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Sexismus-Debatte
Brüderle will zu Vorwürfen schweigen
BildRainer Brüderle
VideoNiebel: "Eine ziemliche Unverschämtheit"
VideoWie sexistisch ist das politische Berlin?
VideoKommentar zu Sexismusvorwürfen
Die Vorwürfe gegen FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle haben in Deutschland eine Debatte über Sexismus ausgelöst. Mit Spannung wurde erwartet, ob und wann sich Brüderle selbst äußert. Jetzt legt er sich fest: Diese Diskussion wird ohne ihn auskommen müssen. Keine Entschuldigung, kein Schuldeingeständnis, keine Gegenangriffe.
"Es ist Rainer Brüderles Entscheidung", sagt Generalsekretär Patrick Döring über den designierten Spitzenmann seiner FDP, "keine Stellungnahme zu dem Vorgang abzugeben, und wir unterstützen ihn in seiner Entscheidung". Brüderle habe in der Sitzung deutlich gemacht, dass er die Berichterstattung nicht kommentieren werde. Die Mitglieder hätten ihm dafür Respekt bekundet. Auch Parteichef Philipp Rösler werde sich nicht dazu äußern, weil die FDP-Spitze die Debatte nicht beleben wolle.Unterstützung für BrüderleDie "Stern"-Journalistin Laura Himmelreich hatte Brüderle kurz nach dessen Kür zum Spitzenkandidaten für den Bundestagswahlkampf in einem Artikel vorgeworfen, vor gut einem Jahr an einer Hotelbar zudringlich geworden zu sein. Döring sagte nun, nur weil mit der Reporterin eine Seite (der Beteiligten) ihre Befindlichkeit zum Ausdruck gebracht habe, müsse Brüderle dies nicht auch tun. Weitere Ratschläge an Brüderle von Kollegen oder Medien seien fehl am Platz. Zugleich betonte Döring, Brüderle habe als Spitzenmann im Wahlkampf die volle Unterstützung der Parteiführung.
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Sind Frauen Macho-Opfer?
log in sendet am Montag eine Sondersendung zum Thema Sexismus - um 22.25 Uhr auf ZDFinfo und auf heute.de im Livestream.
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"Stern"-Chefredakteur Thomas Osterkorn verteidigte indes den umstrittenen Artikel, der die Debatte ins Rollen brachte: Die angeblichen anzüglichen Äußerungen zu einer Mitarbeiterin des Magazins seien kein Einzelfall gewesen. Die Autorin Laura Himmelreich habe den FDP-Politiker ein Jahr lang immer wieder begleitet und dabei die Erfahrung gemacht, dass Brüderle fast bei jeder Begegnung ähnliche Bemerkungen gemacht habe, sagte "Stern"-Chefredakteur Thomas Osterkorn in der ARD. "Sie hat ein Bild eines Mannes gezeichnet, der ein Problem im Umgang mit Frauen hat, mindestens verbal.""Stern"-Chef: Richtiger AnlassOsterkorn verteidigte die Veröffentlichung des Artikels just zu dem Zeitpunkt, als Brüderle zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl gekürt wurde, obwohl die darin beschriebenen Vorgänge schon gut ein Jahr zurücklagen: "Das, finde ich, ist ein richtiger Anlass, so einen Artikel, das Substrat aus einer einjährigen Begleitung, dann zu veröffentlichen."
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Führende FDP-Politiker stellten sich dagegen hinter ihren Fraktionsvorsitzenden. Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel kritisierte in der ZDF-Sendung Berlin direkt: "Ich halte es für eine ziemliche Unverschämtheit von der Dame vom 'Stern', die nach einem Jahr, nachdem sie sich belästigt gefühlt hat, dann, wenn jemand eine neue politische Funktion übernimmt, dieses Ereignis verarbeitet", sagte er . "Das hat nichts mit gutem Journalismus zu tun." Ein Jahr zu warten und dann zu skandalisieren, spreche für sich. Thüringens FDP-Generalsekretär Patrick Kurth sagte der "Mitteldeutschen Zeitung", die Brüderle zugeschriebenen Zitate seien nicht sexistisch. "Deswegen wird die Schmierenkomödie nicht weiter verfangen."Brüderle hatte am Sonntag in Düsseldorf bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe eisern geschwiegen. Nach einer Umfrage in der "Bild am Sonntag" halten allerdings 90 Prozent der Bürger eine Entschuldigung für angemessen, sollten sich die Vorwürfe als wahr herausstellen.
28.01.2013



