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Letzte Generalaudienz
Bewegender Abschied von Benedikt XVI.
VideoPapst 19 Uhr
VideoBenedikt XVI. und die Deutschen
InteraktivPapst Benedikt XVI. im Scanner
Zehntausende kamen auf den Petersplatz, um bei der letzten Generalaudienz des Papstes dabei zu sein. Mit bewegenden und sehr persönlichen Worten verabschiedete sich Benedikt XVI. von den Gläubigen. Es war keine Trauer-, sondern eine Jubelfeier, berichtet ZDF-Korrespondent Michael Bewerunge.
Noch einmal große Emotionen mit dem deutschen Papst. Kurz vor seinem Rücktritt wird Benedikt XVI. auf dem Petersplatz von Zehntausenden Gläubigen umjubelt. Der 85-Jährige, der am Donnerstagabend ohne weitere Zeremonie aus dem Amt scheiden will, ließ sich in seinem Papamobil durch die Menge fahren, bevor er die Worte an sie richtete. "Gott wird seine Kirche nicht kentern lassen", gab der sichtlich bewegte Papst den Menschen mit auf den Weg. Zahlreiche Gläubige schwenkten Fahnen oder hielten Spruchbänder mit Aufschriften wie "Danke" in die Luft und jubelten ihm zu. Immer wieder klatschte die Menge begeistert, während der Papst sprach, am Ende gab es minutenlangen Beifall. "Ein bewegender Augenblick", sagte eine Pilgerin aus Bayern, "großartig, dabei zu sein". Der letzte Auftritt des Papstes sei keine Trauer-, sondern eine Jubelfeier gewesen, sagt ZDF-Korrespondent Michael Bewerunge. Und der Papst habe das Bad in der Menge sichtlich genossen.Papst-Bruder: "Es geht ihm gut"
Georg und Joseph Ratzinger
Der Papst und sein Bruder - seit jeher sind Joseph und Georg Ratzinger eng verbunden. Beide sehen sich regelmäßig. Den letzten großen Auftritt von Benedikt XVI. schaute sich der in Regensburg lebende ältere Bruder aber lieber daheim im Fernsehen an.
"Es war sehr berührend", sagte der 89-jährige Georg Ratzinger anschließend der Nachrichtenagentur dpa. "Es herrschte eine wehmütige Stimmung." Und der Prälat fügte mit Blick auf die angeschlagene Gesundheit von Benedikt XVI. hinzu: "Es geht ihm gut."
Auch am Abend des 19. April 2005 hatte Georg Ratzinger gebannt vor dem Fernseher gesessen, als der neue Papst verkündet wurde: Joseph Ratzinger. Der damals 81-Jährige Georg Ratzinger sei kreidebleich geworden, "Er ist vor dem Fernseher versunken und sagte kein Wort", berichtete seine Haushälterin Agnes Heindl damals. Dass ausgerechnet sein Bruder Papst werden und damit jedes Privatleben verlieren sollte, hatte ihn schockiert.
Dieses Mal saß der weißhaarige Mann wesentlich entspannter vor dem Fernseher - wenn auch etwas gerührt. Seinem Bruder war "die innere Anteilnahme anzusehen", sagte Georg Ratzinger, aber er sei "relativ gut disponiert" gewesen.
Nach Deutschland würde "der Joseph" nicht mehr kommen, da ist sich der langjährige Leiter der Regensburger Domspatzen sicher. So wird der ältere Bruder den jüngeren auch weiterhin besuchen, bald in dessen neuem Domizil, einem umgebauten Kloster im Vatikan. Und Georg Ratzinger weiß: "Ich bekomme ein eigenes Zimmer."
von Paul Winterer, dpa
Die Zeremonie folgte weitgehend dem klassischen Ablauf einer Generalaudienz: eine Schriftlesung, dann eine längere Ansprache auf Italienisch, an die sich Zusammenfassungen auf Französisch, Englisch, Deutsch und Spanisch anschlossen, sowie Grußworte in einem halben Dutzend weiterer Sprachen, einschließlich Arabisch.Eine Ära geht zu EndeDaran schloss sich der Segen des Papstes für die Gläubigen auf dem Petersplatz an. Zum letzten Mal rief Benedikt XVI. die Fürsprache der Apostel und den Segen Gottes auf die Menschen herab. Mit langem Applaus dankten die Gläubigen dem Papst. "Betet für die Kardinäle, betet für den neuen Nachfolger des Apostels Petrus!", rief er den Menschen zu. Dann bestieg Benedikt XVI. das offene Papamobil. Eskortiert von Schweizergarde und vatikanischer Gendarmerie fuhr er über den Petersplatz - und verschwand zum letzten Mal durch das Glockentor im Inneren des Vatikan. Eine Ära geht zu Ende.
Die katholische Kirche weltweit
1,18 Milliarden Katholiken
Knapp 2,3 Milliarden Christen leben auf der Welt. Die römisch-katholische Kirche bildet mit 1,18 Milliarden Angehörigen hinter den Muslimen (1,56 Milliarden) die zweitgrößte Religionsgemeinschaft. Laut Vatikan ist von 2009 bis 2010 der Anteil der Katholiken in Europa und Südamerika gesunken, während er in Afrika und Südostasien stieg.
Lateinamerika
Mit 488 Millionen Gläubigen leben über 40 Prozent der Katholiken in Mittel- und Südamerika. Auf dem Kontinent ist keine andere Religionsgemeinschaft nur annähernd so bedeutend wie die katholische Kirche.
Europa
Rund 588 Millionen Christen leben in Europa (inklusive Russland). Der katholischen Kirche gehören 278 Millionen Menschen an - das sind knapp ein Viertel der weltweiten Katholiken. Mit reichlich 200 Millionen Gläubigen stellt die orthodoxe Kirche die zweitgrößte christliche Gruppe in Europa. Etwa 69 Millionen Menschen sind protestantische, 26 Millionen anglikanische Christen. Rund 100 Millionen Menschen werden keiner Religion zugeordnet.
Afrika
Christen bilden mit knapp 500 Millionen Anhängern vor den Muslimen die größte Glaubensgemeinschaft auf dem Kontinent. Die meisten davon - 183 Millionen - gehören der römisch-katholischen Kirche an. Sie stellen über 15 Prozent der Weltgemeinde.
Asien
Hinter Muslimen, Hindus, Anhängern von Volks- und ethnischen Religionen sowie Buddhisten stellen die Katholiken mit 140 Millionen Mitgliedern nur einen kleinen Teil unter den asiatischen Gläubigen. Rund jeder neunte Katholik kommt somit aus Asien.
Nordamerika und Ozeanien
Knapp ein Drittel der 275 Millionen nordamerikanischen Christen sind Katholiken (87 Millionen). Rund neun Millionen Katholiken leben in Ozeanien. Somit leben auf beiden Kontinenten etwa acht Prozent der weltweiten Katholiken.



