kritische Stimmen mit der Befürchtung zu Wort gemeldet, der kalifornische Technologiekonzern könnte sein Innovationspulver verschossen und seinen wirtschaftlichen Zenit längst überschritten haben. Genährt wurden diese Befürchtungen durch Medienberichte, in denen behauptet wurde, Apple habe bei seinen Zulieferern die Bestellungen für iPhone5-Displays erheblich reduziert – ein Gerücht, dem Apple-Chef Tim Cook bei der Vorlage der Quartalszahlen nun widersprach.Vom Börsenliebling zum Problemkind Bauchschmerzen dürfte Cook allerdings die Tatsache bereiten, dass sich Konkurrenten wie Samsung oder HTC am Markt immer besser positionieren können. Die Nachfrage nach Smartphones boomt. Doch Zahlen der US-Marktforscher von IDC und Gartner belegen: Geräte mit dem von Google entwickelten Android-Betriebssystem profitieren von der wachsenden Smartphone-Nachfrage weitaus stärker als die meist teureren Mobilgeräte aus dem Hause Apple.Die Wall Street hat auf diesen Trend reagiert. Für die Apple-Aktie geht es seit Monaten bergab. Im September letzten Jahres hatte sie mit über 700 Dollar ein Allzeithoch erreicht. In der letzten Woche lag ihr Kurs bei unter 500 Dollar. Das einstige Lieblingskind der Wall Street ist zum Problemkind geworden. Die jüngsten Quartalszahlen ändern daran nichts.


