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18.06.2013

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Wahlkampf in Italien

Berlusconi kämpft auf allen Kanälen

  • Video Berlusconi punktet in TV-Shows
  • Video Wohin steuert Italien?
  • Video Prozess gegen Berlusconi geht weiter
  • Bilderserie Berlusconi: Fettnäpfchen und Skandale
  • VideoBerlusconi punktet in TV-Shows

    Es ist Wahlkampf, und Italien guckt Silvio Berlusconi. In knapp vier Wochen ist die Parlamentswahl und der Ex-Premier überflutet das Land mit seinen Fernsehauftritten. Siegen kann er nicht, doch nach jedem Auftritt legt er in den Umfragen zu.

    (28.01.2013)
    VideoWohin steuert Italien?

    Die Schuldenkrise bekämpfte die Regierung mit Sparen und massiven Steuererhöhungen, ein Viertel der Italiener ist arbeitslos, allen fehlt das Geld. Und wie sind die Aussichten für 2013?

    (04.01.2013)
    VideoProzess gegen Berlusconi geht weiter

    Der Prozess gegen Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi wird trotz des laufenden Wahlkampfes fortgesetzt. Ihm wird vorgeworfen, die damals noch minderjährige "Ruby" für Sex bezahlt zu haben.

    (14.01.2013)
    BilderserieBerlusconi: Fettnäpfchen und Skandale
    Francesca Pascale und Silvio Berlusconi
    (21.12.2012)

    Italiens ignorierte Jugend

     von Giuseppe Paletta

    Während der Wahlkampf in Italien anläuft, findet die italienische Jugend keinen Weg, sich eine Stimme zu verschaffen. Die Politik ignoriert sie - und auch das Netz hilft ihnen nicht mehr weiter. 

    Häufig wurde schon von der verlorenen Jugend Italiens gesprochen. Doch es ist  angemessener, von der ignorierten Jugend zu reden. Als noch amtierender Ministerpräsident versprach Mario Monti der Jugend, sich für sie einzusetzen. "Ihr müsst euch nicht allein gelassen fühlen, ihr seid unsere Priorität", hatte Monti noch im Frühjahr 2012 zum nationalen Verband der Jugend gesagt. Von Veränderungen fehlt jedoch jede Spur.

    Die Lage ist schlechter denn je. Kurz vor den Parlamentswahlen interessiert sich keine der etablierten Parteien ernsthaft für die Jugend, in den Wahlprogrammen werden die Jugendlichen ignoriert, Studenten im Ausland sollen erst gar nicht wählen dürfen.

    Wer kann, verlässt das Land

    37 Prozent der 15 bis 24-Jährigen sind in Italien derzeit arbeitslos, seit 1992 die höchste Jugendarbeitslosigkeit in dem Land. Zwei Millionen unter den 24-Jährigen haben keine Ausbildung. Von denen, die zumindest einen Bachelor-Abschluss haben, sind bereits 28 Prozent ausgewandert.  Begibt man sich im Netz auf Spurensuche nach dieser ignorierten Jugend, so wird schnell klar: Die italienische Jugend verharrt zwischen Resignation und krampfhafter Hoffnung. Einen einheitlichen Protest findet man nicht. 

    Es verwundert daher auch nicht, was eine Studie des Fernsehsenders MTV Italia jüngst zu Tage gebracht hat. 76 Prozent der jungen Italiener halten die politischen Repräsentanten für inkompetent. Gleichzeitig meinen 73 Prozent, dass Nicht-Wählen eine angemessene Form des Protestes sei. Alarmiert durch diese Umfrage hat MTV eine Aktion mit dem Namen "Io voto" ("ich wähle") gestartet. Prominente Musiker sollen die Jugend zu den Wahlurnen locken - gemessen an den rund 250 Facebook-Sympathisanten eine eher aussichtslose Aktion.

    Hoffnungen an Berlusconi haben die Jugendlichen längst abgeschrieben, wenn sie überhaupt jemals welche an ihn gehabt haben. Der im italienischen Fernsehen omnipräsente "Cavaliere" hat erst jüngst in einem Schlagabtausch mit seinen größten Kritiker, dem italienischen Journalisten Marco Travaglio gezeigt, worum es ihm geht: Um sich selbst. Neun Millionen Zuschauer hatten einen Schlagabtausch zwischen Berlusconi und Travaglio erwartet, am Ende der Sendung aber wurde man das Gefühl nicht los, dass Berlusconi mal wieder seine Show abziehen durfte.

    Berlusconi vor Gericht

    Am heutigen Montag wird der sogenannte Rubygate-Prozess gegen den früheren italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi fortgesetzt. Das Urteil ist allerdings auf die Zeit nach der Parlamentswahl, bei der sich Berlusconi zum sechsten Mal in seiner Karriere zur Wahl stellen will, im Februar verschoben worden. Die letzte Verhandlung wurde auf den 11. März festgesetzt. Am selben Tag soll voraussichtlich das Urteil verkündet werden. Eine Verurteilung könnte Beobachtern zufolge das Ende von Berlusconis politischer Karriere bedeuten.

    Dem 76-Jährigen wird vorgeworfen, im Jahr 2010 mit der damals minderjährigen marokkanischen Tänzerin Karima El Mahrough alias Ruby Sex gehabt zu haben. Beide bestreiten, jemals Sex miteinander gehabt zu haben. Zudem soll der konservative Politiker im Mai 2010 seine Macht als Ministerpräsident missbraucht haben, um Ruby nach ihrer Festnahme durch die Polizei wegen Diebstahls wieder freizubekommen. (Quelle: afp)

    Erasmusstudenten werden diskriminiert

    Und mitten in dieser Situation versagt die Regierung italienischen Studenten, die ein Semester im Ausland verbringen, die Teilnahme an der Wahl. Vor wenigen Tagen entschied der Ministerrat, dass Erasmusstudenten von der Parlamentswahl ausgeschlossen sind. "In dieser kurzen Zeitspanne ist es uns nicht mehr möglich, eine praktikable und umsetzbare Lösung für dieses Problem zu finden", sagte der Ministerrat als Begründung. Wenn die etablierten Parteien den Jugendlichen kaum Beachtung schenken, dann beachten die Jugendlichen auch Aktionen wie jene des nationalen Verbandes der Jugend nicht. Aktuell stellt der Verband über Twitter Fragen an die seiner Meinung nach wichtigsten Kandidaten, zu denen nicht Berlusconi gezählt wird. Mario Monti hat schon geantwortet, "Praktikumsplätze, Ausbildung und Mobilität", daran mangele es am meisten, antwortete er.

    Zum Glück hat kaum jemand die Antworten mitbekommen, denn dass dürfte der Generation Praktikum nicht unbedingt gefallen. Derweil finden sich italienische Studenten mit der Aktion "Voglio restare" ("ich möchte bleiben") zusammen. Sie möchten daran erinnern, dass die junge Generation ein Recht darauf hat, in Italien zu bleiben. Sie müsse nicht flüchten. Rund 2.000 Sympathisanten hat die Bewegung schon auf Facebook gesammelt. Immerhin.

    28.01.2013
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