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Bomben auf Syrien?

Damaskus: Israel fliegt Luftangriffe

  • Bild Fliegt Israel Angriffe auf Syrien?
  • Video Syrien: Ein Land im Zerfall
  • Video Reise durch ein zerstörtes Land
  • Video Assad fordert Mobilmachung
  • BildFliegt Israel Angriffe auf Syrien?
    Israelisches Kampfflugzeug f-16a / Quelle: AP
    (Quelle: AP)
    VideoSyrien: Ein Land im Zerfall
    (04.01.2013)
    VideoReise durch ein zerstörtes Land

    Schon über ein Jahr dauert der Konflikt in Syrien. 700.000 Flüchtlinge sind im Ausland, noch viel mehr in Syrien auf der Flucht. Im Land gibt es weiterhin Demonstrationen und dubiosen Waffenhandel.

    (11.01.2013)
    VideoAssad fordert Mobilmachung
    (06.01.2013)

    Israelische Kampfjets sollen ein militärisches Forschungszentrum nahe Damaskus angegriffen haben - das zumindest vermeldet das syrische Staatsfernsehen. Zuvor soll es bereits einen Angriff auf einen Waffenkonvoi gegeben haben. 

    Syriens Regime beschuldigt die israelische Luftwaffe, Ziele nahe der Hauptstadt Damaskus bombardiert zu haben. Die Kampfjets hätten am Mittwoch ein Forschungszentrum für militärische Zwecke attackiert, hieß es in einer von syrischen Staatsmedien verbreiteten Erklärung.

    Links
    Brahimi: Syrien zerfällt
    Kreml geht auf Distanz
    Der Krieg der Handy-Videos
    Eine Reise durch Syrien
    Assads Rede
    Zwei Menschen seien getötet und fünf weitere verletzt worden, teilte die Militärführung weiter mit. Das Gebäude sei zerstört worden. In der Erklärung hieß es, Dschamraja sei eines von zahlreichen Forschungszentren im Land, das "der Stärkung des Widerstandes und der Selbstverteidigung" diene. Die israelischen Flugzeuge seien in einer Höhe in den syrischen Luftraum eingedrungen, in der sie die syrischen Radarsysteme nicht hätten  erfassen können. Die Provinz Damaskus hat eine lange gemeinsame Grenze mit dem Libanon. Ein israelischer Militärsprecher sagte, derartige Berichte würden nicht kommentiert.

    Spekulationen über Angriff auf Waffenkonvoi
    Zuvor hatte es bereits Spekulationen gegeben, Israels Luftwaffe habe einen Waffenkonvoi auf syrischem Territorium an der Grenze zum Libanon angegriffen. Dabei solle es sich möglicherweise um Waffenlieferungen an die Hisbollah gehandelt haben. Aus dem Libanon wurde dies dementiert. "Die Meldungen über einen israelischen Angriff an der syrisch-libanesischen Grenze entbehren jeder Grundlage", meldete die staatliche Nachrichtenagentur NNA .

    Die Opfer des Syrien-Konflikts

    Mehr als 700.000 Syrer haben in den Nachbarländern Zuflucht gesucht. Die Staaten sind oft an der Grenze der Belastbarkeit. In Syrien selbst sind über vier Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Etwa 60.000 Syrer kamen in dem fast zwei Jahre dauernden Bürgerkrieg ums Leben. Laut UNO wurden durch den Konflikt etwa die Hälfte aller Krankenhäuser und ein Viertel der Schulen zerstört.

    Allerdings teilten die libanesischen Streitkräfte mit, israelische Flugzeuge seien in der Nacht auf Mittwoch in den südlibanesischen Luftraum eingedrungen. In israelischen Sicherheitskreisen hieß es, die Luftwaffe habe der Waffentransport in der Nacht zum Mittwoch auf dem Weg in den Libanon auf syrischem  Gebiet angegriffen. Nach Angaben der libanesischen Armee sollen allein am Dienstag 16 israelische Kampfjets den ganzen Tag über das  libanesische Staatsgebiet überflogen haben. Die UN-Truppen im Libanon versicherten, sie hätten keine Informationen über einen möglichen Angriff.

     Israelische Sicherheitskreise hatten zuvor einen Angriff der  Luftwaffe nahe der syrisch-libanesischen Grenze bestätigt. Ziel war  ihren Angaben zufolge ein Waffentransport. Demnach wurde der Konvoi  in der Nacht zum Mittwoch auf dem Weg in den Libanon auf syrischem  Gebiet angegriffen. Nach Angaben der libanesischen Armee hatten  allein am Dienstag 16 israelische Kampfjets den ganzen Tag über das  libanesische Staatsgebiet überflogen.

    Israel treibt die Sorge um, dass Chemiewaffen und hochmoderne Waffensysteme aus dem umkämpften Syrien in die Hand der schiitischen Hisbollah-Milizen im Südlibanon fallen könnten. Der israelische Minister für Regionale Entwicklung, Silvan Schalom, hatte erst am Sonntag betont, Israel werde Maßnahmen ergreifen, um das zu verhindern.

    Syrien

    Strategische Lage

    Syrien spielt bei den Konflikten des Nahen und Mittleren Ostens eine zentrale Rolle. Seine politische Bedeutung ergibt sich neben seiner militärischen Stärke aus seiner geografischen Lage zwischen der Türkei, dem Irak, Jordanien, Israel und dem Libanon.

    Seit März 2011 - im Zuge des arabischen Frühlings - wird Syrien von Protesten gegen das diktatorische Regime von Präsident Baschar al-Assad erschüttert. Weder Waffenembargos noch Bemühungen der Arabischen Liga verhinderten eine Eskalation der Unruhen zu einem Bürgerkrieg. Dessen Ausgang könnte nach Meinung von Experten auch Nachbarländer mit ähnlichen religiösen oder ethnischen Konflikten destabilisieren, zum Beispiel den Irak oder den Libanon.

    Geographische Lage

    Syrien ist mit 185.000 Quadratkilometern rund halb so groß wie Deutschland. Das Land am Mittelmeer ist von Höhenzügen, dem fruchtbaren Euphrat-Tal und Sandwüsten geprägt. Die an Israel grenzenden Golanhöhen sind von Israel besetzt und besiedelt. Mehr als die Hälfte der 22 Millionen Syrer lebt in Städten, vor allem in Aleppo, Damaskus, Homs und Latakia.


    Volks- und Religionsgruppen decken sich nur zum Teil. Fast 90 Prozent der Syrer sind Araber. Dazu kommen sechs Prozent Kurden, zwei Prozent Armenier und andere. Knapp 90 Prozent der Bürger sind Muslime, mehr als zwei Drittel von ihnen Sunniten. 13 Prozent sind Schiiten, Alawiten oder Ismaeliten. Rund zehn Prozent sind Christen.

    Politische Lage

    Die Familie Assad, die das Land seit rund 40 Jahren beherrscht, gehört zur religiösen Minderheit der Alawiten, aus deren Reihen sich die regimetreuen Schabiha-Milizen rekrutieren. Die Regierung konnte bisher auf die Loyalität der Christen und anderer Minderheiten zählen, die eine Machtübernahme sunnitischer Islamisten fürchten.

    Syrien gilt als Polizeistaat, in dem alle Bereiche des öffentlichen Lebens umfassend staatlich kontrolliert werden. Wegen des von 1963 bis vor wenigen Tagen geltenden Ausnahmezustandes sind viele Verfassungs- und Bürgerrechte außer Kraft. Medien sind staatlich kontrolliert, die Staatssicherheit lässt keine Meinungsfreiheit zu.

    Wirtschaftliche Lage

    Die syrische Wirtschaft basiert vor allem auf der Ausbeutung der Erdöl- und Gasvorräte, der Landwirtschaft (Baumwolle, Obst und Gemüse) und der Textilherstellung.

    Die Bevölkerung ist relativ gut gebildet; viele Syrer sprechen neben der Landessprache Arabisch auch Französisch oder Englisch. Einzelne Volksgruppen sprechen auch Aramäisch, Armenisch oder andere Sprachen. Seit Beginn der Revolten versiegt der Zustrom ausländischen Kapitals und die Wirtschaft leidet. Das verschärft Probleme wie die hohe Jugendarbeitslosigkeit.

    30.01.2013, Quelle: dpa, reuters, afp
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