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Schleswig-Holstein

CDU-Landeschef de Jager tritt zurück

  • Bild Auf dem Weg aus dem Amt: Jost de Jager
  • Video Kiel: "Hartes Jahr für Jost de Jager"
  • BildAuf dem Weg aus dem Amt: Jost de Jager
    (Quelle: dpa)
    VideoKiel: "Hartes Jahr für Jost de Jager"

    Der schleswig-holsteinische CDU-Landesvorsitzende Jost de Jager will zurücktreten. "Es war für ihn ein schwieriges Jahr. Der Rückhalt in der Landespartei ist nicht da", so ZDF-Korrespondent Hermann Bernd.

    (08.01.2013)

    Frohes neues Jahr? Nicht bei der schleswig-holsteinischen CDU. Landeschef Jost de Jager gibt sein Amt nach gut einem Vierteljahr aus politischen und persönlichen Motiven auf. Er will sich völlig aus der Politik zurückziehen. Der Nachfolger soll am 16. März gewählt werden. 

    Nach nur etwas mehr als einem Vierteljahr im Amt gibt der schleswig-holsteinische CDU-Landeschef Jost de Jager sein Amt aus politischen und persönlichen Motiven auf. Das sagte der 47-Jährige auf einer Pressekonferenz in Kiel. Er werde seinen Rücktritt am 10. Januar vollziehen. Er ziehe damit die Konsequenz aus mangelndem Rückhalt in seiner Partei, sagte er weiter. "Ein wirklich starkes Signal des Rückhalts und der Geschlossenheit ist ausgeblieben." Allerdings gehe er "ohne Groll". Der überraschende Schritt bringt seine Partei vor der Kommunalwahl in eine schwierige Lage. De Jager will sich völlig aus der Politik zurückziehen. Wer Nachfolger des erst seit Herbst 2011 amtierenden de Jager wird, ist noch nicht absehbar. Er soll am 16. März gewählt werden.

    Die Ideen zirkulieren seit Sommer

    Der 47-Jährige vollzieht einen Schritt, über den er bereits im Sommer nachgedacht hatte. Erst Ende November wurde der Ex-Wirtschaftsminister als CDU-Landesvorsitzender wiedergewählt - mit kaum 80 Prozent. Nun steckt die CDU wieder in einer veritablen Führungskrise.

    Mit de Jagers Rückzug beginnt für die Nord-CDU das neue Jahr so schlecht, wie das alte für sie gelaufen war. Bei der Landtagswahl im Mai flog die Partei nach sieben Jahren aus der Regierung. De Jager persönlich kam als CDU-Spitzenkandidat nicht in den Landtag, weil er kein Direktkandidat für das Landesparlament war und die Landesliste seiner Partei, deren Nummer eins er war, nicht zum Zuge kam.

    Die Diskussionen verstummen nicht

    Dann entschloss sich de Jager zu einer Bundestagskandidatur, um nicht ohne jedes Parlamentsmandat und Regierungsamt zu bleiben. Er schaffte es nur mit Ach und Krach, zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl gewählt zu werden. De Jager setzte sich im Wahlkreis Flensburg-Schleswig in einer Kampfabstimmung nur äußerst knapp gegen eine unbekannte Kommunalpolitikerin durch. Dann, Ende November, die Wiederwahl mit knapp 80 Prozent - zu wenig, um alle Diskussionen um seine Führung zu beenden.

    Landesvorsitzender und Spitzenkandidat wurde de Jager 2011 ohnehin nur, weil Christian von Boetticher als Konsequenz aus einer Beziehung zu einer Minderjährigen seine Ämter aufgeben musste. Nun steht die Nord-CDU vor einem weiteren Neuanfang an der Spitze.

    Die Hoffnungsträger sitzen im Bundestag

    In Kiel ist Johannes Callsen als Vorsitzender der Landtagsfraktion die Nummer eins. Viel personelle Macht ballt sich aber woanders: In der Bundestagsfraktion sitzen mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Innenministerium, Ole Schröder, dem Chef der CDU-Kommunalpolitiker im Norden, Ingbert Liebing, sowie dem früheren Landes- und
    Fraktionsvorsitzenden Johann Wadephul einflussreiche Christdemokraten aus dem Land. Seit vielen Jahren eine wichtige Rolle in der Landespartei spielt der Europaabgeordnete Reimer Böge. Und beim Landesparteitag Ende November sorgte besonders einer für Furore, der bei der Landtagswahl auch nicht in das Kieler Parlament kam: Ex-Landtagspräsident Torsten Geerdts.

    08.01.2013, Quelle: dpa
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