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Apps für das E-Government
BildApps für das E-Government
VideoGefahr durch Apps bei Android
Die mobile Internetnutzung mit Smartphones und Tablets nimmt stetig zu. Bei mobilen Geräten wird das Netz allerdings meist nicht über Browser genutzt, sondern über Apps. Diese Entwicklung wollen Regierungen und Ministerien mit eigenen Angeboten begleiten.
Zum jährlichen IT-Gipfel der Bundesregierung Mitte November, gab Bundeskanzlerin Angela Merkel den Startschuss für den sogenannten "App-Store der Bundesregierung." Seitdem sind Entwickler, Kommunen und Behörden eingeladen, ihre mobilen Bürgerdienste auf GovApps.de kostenfrei einzustellen. Derzeit stehen auf GovApps.de mehr als 100 Apps zur Verfügung. Es heißt dort: "Hier finden Sie Apps für Ihre Region und das Betriebssystem Ihres Mobilgerätes."Um einen klassischen App-Store handelt es sich allerdings nicht, denn neben Anwendungen für mobile Geräte, werden auch Applikationen für Browser aufgezählt. Die Seite soll also eine Gesamtübersicht über die Serviceleistungen verschiedener Behörden und staatlicher Stellen im Netz bieten.Nicht alles auf einen BlickDas Angebot reicht von der App "Aachen Guide" bis zur Anwendung "Zölle und Reise", bietet Apps für das Melden von Straßenschäden und einen "AltbaumFinder". Doch taucht der interessierte Bürger tiefer ein, wird bald deutlich, dass der Umfang im Vergleich zu den gewohnten App-Marktplätzen von Apple oder Googel noch sehr spärlich ist. Für ganz NRW sind gerade mal 24 Angebote verzeichnet, für Berlin ganze sechs.300 bis 500 tägliche Besucher verzeichnet die Seite nach Angaben des Projektbetreibers beim "Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme". Am Beispiel der "Zölle und Reise"-App wird auch deutlich, woran es noch hakt. Die App ist durchaus praktisch und liefert schnelle Informationen über Einreisebestimmungen in verschiedene Länder. Allerdings: Warum diese Infos nicht ebenfalls in der gerade erschienenen Anwendung "Sicher Reisen" des Auswärtigen Amtes veröffentlicht werden, wissen wohl nur die zuständigen Stellen. Und warum die Anwendung aus dem Hause Westerwelle erst gar nicht im App-Markt der Regierung zu finden ist, bleibt zusätzlich rätselhaft.Staatliche verordnete UneinheitlichkeitFür den Nutzer sieht es so aus, als setze sich das staatlich-föderale Kompetenzen-Wirrwarr zwischen Bund, Ländern und den verschiedenen Behörden auch auf Govapps.de fort. Die Folge: Möchte der Bürger alle Informationen nutzen, muss er sich verschiedene Apps auf sein mobiles Gerät laden.Bei vielen Nutzern dürfte so bei GovApps.de schnell Ernüchterung eintreten. Ganz zu schweigen von Bürgern, die ein Windows Phone besitzen. Für das Microsoft Betriebssystem wurden fast keine Apps entwickelt. Ärgerlich, weil die Bundesregierung damit wirtschaftlich den Marktführern in die Hände spielt.Kritik am App-Markt der Regierung kommt auch von Bloggern und Nichtregierungsorganisationen. Bemängelt wird, dass bei dem Projekt eine Chance vertan wurde, gleich eine Open-Data-Plattform zu errichten. Dass hier andere Länder schon weiter sind, zeigt das Beispiel Großbritannien. Data.gov.uk ist eine Seite, die zwar wie das deutsche Pendant Apps aufzählt, aber ebenso interessierten Programmieren Daten über eine Schnittstelle frei zur Verfügung stellt, damit sie eigene Anwendungen entwickeln können. Die auf dieser Basis entstandenen Apps dürfen sogar kostenpflichtig in den verschiedenen Apps-Stores vertrieben werden. So entsteht für die Entwickler ein neues wirtschaftliches Betätigungsfeld.


