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20.06.2013

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G20-Finanzminister treffen sich

Asmussen: EZB hat kein Wechselkurs-Ziel

  • Video Asmussen: EZB hat kein Wechselkurs-Ziel
  • Video Eurozone bekommt Bankenaufsicht
  • Grafik Die Euro-Zone in der Krise
  • VideoJörg Asmussen im Interview

     

    (14.02.2013)
    VideoVideo 2

    In Brüssel haben sich die EU-Finanzminister auf eine Bankenaufsicht in der Eurozone geeinigt, die ab 2014 Großbanken kontrollieren soll. Für Griechenland wurden weitere Milliarden freigegeben.

    (13.12.2012)
    GrafikDie Euro-Zone in der Krise
    (Quelle: ZDF)

    Kommt jetzt der "Währungskrieg"? Die Franzosen machen Druck, den Wechselkurs des Euros zu senken. Doch die Währungshüter wollen nicht nachgeben. "Die EZB hat kein Wechselkurs-Ziel", sagt EZB-Direktor Jörg Asmussen vor dem Treffen der G20-Finanzminister im heute.de-Interview. 

    Unabhängige Notenbanken könnten am besten stabile Preise sichern, so Asmussen weiter. Deswegen werde es auch an der Frage der Wechselkurse keine Abstriche geben. Asmussen: "Es gibt Reformbedarf in allen Staaten Europas." Diskussionen über den Wechselkurs sollten davon nicht ablenken.

    Euro unter Aufwertungsdruck

    Seitdem die japanische Notenbank im November 2012 ihre Geldschleusen geöffnet hat, ist der Euro um 20 Prozent im Verglich zum Yen gestiegen. In Japan sitzen einige der größten Konkurrenten der deutschen Exporteure, darunter Autokonzerne wie Toyota und viele Maschinenbauer. Sie können ihre Produkte dank der Yen-Abwertung billiger anbieten. Auch im Vergleich zu anderen Währungen ist der Euro teurer geworden. Experten warnen bereits vor einem Abwertungswettlauf.

    Euro: Gibt es einen "Währungskrieg"?

    Warum hat der Euro an Wert gewonnen?

    Für Europas obersten Währungshüter Mario Draghi ist klar: "Die Aufwertung ist ein Zeichen der Rückkehr des Vertrauens in den Euro." Dazu kam die sehr lockere Geldpolitik in Japan und den USA: Die dortigen Notenbanken öffneten ihre Geldschleusen extrem weit, machten damit ihre Währungen extrem billig. Das funktioniert so: Investoren verkaufen Wertpapiere in Dollar oder Yen (zum Beispiel an die Zentralbank, die sie ihnen mit frisch gedrucktem Geld abnimmt) und kaufen stattdessen welche in Euro. Als Konsequenz ändern sich die Wechselkurse - die "Preise" für Währungen, die Angebot und Nachfrage widerspiegeln.

    Welche Ziele verfolgen die Notenbanken?

    Draghi ist überzeugt: Es geht nicht um einen «Währungskrieg» oder einen Wettlauf um die billigste Währung. Vielmehr seien die aktuellen Wechselkursbewegungen ein Nebeneffekt der diversen Bemühungen, die Wirtschaft anzuschieben. Allerdings ist der Ansatz der Notenbanken teils völlig verschieden: Während Preisstabilität vorrangiges Ziel der EZB ist, hat die US-Notenbank Fed explizit einen doppelten Auftrag: Stabile Preise und möglichst hohen Beschäftigungsstand. "Man löscht dann dort eben das Feuer, das am heißesten brennt", erklärt Commerzbank-Notenbankexperte Bernd Weidensteiner. In Japan übte die Regierung massiv Druck auf die Notenbank aus, die Geldschleusen noch weiter zu öffnen - ein fatales Signal, wie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann meint: Die Unabhängigkeit der Zentralbank sei essenziell.

    Wie reagiert die Europäische Zentralbank?

    Bislang nur verbal. EZB-Präsident Draghi erklärte, die Notenbank habe die Euro-Aufwertung als potenzielles Risiko für Konjunktur und Geldwertstabilität im Auge. Die Folge: Der Euro-Kurs sackte um fast zwei Cent zum Dollar ab. In einen "Währungskrieg" will sich die EZB nicht hineinziehen lassen - auch weil geldpolitische Schritte zur gezielten Euro-Abwertung Reformen der Krisenstaaten bremsen könnten. "Die EZB hat kein Wechselkurs-Ziel", sagt EZB-Direktor Jörg Asmussen heute.de.

    Wer profitiert von einem starken Euro?

    Für Verbraucher in Deutschland bringt ein starker Euro mehrere Vorteile: Urlaubsreisen in ferne Länder werden tendenziell günstiger, ebenso wie der Sprit an der Tankstelle. Tendenziell werden alle importieren Waren günstiger. Auch Unternehmen, die für ihre Produktion Rohstoffe wie Erdöl einführen müssen, können preiswerter einkaufen. Denn diese Rohstoffe werden in Dollar abgerechnet.

    Wem schadet ein starker Euro?

    Vor allem der deutschen Exportwirtschaft. Seit Sommer 2012 hat der Euro zu vielen Währungen aufgewertet. Waren aus dem Euroraum werden im außereuropäischen Ausland tendenziell teurer, das könnte die konjunkturelle Erholung im Euroraum gefährden. Deutsche Maschinenbauer spüren den stärkeren Euro bereits, weil ihre Produkte gegenüber der Konkurrenz aus den USA oder Asien teurer werden. Doch während sich deutsche Maschinen, Autos und Elektroprodukte auch über guten Ruf und Qualität verkaufen, dürfte der erstarkte Euro vor allem Euro-Krisenländern wie Griechenland, Portugal und Spanien zu schaffen machen. Allerdings bezweifelt EZB-Direktoriumsmitglied Asmussen, dass das Wechselkursthema entscheidend ist für die Wettbewerbsfähigkeit dieser Länder: "Da geht es um Lohnstückkosten, Bürokratiekosten, mangelnde Produktivität und überregulierte Produktmärkte."

    Ist der Euro schon überbewertet?

    Laut Draghi bewegt sich der Euro in der Nähe seines langfristigen Durchschnittswerts. 2008 hatte der Euro mal beinahe 1,60 US-Dollar gekostet, 2003 weniger als 90 US-Cent. Glaubt man dem "Big-Mac-Index" des Magazins "Economist", dann ist der japanische Yen gegenüber Euro und US-Dollar noch unterbewertet. Der Index vergleicht den Preis für den gleichen Burger in verschiedenen Währungsräumen. Demnach kostete der Big Mac in den USA im Januar 4,37 Dollar, im Euroraum 4,88 Dollar, in Japan nur 3,51 Dollar. Bereinigt um die Wirtschaftskraft pro Kopf ist der Burger damit in Japan um 17,1 Prozent zu billig, in der Eurozone aber um 20,8 Prozent zu teuer. In Deutschland kostet der Big Mac übrigens demnach "nur" 17,7 Prozent mehr als in den USA, in Griechenland aber 28,1 Prozent, in Italien sogar satte 34,6 Prozent mehr. (dpa)

    Noch können die deutschen Exporteure mit dem Wechselkurs gut leben. Die größere Sorge ist, dass weniger konkurrenzfähige Euro-Länder wie Frankreich oder Italien darunter leiden. Das würde am Ende auch Deutschland treffen, das fast 40 Prozent seiner Waren in die Währungsunion verkauft.

    15.02.2013, Quelle: reuters, ZDF
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