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Zukunft von FDP-Chef Rösler
Brüderles vergifteter Treueschwur
VideoMuss Rösler die Führung abgeben?
VideoFDP: Schlüsselrolle in Niedersachsen?
VideoDer Druck auf FDP-Chef Rösler wächst
Rainer Brüderle schwört Philipp Rösler die Treue - und spricht sich trotzdem für vorgezogene Neuwahlen des FDP-Chefs aus. Passt nicht? Kommt auf die Sichtweise an. Die Wahl in Niedersachen wird wohl nicht zum Scherbengericht über den FDP-Chef - sein Schicksal ist längst entschieden.
So langsam verdichtet sich, was die Auguren der Meinungsforschung seit einer Woche prophezeien: Die FDP wird am nächsten Sonntag in Niedersachsen wohl doch über die Fünf-Prozent-Hürde springen. Knapp vielleicht, damit aber wäre die monatelange Agonie der schwindsüchtigen Liberalen erstmal gestoppt. Ein ermutigendes Signal für die Koalition in Berlin, die FDP aber hätte ein Problem: Wie weiter mit Rösler?Die Nerven liegen blankGroß ist die Sorge, dass der ungeliebte Vorsitzende auch ein halbwegs manierliches Wahlergebnis im eigenen Lande als persönlichen Triumph deuten und Parteichef bleiben will. Selbst wenn in Hannover die Fortsetzung des schwarz-gelben Bündnisses gelingt: mit Blick auf die Bundestagswahl im September liegen im Lager der Liberalen die Nerven blank und die FDP traut ihrem Vorsitzenden nicht mehr zu, in Berlin einen überzeugenden Neustart zu schaffen - zu sehr klebt an Rösler das Image des Verlierers.Vor diesem Hintergrund ist ein Interview zu sehen, dass der mächtige Fraktionschef Rainer Brüderle zwei Tage vor der Wahl dem ARD-Morgenmagazin gegeben hat: Brüderle schlägt vor, den für Mai geplanten Parteitag auf Ende Februar, Anfang März vorzuziehen: Jenen Parteitag, bei dem Rösler eigentlich als Parteichef wiedergewählt werden sollte, um dann als strahlender Spitzenkandidat in die heiße Phase des Bundestagswahlkampfes zu ziehen.Szenen liberaler SelbstzerfleischungDass es tatsächlich so kommt, glaubt keiner mehr. Zu erwarten sind stattdessen quälende Debatten, im schlimmsten Fall Szenen liberaler Selbstzerfleischung – der monatelange Streit um den Eurorettungsschirm und die düster-drohende Warnungen beim Dreikönigstreffen vor zwei Wochen rufen beklemmende Erinnerungen wach. Am Ende stünde dann ein beschädigter Vorsitzender - wiedergewählt zwar, doch mit blamablem Ergebnis. Ein Horrorszenario für FDP-Strategen.Brüderles Interview sendet deshalb eine klare Botschaft an Rösler: Er soll zwar nicht zurücktreten - keine Paukenschläge bitte. Aber er möge doch auf eine Wiederwahl verzichten, sich auf sein Ministeramt konzentrieren, den Parteivorsitz geordnet abgeben. Christian Lindner, Chef des mächtigen Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, strahlender Wahlgewinner an Rhein und Ruhr und seitdem unanfechtbarer Kronprinz der FDP, schickt eine Warnung hinterher: Die Meinungsbildung in seinem Landesverband sei noch nicht abgeschlossen. Ein Wink mit dem Laternenpfahl; übersetzt bedeutet das: Der große Delegiertenblock aus NRW, ohne den auf FDP-Parteitagen nichts geht, könnte Rösler im Zweifel die Gefolgschaft verweigern.


