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merkzettel

Lance Armstrongs Talkshow-Auftritt

Armstrong: Ich habe gedopt

  • Bilderserie Die größten Dopingskandale
  • Video Poschmann zu Armstrong: Alles Kalkül
  • BilderserieDie größten Dopingskandale
    Ben Johnson (Kanada, vorn) siegt vor Carl Lewis (USA, re.) und Linford Christie (Großbritannien, Mitte) / Quelle: imago
    (15.01.2013)
    VideoPoschmann zu Armstrong: Alles Kalkül

    Wolf-Dieter Poschmann hat zu Lance Armstrongs angeblichem Dopinggeständnis eine klare Meinung. Der ZDF-Mann ist sicher: Armstrong kapituliert nicht, sondern sucht sein Heil in der Flucht nach vorne.

    (16.01.2013)

    "Ja" - im US-TV gibt Ex-Radprofi Lance Armstrong erstmals zu, gedopt zu haben. Ob sich Doping damals nicht falsch angefühlt habe, will Talkstar Oprah Winfrey von ihm wissen: "Nein", entgegnet Armstrong. Ohne Doping sei es wohl auch nicht möglich, die Tour siebenmal zu gewinnen. 

    Oprah Winfrey und Lance Armstrong kamen ohne Umschweife gleich zur Sache: Nach über 13-jährigem Leugnen gab der Ex-Radprofi in der Sendung der US-Talkmasterin jahrelanges Doping zu - unter anderem mit EPO, Eigenblut, Kortison und Wachstumshormonen. Bei allen sieben Tour-de-France-Siegen zwischen 1999 und 2005 hätte er unerlaubte Mittel genommen, sagte der Texaner.

    Thema im "sportstudio"

    Einen ausführlichen Bericht zur neuesten Entwicklung im Fall Lance Armstrong sehen Sie am Samstag (nach "Wetten, dass...?") im "aktuellen sportstudio".

    Ohne die Substanzen hätte er seine inzwischen aberkannten sieben Tour-de-France-Titel nicht gewonnen, sagte der 41-Jährige mit einem dünnen Lächeln. Allerdings wolle er nicht behaupten, dass zu der damaligen Zeit alle Fahrer gedopt gewesen seien. "Ich kannte ja nicht jeden, kann das also nicht so sagen." Ob sich das Doping damals nicht falsch angefühlt habe, wollte Winfrey wissen - "nein", entgegnete Armstrong.

    Armstrong: Niemanden unter Druck gesetzt

    Den Weltverband UCI nahm er aber gegen Korruptionsvorwürfe in Schutz: Armstrong stritt ab, dass ein positiver EPO-Test während der Tour de Suisse 2001 vom Dachverband verschleiert worden sei. Teamkollegen hatten zuvor ausgesagt, Armstrong habe im Gegenzug der UCI 125.000 Dollar gespendet. "Die Geschichte ist nicht wahr", betonte Armstrong. "Es gab keine positive Probe, keine Bestechung des Labors, kein geheimes Meeting mit dem UCI-Chef", sagte er. "Manche Dinge waren vielleicht dubios, aber das hier nicht."

    Stiftung distanziert sich

    Die Krebsstiftung Livestrong hat sich von ihrem Gründer Lance Armstrong distanziert. Nach dem Doping-Geständnis ließ die Stiftung verlauten: 'Wir sind enttäuscht über die Nachricht, dass Lance Armstrong die Menschen während seiner Karriere getäuscht hat - inklusive uns." Armstrong war zuvor in die Livestrong-Zentrale gekommen, um sich zu entschuldigen.


    'Wir haben seine Entschuldigung akzeptiert, um nach vorne zu blicken und einen starken, unabhängigen Kurs einzuschlagen", hieß es in einem Statement. Im vergangenen November war Armstrong von allen offiziellen Ämtern der Stiftung zurückgetreten. Kurz darauf distanzierte sich die Organisation von ihrem Gründer und änderte den Namen von "Lance-Armstrong-Foundation" in 'Livestrong-Foundation".

    Zudem stritt er ab, jemanden unter Druck gesetzt zu haben zu dopen, wie ihm zuletzt von mehreren ehemaligen Teamkollegen vorgeworfen wurde. Der einstige Dominator habe die "Doping-Kultur des Radsports nicht erfunden, aber auch nicht versucht, sie zu beenden. Der Sport zahlt jetzt den Preis dafür", sagte er weiter.

    Jahrelang prozessiert

    Bei der Ausstrahlung des ersten Teils des Gesprächs gab der mit Jeans und Sakko ganz in blau gekleidete Ex-Radprofi Doping von Mitte der 90er Jahre bis 2005 zu. In seinen Comeback-Jahren 2009, als er noch einmal Dritter bei der Tour geworden war, und 2010 (23. in Paris) sei er aber "clean" gefahren, sagte der Texaner weiter. Die Doping-Kontrollen zu dieser Zeit seien effektiver gewesen.


    Jahrelang hatte der Hartgesottene auf Doping-Verdächtigungen mit Prozessen geantwortet - jetzt wirkte er ganz brav und gefasst. Er entschuldigte sich sogar bei seiner ehemaligen Physiotherapeutin Emma O'Reilly, die er verklagt und übel beschimpft hatte. Die Irin gehörte zu den 26 Zeugen, die in der Anklage der US-Anti-Doping-Agentur USADA gegen Armstrong ausgesagt hatten.

    Doping-Agentur: Kleiner Schritt

    Armstrong drohen Millionen-Zahlungen

    Armstrong drohen nach seinem Geständnis Forderungen im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Der Radsport-Weltverband UCI könnte gewonnene Preisgelder zurückverlangen. Rückzahlungen von weiteren Prämien dürften hinzukommen.

    So fordert SCA Promotions rund zwölf Millionen Dollar, die "Sunday Times“ will 1,6 Millionen Dollar. Das meiste Geld beansprucht allerdings Armstrongs ehemaliger Hauptsponsor und Namensgeber seines Teams,  US Posta".  Der Postdienstleister investierte in Armstrongs Zeit (1998 bis 2004) gut 40 Millionen Dollar in das Radteam. Weil Armstrong gegen einen Vertragspassus, der die Einnahme von verbotenen Mitteln untersagt, verstoßen hatte, muss er nun mit Klagen auf Schadensersatz und Prämienrückzahlung in zweistelliger Millionenhöhe rechnen.

    Laut "Spiegel online“ belaufen sich sämtliche Rückzahlungen auf rund 60 Millionen Dollar.

    USADA-Chef Travis Tygart nannte die Beichte einen "kleinen Schritt in die richtige Richtung". Armstrong habe "endlich zugegeben, dass seine Radsport-Karriere aus einer kraftvollen Kombination aus Doping und Betrug" bestanden hatte. Erledigt sei die Affäre für den Ex-Profi aber noch nicht. Wenn es Armstrong ernst damit sei, "seine Fehler zu korrigieren, muss er unter Eid ein vollständiges Geständnis seiner Doping-Aktivitäten" ablegen.

    "Ich sehe in den Mienen der Menschen den Zorn über den Verrat, den ich an ihnen begangen habe. Ich werde den Rest des Lebens mit dem Versuch zubringen, Vertrauen zurückzugewinnen und mich bei den Leuten zu entschuldigen", sagte der tief gefallene Radsport-Held. Er ist lebenslang gesperrt und ihm wurden alle seine Tour-Siege aberkannt. Am Donnerstag hatte ihm das Internationale Olympische Komitee (IOC) auch die Bronzemedaille vom Zeitfahren 2000 in Sydney genommen.

    "Ich war ein arroganter Sack"

    Dieser "unbändige Wunsch zu siegen um jeden Preis wurde zur Macke, zur Charakterschwäche - ich war ein arroganter Sack", analysierte sich Armstrong selber. Er habe sich nicht als Betrüger gesehen. Dopen sei für ihn so selbstverständlich gewesen wie "Reifen aufpumpen". Sein Geständnis komme "zu spät", erkannte er. "Ich sehe die Lage als eine große Lüge. Die Wahrheit lautet anders, als alles was ich gesagt habe."

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    Armstrongs Karriere

    1992: Armstrong beendet das olympische Rennen als 14. und
    wechselt nach den Spielen in Barcelona ins Profilager. In seinem
    ersten Rennen, dem Clasica San Sebastian, wird er Letzter.

    1993: Er wird Weltmeister, gewinnt die USPRO Championship sowie
    seine erste Etappe bei der Tour de France.

    1996: Er startet das Jahr als Weltranglistenerster. Im Oktober
    unterzieht er sich einer Chemotherapie. Bei Armstrong war zuvor
    Hodenkrebs diagnostiziert worden, der bereits in Lunge und Gehirn
    gestreut hatte.

    1997: Armstrong beginnt wieder mit dem Training und gründet eine
    Stiftung, die sich der Krebsforschung widmet.

    1998: Er kehrt in den Wettkampf-Zirkus zurück, gewinnt die
    Luxemburg-Tour, die Rheinland-Pfalz-Rundfahrt sowie den Cascade
    Classic in Oregon.

    1999: Für das Team US Postal gewinnt Armstrong als zweiter
    Amerikaner die Frankreich-Rundfahrt.

    2000: Er fährt zu seinem zweiten Tour-Sieg und veröffentlicht
    ein Buch mit dem Titel "Tour des Lebens".

    2001 - 2003: Die Tour-Erfolge Nummer drei bis fünf folgen.

    2004: Armstrong wird Wochen vor seinem sechsten Tour-Triumph
    beschuldigt, leistungssteigernde Medikamente einzunehmen.

    2005: Er verkündet im April seinen Rücktritt für den Zeitpunkt
    nach der Tour, die er zum siebten Mal gewinnt. Im August berichtet
    die französische Sportzeitung L'Equipe, dass in sechs Urinproben des
    Amerikaners von 1999 das Blut-Dopingmittel EPO nachgewiesen wurde.
    Armstrong bestreitet die Vorwürfe weiterhin.

    2006: Armstrong wird vom Weltverband UCI freigesprochen, da die
    erneuten Tests der Proben nicht nach wissenschaftlichem Standard
    durchgeführt wurden. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA nennt den
    UCI-Bericht "fast schon lächerlich".

    2008: Am 9. September verkündet Armstrong sein Comeback.

    2009: Im April wirft ihm die französiche Anti Doping Agentur
    (AFLD) vor, dass er bei Dopingproben nicht kooperiere.

    2010: Dopingsünder Floyd Landis, früherer Teamkollege bei US
    Postal, beschuldigt unter anderem Armstrong, dass auch er
    leistungssteigernde Mittel eingenommen habe.

    2011: Im September zitiert die Sports Illustrated Armstrongs
    früheren Weggefährten Stephen Swart. Dieser bezeichnet Amrstrong als
    "einen Anstifter" der zu EPO geraten habe. Nach der Australien-Tour
    tritt er endgültig zurück. Im Mai berichtet Armstrongs früherer
    Edelhelfer Tylor Hamilton, dass beide während der Tour 1999, 2000
    und 2001 mit EPO gedopt hatten.

    2012: Am 29. Juni bezichtigt ihn die US-Anti-Doping-Agentur
    (USADA) des Doping-Missbrauchs und suspendiert ihn von allen
    Wettkämpfen. Am 20. August weist ein Gericht Armstrongs Klage gegen
    die USADA zurück. Drei Tage später gibt er den Rechtsstreit um die
    Dopingvorwürfe auf, die USADA sperrt Armstrong lebenslang. Ihm droht
    der Verlust aller sieben Tour-Siege. Am 10. Oktober veröffentlicht
    die USADA ihre Urteilsbegründung. Armstrongs langjähriges Profiteam
    US Postal habe das "ausgeklügelste, professionellste und
    erfolgreichste Dopingprogramm betrieben, das der Sport jemals
    gesehen hat", heißt es in dem Bericht. Am 22. Oktober folgt der
    Weltverband UCI der USADA und erkennt Armstrong sämtliche sieben
    Tour-Siege ab.

    2013: Am 14. Januar wird die TV-Show der amerikanischen Talk-Ikone Oprah
    Winfrey mit Interview-Partner Armstrong aufgezeichnet. Der
    Ex-Profi gesteht der Moderatorin jahrelanges Doping.

    Bericht der US-Dopingfahnder

    HAUPTVORWURF:

    Die USADA wirft Armstrong sowie fünf weiteren Teambetreuern und Ärzten systematisches Doping von 1998 bis 2010 vor. Armstrong habe selbst unter anderem EPO-, Kortison-, Testosteron- und Blutdoping betrieben sowie viele Mannschaftskollegen dazu aufgefordert. Seine Teams seien von Anfang bis zum Ende "mit Doping verseucht" gewesen.

    BEWEISE:

    Die USADA stützt sich vor allem auf eidesstattliche Erklärungen und Aussagen von mehr als zwei Dutzend Zeugen, darunter 15 Radprofis und elf ehemalige Teammitglieder von Armstrong. Darüber hinaus bietet die Behörde viele Dokumente wie Bankauszüge, E-Mail-Korrespondenzen, Labortests und wissenschaftliche Gutachten auf. Auf Unterlagen der US-Finanzbehörde, die Ermittlungen gegen Armstrong zuvor eingestellt hatte, musste die USADA dabei nach eigenen Angaben verzichten.

    ANZAHL DER DOPINGPROBEN:

    Armstrong gab als Verteidigung stets an, in seiner Karriere mehr als 500 Mal negativ getestet worden zu sein. Diese Zahl streitet die USADA ab und rechnet mit rund der Hälfte. Außerdem habe es mehrmals positive Tests gegeben: Sechs wissenschaftliche EPO-Befunde der Tour 1999 seien zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung 2005 sportrechtlich nicht mehr verwertbar gewesen. Ein positives EPO-Ergebnis der Tour de Suisse habe Armstrong mithilfe der UCI verschleiert. Analysen von Armstrongs Blutprofilen zwischen Oktober 2008 und Januar 2011 lassen auf Blutdoping schließen. Die Chance, dass ein zu niedriger Retikulozyten-Anteil bei sieben Blutproben auf natürliche Weise zustandekam, beziffert ein Gutachter auf "kleiner als 1:1.000.000".


    ZEUGENAUSSAGEN:
    Die Berichte ehemaliger Teamkollegen zeichnen ein detailliertes Bild. Schon 1998, in seiner ersten Saison nach seiner überstandenen Krebserkrankung, habe Armstrong im Team US Postal Doping mit EPO, Kortison, Testosteron und dem Wachstumshormon HGH betrieben. Ein Jahr später sei bei der Tour erstmals ein Motorradfahrer ("Motoman") engagiert worden, um das Team unbehelligt mit Drogen zu versorgen. Danach sei die "Dopingverschwörung" immer professioneller geworden.

    TESTS:

    Um keine positiven Tests abzugeben, seien Armstrong und seine Kollegen zu gewissen Vorsichtsmaßnahmen aufgefordert worden. In den ersten Jahren habe es zum Teil schon genügt, den Kontrolleuren einfach die Wohnungstür nicht zu öffnen. Später hätten die Teamchefs um Johan Bruyneel stets im Voraus erfahren, wann ein Test anstand. Weil die Dopingkontrollen von Jahr zu Jahr intensiver wurden, habe sich Armstrong mitunter in Wohnungen von Teamkollegen versteckt. Zudem hätten die Team-Mediziner penibel genaue Zeitfenster für die Doping-Einnahme errechnet, um später nicht aufzufallen. Einen positiven Kortison-Test Armstrongs habe Teamarzt Luis Garcia del Moral durch ein gefälschtes nachträgliches Rezept verschleiert.

    WICHTIGSTE HELFER:

    Die zentrale Figur ist der italienische Arzt Michele Ferrari, in der Szene bekannt als "Dottore EPO". Laut USADA arbeitete Armstrong die ganze Karriere hindurch mit dem umstrittenen Mediziner zusammen, der in Italien Berufsverbot hat. Daneben war Teamchef Bruyneel der engste Vertraute des Texaners. Der Belgier habe junge Radprofis "auf schädlichste Art und Weise" in "abgeklärte Doper" verwandelt.

    GRUPPENZWANG:

    Laut Zeugenaussagen hat Armstrong Doping in seinen Teams nicht nur gefördert, sondern auch gefordert. David Zabriskie etwa berichtete, durch den Leistungssport den Drogen aus dem Weg gehen zu wollen, die er für den frühen Tod seines abhängigen Vaters verantwortlich machte. 2003 aber sei er dann doch von Bruyneel überredet worden, EPO zu nehmen ("Jeder macht das"). "Als ich in meine spanische Wohnung zurückkam, brach ich zusammen. Ich rief heulend zuhause an. Ich hatte dem Druck nicht standgehalten", erzählte Zabriskie.

    EINSCHÜCHTERUNG:

    Armstrong sorgte in seinem Team und im Peloton nicht nur für Respekt, sondern auch für Angst: Als der Italiener Filippo Simeoni aus einer gegnerischen Mannschaft 2004 gegen den Armstrong-Arzt Ferrari aussagte, wurde er vom Amerikaner während einer Tour-Etappe vor laufenden Kameras zurechtgewiesen. Den Ex-Teamkollegen Tyler Hamilton habe Armstrong in einem Restaurant körperlich bedroht ("Wir machen dein Leben zur verdammten Hölle"), Levi Leipheimers Frau einschüchternde SMS geschrieben. Zudem habe er mehrfach versucht, andere Fahrer zu falschen eidesstattlichen Versicherung zu nötigen.

    (Quelle: dpa)

    Die Anschuldigungen der USADA

    2. Juli 2004: Unmittelbar vor der Tour de France 2004 erscheint
    das Buch «L.A. Confidential», in dem die beiden Journalisten David
    Walsh und Pierre Ballester schwere Doping-Vorwürfe gegen Lance
    Armstrong erheben. Der US-Amerikaner scheitert vor Gericht mehrfach
    mit dem Versuch, sich in dem Buch äußern zu dürfen.

    1. Oktober 2004: Wegen Sportbetrugs wird der Sportarzt Michele
    Ferrari zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Der Italiener
    arbeitete lange mit Armstrong zusammen. Vom Vorwurf, Radsportler mit
    Dopingmitteln versorgt zu haben, wird Ferrari aus Mangel an Beweisen
    jedoch freigesprochen.

    1. April 2005: Sein ehemaliger Betreuer Mike Anderson erklärt vor
    Gericht, 2004 «ein verbotenes Medikament» in Armstrongs Badezimmer
    gefunden zu haben. Der reagiert darauf mit einer Schadensersatzklage.

    24. Juli 2005: Armstrong gewinnt zum siebten Mal die Tour de
    France und beendet danach seine Karriere.

    23. August 2005: Die französische Sportzeitung «L'Equipe»
    berichtet, dass in sechs Urinproben von Armstrong aus dem Jahr 1999
    das Dopingmittel EPO nachgewiesen wurde. Die Proben waren eingefroren
    worden und konnten dem Bericht zufolge eindeutig Armstrong zugeordnet
    werden. EPO ist erst seit 2001 nachweisbar.

    31. Mai 2006: Eine vom Weltverband UCI eingesetzte Kommission
    spricht Armstrong von den 1999er Doping-Vorwürfen frei. Die weltweite
    Anti-Doping-Agentur WADA nennt den UCI-Bericht «fast schon
    lächerlich».

    9. September 2008: Armstrong kündigt für 2009 sein Comeback an.

    2. Oktober 2008: Die französische Anti-Doping-Agentur AFLD schlägt
    Armstrong vor, die sechs Proben der Tour de France 1999 nochmals zu
    testen. Der US-Amerikaner lehnt das ab.

    20. Mai 2010: Armstrongs ehemaliger Teamkollege Floyd Landis gibt
    öffentlich zu, die meiste Zeit seiner Karriere gedopt zu haben. Der
    Tour-Sieger von 2006 beschuldigt in diesem Zusammenhang auch
    Armstrong des Dopings. Der weist die Anschuldigungen zurück.

    26. Mai 2010: Nach den Aussagen von Landis kündigen die
    US-Behörden an, die Ermittlungen gegen Armstrong auszuweiten. Es geht
    jetzt nicht nur um die Einnahme unerlaubter Mittel, sondern auch um
    die Frage, ob das Sponsorengeld des amerikanischen Postdienstleisters
    US Postal dazu genutzt wurde, um Dopingmittel zu finanzieren.

    16. Februar 2011: Armstrong erklärt sein endgültiges Karriereende.

    20. Mai 2011: Tyler Hamilton ist der nächste ehemalige
    Teamkollege, der schwere Doping-Vorwürfe gegen Armstrong erhebt. «Ich
    sah EPO in seinem Kühlschrank. Ich sah mehr als einmal, wie er es
    sich gespritzt hat», sagt der Zeitfahr-Olympiasieger von 2004 dem
    TV-Sender CBS.

    4. Februar 2012: Die US-Staatsanwaltschaft stellt ihre
    Doping-Ermittlungen gegen Armstrong ein.

    9. Februar 2012: Der Welt-Triathlonverband WTC gibt eine
    Kooperation mit Armstrong bekannt. Für sechs Starts kassiert seine
    Krebs-Foundation «Livestrong» eine Million Dollar. Die erste
    Teilnahme soll im Oktober 2012 sein.

    12. Februar 2012: Armstrong wird Zweiter beim Ironman 70.3, einem
    Wettkampf über die halbe Distanz. Zum Dopingtest müssen nicht wie
    üblich die ersten drei, sondern die Athleten auf den Plätzen vier bis
    sechs.

    12. Juni 2012: Die nationale Anti Doping-Agentur USADA erhebt in
    einem Schreiben schwere vorwürfe gegen Armstrong. Proben aus den
    Jahren 2009 und 2010 sollen «vollkommen mit Proben übereinstimmen, an
    denen Blutmanipulation, inklusive EPO und/oder Blut-Transfusionen
    vorgenommen wurden.» Armstrong wird sofort für alle Wettbewerbe
    gesperrt.

    14. Juni 2012: Der WTC gibt bekannt, dass Armstrong wegen der
    laufenden Ermittlung nicht an Wettkämpfen teilnehmen darf. Der
    Ironman in Nizza am 24. Juni findet ohne den 40-Jährigen statt.

    20. August 2012: Ein Gericht in Austin erklärt die Ermittlungen
    der USADA gegen Armstrong für rechtens. Der Texaner muss entscheiden,
    ob er eine Schiedsgerichts-Verhandlung will oder eine drohende
    lebenslange Sperre der USADA akzeptiert.

    24. August 2012: Armstrong teilt in einem Statement mit, dass er
    den Kampf gegen die Anschuldigungen aufgibt. Ihm droht nun die
    Aberkennung seiner Tour-Titel.

    Die Tour-Zweiten hinter Armstrong

    1999: Sieger Lance Armstrong - Zweiter: Alex Zülle (Schweiz)
    2000: Sieger Lance Armstrong - Zweiter: Jan Ullrich (Deutschland)
    2001: Sieger Lance Armstrong - Zweiter: Jan Ullrich (Deutschland)
    2002: Sieger Lance Armstrong - Zweiter: Joseba Beloki (Spanien)
    2003: Sieger Lance Armstrong - Zweiter: Jan Ullrich (Deutschland)
    2004: Sieger Lance Armstrong - Zweiter: Andreas Klöden (Deutschland)
    2005: Sieger Lance Armstrong - Zweiter: Ivan Basso (Italien)

    18.01.2013, Quelle: Heiko Oldörp, dpa
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