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Wechsel im Vatikan

Benedikt-Erinnerungen hoch im Kurs

  • Bild Papst-Bier
  • Video Spekulationen über Papst-Nachfolge
  • Video Der Petersplatz singt
  • Video Benedikt XVI.: Leben und Wirken
  • BildPapst Bier
    Papst-Bier
    VideoSpekulationen über Papst-Nachfolge

    Nach der Rücktritts-Ankündigung von Papst Benedikt XVI. wird über die Nachfolge diskutiert. Unter anderem sind Kandidaten aus Afrika, Italien oder Kanada im Gespräch. Ein Überblick.

    (12.02.2013)
    VideoDer Petersplatz singt

    Der Papst will abtreten. Vor seinem Fenster auf dem Petersplatz versammeln sich Gläubige und Fans, bringen Trauer und Respekt zum Ausdruck und singen Benedikt XVI. ein Ständchen.

    (12.02.2013)
    VideoBenedikt XVI.: Leben und Wirken

    Als Joseph Ratzinger zu Benedikt XVI. wurde, kündigte er an, die Ökumene zu fördern und den Dialog zu anderen Religionen zu suchen. Acht Jahre lang hat er nun als Papst gewirkt und Akzente gesetzt.

    (11.02.2013)

    Papst Benedikt XVI. wird Ende des Monats aus dem Amt scheiden. Spekulationen, wer der neue Mann auf dem Heiligen Stuhl sein könnte, und über den künftigen Kirchenkurs schießen ins Kraut. Auch der Handel mit Benedikt-Erinnerungen und Papst-Devotionalien blüht - und nimmt bisweilen skurrile Züge an. 

    Die Rückzugsankündigung von Papst Benedikt XVI. ruft bereits diejenigen auf den Plan, die das schnelle Geschäft wittern. Unter den neu gelisteten Gegenständen auf der Auktionsplattform ebay befindet sich bereits eine Originalausgabe der Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano" vom 11. Februar 2013 mit der Nachricht vom Amtsverzicht auf der Titelseite. Die achtseitige Nachmittagsausgabe "in exzellentem Zustand" ist für 69 US-Dollar (52 Euro) zu haben. Preiswerter kommt mit 15,58 US-Dollar (11,60 Euro) die Dienstagsausgabe der italienischen Tageszeitung "Il Giornale". Sie berichtet unter der Überschrift "Amen" von dem Ereignis.


    Ebenfalls unter den neuen Angeboten: Ein "Papst-Teddybär" - "brandneu" und "unbenutzt" - von Steiff für 515 US-Dollar (385 Euro) sowie ein Briefmarkensatz aus dem afrikanischen Äquatorial-Guinea zum Besuch von Benedikt XVI. im Heiligen Land im Jahr 2009 für 16 US-Dollar (12 Euro). Der Verkäufer aus Israel teilt mit, er habe noch weitere Papst-Memorabilia im Angebot.

    Links
    Wer könnte Nachfolger werden?
    Alles zum Papst-Rücktritt
    Kommentar:Rücktritt als Chance

    Wer folgt auf Papst Benedikt XVI.?

    Nach der Rücktrittsankündigung von Papst Benedikt XVI. wird weltweit über einen geeigneten Nachfolger und über Reformen an der Spitze der katholischen Kirche diskutiert. Viele wünschen sich einen jüngeren Papst. Der 85-jährige Benedikt hatte Alters- und Gesundheitsgründe für seinen Rückzug genannt. Theologen fordern eine generelle Begrenzung der Amtszeit des Kirchenoberhaupts. Auch über den künftigen Kurs der Kirche zwischen Tradition und Moderne wird gestritten.


    Nach den Worten des Kölner Kardinals Joachim Meisner "müsste der neue Papst sicher ein Mann von ähnlich hoher Bildung wie Joseph Ratzinger, mit großer menschlicher Erfahrung und - vor allem - von vitaler Gesundheit sein. Nicht älter als 70", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Joseph Ratzinger war 2005 mit 77 Jahren zum Papst gewählt worden - als erster Deutscher seit mehr als 500 Jahren. Bei den Spekulationen über den möglichen Nachfolger ist noch kein Favorit erkennbar. Ein italienischer Papst wird ebenso für möglich gehalten wie - als Zeichen der Öffnung - ein Kirchenoberhaupt aus Afrika, Lateinamerika oder Asien. Reformkräfte fürchten aber, dass der scheidende Papst mit der Ernennung zahlreicher Kardinäle bereits eine Vorentscheidung zur Fortsetzung seines konservativen Kurses getroffen hat.

    Mögliche Kandidaten für die Papst-Wahl

    Kardinal Angelo Scola

    Kardinal Angelo Scola / Quelle: dpa

    Der 71-jährige Italiener Angelo Scola ist Erzbischof von Mailand. Dieser Posten gilt als Sprungbrett für das Amt des Papstes. Viele Italiener setzen auf den Bioethik-Experten. Als Chef der Stiftung zur Förderung des Verständnisses zwischen Muslimen und Christen kennt er auch den Islam. Er ist allerdings nicht sonderlich beredt, was ihm schaden dürfte, falls die Kardinäle einen Charismatiker an der Spitze der Kirche sehen wollen.

    Kulturminister Gianfranco Ravasi

    Kardinal Gianfranco Ravasi

    Der 70-jährige Gianfranco Ravasi ist seit 2007 der Kulturminister des Vatikans und vertritt die Kirche in der Welt der Kunst, der Wissenschaft, der Kultur und gegenüber Atheisten. Dieser Lebenslauf könnte ihm schaden, falls die Kardinäle beschließen, dass sie einen erfahrenen Seelsorger als Papst wollen und nicht schon wieder einen Professor.

    Kardinal Odilo Scherer

    Kardinal Odilo Pedro Scherer / Quelle: ap

    Der 63-jährige Brasilianer Odilo Scherer gilt als stärkster Kandidat aus Lateinamerika. Der Erzbischof von Sao Paolo, der größten Diözese im größten südamerikanischen Land, zählt in seiner Heimat zu den Konservativen, würde andernorts aber als gemäßigt durchgehen. Das rasante Wachstum der protestantischen Kirchen in Brasilien könnte gegen ihn sprechen.

    Kardinal Peter Turkson

    Kardinal Peter Turkson

    Der 64-jährige Peter Turkson aus Ghana gilt als aussichtsreichster Kandidat aus Afrika. Als Leiter des vatikanischen Büros für Frieden und Gerechtigkeit ist er das soziale Gewissen der Kirche und plädiert für eine globale Finanzreform. Bei einer vatikanischen Synode zeigte er ein muslimkritisches Video und erregte damit Zweifel daran, wie er zum Islam steht.

    Kardinal Leonardo Sandri

    Kardinal Leonardo Sandri  / Quelle: dpa

    Der 69-jährige Argentinier Leonardo Sandri kam als Kind italienischer Eltern in Buenos Aires zur Welt und ist damit ein echter transatlantischer Brückenbauer. Von 2000 bis 2007 hatte er den dritthöchsten Posten der Kirche als Stabschef des Vatikan inne. Er besitzt allerdings keine seelsorgerische Erfahrung und als Aufseher der Kirchen im Osten hat er nicht viel Macht in Rom

    Kardinal Marc Ouellet

    Kardinal Marc Quellet

    Der 68-jährige Kanadier Marc Ouellet ist als Leiter der Bischofskongregation so etwas wie der Personalchef im Vatikan. Er sagte einmal, Papst zu werden "wäre ein Alptraum". Obwohl er innerhalb der Kurie gut vernetzt ist, könnte der weitverbreitete Säkularismus in seiner Heimatprovinz Quebec gegen ihn sprechen.

    Novum der Neuzeit

    Am 28. Februar wird Benedikt sein Pontifikat aufgeben - das hat es in der Neuzeit noch nie gegeben. Dann beginnt innerhalb von 15 bis 20 Tagen das Konklave, das seinen Nachfolger wählt. Bis Ostern soll der neue Papst feststehen. Voraussichtlich 117 Kardinäle aus aller Welt sind beim Konklave wahlberechtigt, darunter sechs aus Deutschland. Es gilt als sicher, dass auch das neue Oberhaupt der Katholiken aus dem Kreis dieser Kardinäle kommt, theoretisch kann aber jeder männliche Katholik gewählt werden.

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    Kritik an Benedikt XVI.
    Als geeignete Nachfolger werden unter anderem der Mailänder Erzbischof Angelo Scola und die beiden Afrikaner Peter Turkson aus Ghana und Francis Arinze aus Nigeria genannt. Auch Kardinal Marc Ouellet aus Quebec und dem New Yorker Erzbischof Timothy Dolan werden Chancen eingeräumt. Aus Lateinamerika werden der Erzbischof von Sao Paulo, Kardinal Otto Scherer, und Kurienkardinal Leonardo Sandri aus Argentinien genannt. Aus Asien gilt der philippinische Kardinal Luis Antonio Tagle als "papabile", also als möglicher Papst.

    Leben im Kloster

    Benedikt selbst nimmt auch nach seiner Rücktrittsankündigung weiter Termine wahr. Schon am Mittwoch steht die Generalaudienz auf dem Programm. Zudem ist eine große Feier mit dem Papst zum Aschermittwoch geplant, dem Beginn der Fastenzeit. Benedikt wird nach seinem Rücktritt zunächst in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo bei Rom wohnen und sich später in ein Kloster im Vatikan zurückziehen.

    Links
    Der Papst-Scanner
    "Bis zum 28. Februar wird Papst Benedikt XVI. unser Papst bleiben, mit allen seinen Funktionen", sagte Vatikansprecher Federico Lombardi. Er betonte nochmals, dass der Papst sich nicht aufgrund einer akuten Erkrankung zum Rücktritt entschlossen habe. Lombardi erklärte auch, warum Benedikt am 28. Februar genau um 20 Uhr sein Amt abgibt. Um diese Zeit ende normalerweise der Arbeitstag des Heiligen Vaters.

    Neue Standards gesetzt

    Nach Einschätzung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) hat der Papst mit seinem Rückzug einen neuen Standard gesetzt. Benedikt hatte am Montag völlig überraschend als erster Papst seit mehr als 700 Jahren seinen freiwilligen Rücktritt angekündigt. ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper sagte, Benedikt habe miterlebt, wie sein Vorgänger Johannes Paul II. über Jahre sehr krank war und die Kirche keine richtige Leitung hatte. "Das wollte er sich nicht zumuten. Das wollte er der Kirche nicht zumuten - und vielleicht wollte er das auch der Welt nicht zumuten." Für seine Entscheidung zum Rücktritt erhielt Benedikt weltweit Anerkennung, Lob und Respekt.

    12.02.2013, Quelle: dpa
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