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20.05.2013

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merkzettel

US-Staat Connecticut

Blutbad an US-Grundschule - 27 Tote

  • Video 27 Tote bei Schießerei an US-Grundschule
  • Video "Hintergründe noch unklar"
  • Video Debatte über Waffengesetz in den USA
  • Video27 Tote bei Schießerei an US-Grundschule
    (14.12.2012)
    Video"Hintergründe noch unklar"

    ZDF-Korrespondent Prömpers über die Schießerei an einer US-Schule mit 27 Toten: Die Hintergründe seien noch unklar. Einiges deute auf ein Familiendrama hin - der Täter erschoss auch seine Mutter.

    (14.12.2012)
    VideoDebatte über Waffengesetz in den USA

    Das Attentat in Connecticut lässt den Diskurs über ein schärferes Waffenrecht neu aufflammen. Große Hoffnungen für eine Änderung gibt es aufgrund der Erfahrungen in der Vergangenheit allerdings nicht.

    (14.12.2012)

    Kurz vor Weihnachten erschüttert ein Amoklauf die USA. Ein Mann schießt an einer Grundschule in Newtown, Connecticut, wild um sich - 20 Kinder und sechs Mitarbeiter der Schule sterben. Der Schütze wird ebenfalls tot aufgefunden. US-Präsident Obama kämpft in einer Ansprache mit den Tränen. 

    Kinder weinen, Eltern drängeln sich panisch durch Absperrungen, Polizisten brüllen Befehle, und zwischendurch schrillen immer wieder die Sirenen der Krankenwagen.
    Die ersten Berichte und TV-Bilder, die am Freitagmittag (Ortszeit) von einer Grundschule im beschaulichen Städtchen Newtown im US-Bundesstaat Connecticut eintreffen, sind bestürzend.

    Erfahrenen Nachrichtenmoderatoren schießen Tränen in die Augen. Auch der sichtlich erschütterte US-Präsident Barack Obama ringt in einer Ansprache kurz nach dem Blutbad mit 27 Toten um Fassung. Es ist eines der grausamsten Verbrechen in der Geschichte der USA, das zehn Tage vor Weihnachten das Land bis ins Mark erschüttert.

    Mutter des Täters offenbar unter Toten

    Ein Mann hatte in der Sandy-Hook-Grundschule wild um sich geschossen. Auf einer Pressekonferenz bestätigt die Polizei, dass 27 Menschen starben - 20 Kinder, sechs Mitarbeiter der Schule und der Todesschütze selbst. Unklar blieb, ob er sich selbst umbrachte oder ob ihn Polizisten töteten. Medienberichten zufolge ist unter den Toten auch die Mutter des Amokläufers. Sie soll Lehrerin an der Schule gewesen sein.

    Nach Informationen von ZDF-Korrespondent Klaus Prömpers erschoss der 24-jährige Mann seinen Vater, bevor er in die Schule fuhr. Sein jüngerer Bruder sei in einem Wald festgenommen worden. Der US-Sender CNN berichtete, ein Bruder des Schützen sei in seinem Haus im US-Staat New Jersey tot aufgefunden worden. Die Polizei äußerte sich zunächst nicht zu möglichen Hintergründen der Tat.

    Drei gingen in den Flur, nur einer kam zurück

    Unterdessen entsteht langsam ein Bild davon, welche schrecklichen Szenen sich in der Schule abgespielt haben müssen. Eine CNN-Reporterin berichtete, sie habe mit der Mutter einer Zweitklässlerin gesprochen, die während der Schießerei in der Schule war. "Sie war in einem Raum mit sechs anderen, darunter die Direktorin, der Vizedirektor und ein Schulpsychologe. Dann hörten sie Schüsse im Flur. Drei Menschen gingen auf den Flur hinaus - und zurück kam nur der Vizedirektor, kriechend, weil er in den Fuß geschossen worden war."

    Mindestens 100 Schüsse seien abgegeben worden. Als die Kinder später auf den Flur gingen, hätten dort die Direktorin und der Schulpsychologe tot in Blutlachen gelegen. Die Direktorin sei relativ neu im Amt und ein "wunderbarer Mensch" gewesen, sagte die entsetzte Mutter einer Drittklässlerin. "Das kann doch alles nicht wahr sein."

    "Wir hörten die Schüsse"

    Der erste Notruf ging gegen 9.30 (Ortszeit) bei der Polizei ein. Dutzende Beamte durchsuchten die Schule und brachten die Kinder in ein nahe gelegenes Feuerwehrhaus in Sicherheit. Telefonisch wurden die Eltern alarmiert. Alle Schulen im Bezirk wurden sofort geschlossen. Bereits wenige Stunden nach der Tat waren Psychologen vor Ort, die sich um Angehörige und Helfer kümmerten.

    "Wir haben die Polizisten gesehen und ganz viele Leute", erzählte die Drittklässlerin Alexis. "Wir hatten Angst und wollten nur, dass unsere Eltern uns ganz schnell abholen. Einige haben sogar ganz dolle Bauchschmerzen bekommen", sagt das kleine Mädchen mit Zahnlücke und einem Haarreif in den braunen schulterlangen Haaren. "Wir waren in der Sporthalle und hörten die Schüsse. Dann sollten wir uns alle an die Wand setzen", erzählt ein Junge mit stockender Stimme. "Wir sind dann alle zu dem Feuerwehrhaus gerannt."

    Die Szene ist chaotisch und unübersichtlich. Ein Polizeisprecher will sich bei einer hastig einberufenen Pressekonferenz gar nicht zu der Zahl der Opfer äußern und spricht nur von "zahlreichen Toten, darunter Schüler und Mitarbeiter". Auch über den Amokläufer ist zunächst wenig bekannt: Er soll zwischen 20 und 30 Jahre alt sein und ganz in schwarz gekleidet, mit einer kugelsicheren Weste und bis zu vier Waffen in die Grundschule gestürmt sein. Seine Leiche wurde in einem Klassenraum gefunden.

    Grundschule im beschaulichen Newtown

    Die Grundschule "Sandy Hook" mit etwa 600 Schülern liegt mitten in einer bewaldeten Gegend im beschaulichen 27.000-Einwohner Städtchen Newtown in Connecticut. Sie soll gerade erst in diesem Jahr ein neues Sicherheitssystem eingeführt haben. "Ich kann das alles gar nicht begreifen", sagt eine Mutter, die vor einer Polizeiabsperrung steht. "Newtown ist doch so ein nettes, kleines Städtchen - das kann doch hier nicht passieren."

    Newtown ist fast 300 Jahre alt und gilt als äußerst pittoresk mit Antiquitätenläden und gepflegten Häusern. Die Strände des Atlantik und beliebte Urlaubsregionen wie Cape Cod oder Long Island sind nicht weit. Viele Bewohner pendeln entweder in die rund 120 Kilometer entfernt gelegene Millionenmetropole New York oder in die rund 40
    Kilometer entfernte Stadt New Haven, wo unter anderem die Elite-Universität Yale Tausende Menschen beschäftigt.

    14.12.2012, Quelle: dapd, dpa
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