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Nach Gruppenvergewaltigung

Aufruhr in Indien

  • Video Proteste nach Gruppenvergewaltigung
  • VideoProteste nach Gruppenvergewaltigung

    In Indien sind nach der Gruppenvergewaltigung einer 23-Jährigen Tausende auf den Präsidentenpalast in Neu Delhi zumarschiert. Sie fordern die Todesstrafe für die Täter und mehr Schutz für Frauen.

    (22.12.2012)

    Nach der brutalen Vergewaltigung einer Studentin durch eine Gruppe betrunkener Männer hat es in Neu Delhi heftige Proteste gegeben. Die Polizei ging mit Tränengas und Wasserwerfern gegen wütende Demonstranten vor. Es gab 20 Verletzte. 

    "Wir fordern die Todesstrafe für die Vergewaltiger, damit so etwas nie wieder passiert", sagte eine junge Demonstrantin dem Nachrichtensender NDTV. Die Polizei ging mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die aufgebrachte Menge vor, die versucht hatte, Absperrungen auf dem Weg zum Präsidentenpalast zu überwinden. Mindestens ein Dutzend Menschen wurde verletzt, hieß es. Unter den Demonstranten seien viele Studenten gewesen. Das Opfer der Vergewaltigung liegt im Krankenhaus und sei in kritischem Zustand.

    Forderung nach Todesstrafe

    Die Rufe nach der Todesstrafe für Vergewaltiger wurden zuletzt lauter. Die Führerin der oppositionellen BJP, Sushma Swaraj, forderte die Heraufsetzung des höchstmöglichen Strafmaßes für eine Vergewaltigung von lebenslänglich auf Todesstrafe. Innenminister Sushil Kumar Shinde sagte, die regierende Kongress- artei werde überprüfen, ob die möglichen Strafen verschärft werden müssten. Seit 2002 wurden in Indien zwei Todesstrafen vollstreckt.

    Am vergangenen Sonntag hatte eine Gruppe von sechs Männern in einem Bus in Neu Delhi eine 23-jährige Studentin vor den Augen ihres Freundes mehrfach vergewaltigt und mit einer Eisenstange schwer verletzt. Danach warfen die Täter das Paar aus dem fahrenden Bus. Die junge Frau schwebte am Samstag noch immer in Lebensgefahr.

    Minister: "Keine Art zu protestieren"

    "Wir wollen Gerechtigkeit" und "Hängt die Vergewaltiger", forderten Demonstranten bei den Protesten, die den sechsten Tag in Folge andauerten. Sie verlangten bei der Kundgebung landesweit bessere Sicherheitsmaßnahmen für Frauen. Die Regierung rief die Demonstranten zur Ruhe auf. "Das ist keine Art zu protestieren", sagte Vize-Innenminister R.P.N. Singh dem Sender CNN-IBN. "Der Versuch, Gebäude zu stürmen und Barrikaden niederzureißen, ist kein Weg, um einen Dialog zu beginnen." Die Einwohnerzahl von Neu Delhi wird auf 19 Millionen geschätzt. In diesem Jahr wurden 661 Fälle von Vergewaltigung aktenkundig.

    22.12.2012, Quelle: dpa, dapd
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