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19.05.2013

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merkzettel

Nach Lebensmittelskandalen

Dann doch lieber aus dem eigenen Garten

  • Bild Kleingarten
  • Video Urban Gardening - Gärtnern in der Stadt
  • Video Reportage: Die neue Lust am Gärtnern
  • Video Eier-Skandal
  • BildFrau gießt Pflanzen im Kleingarten
    Frau im Kleingarten
    VideoUrban Gardening - Gärtnern in der Stadt

    Stadtmenschen fehlt oft die Anbindung zur Natur. Was liegt da näher, als die Natur in die Stadt zu holen? Also pflanzen, pflegen und ernten sie, egal wie groß die Fläche ist - Urban Gardening, eben!

    (07.06.2012)
    VideoReportage: Die neue Lust am Gärtnern

    Grün ist Trend, Landlust hat Hochkonjunktur! Die ZDF.reportage ist zu Gast in Kleingärten, besucht die Anhänger von "Ackerland-Boheme" und "Gardening Guerilla".

    (23.09.2012 Quelle: ZDF)
    VideoEier-Skandal

    Versprochen waren glückliche Hühner. In Wirklichkeit waren sie zusammengepfercht. Kassiert wurde für Bio- oder Freilandeier. Geliefert wurde Batterieware. Ein Lebensmittelskandal.

    (25.02.2013)

     von Christian Thomann-Busse

    Rosenkohl statt Rosen: Die Liebe zum eigenen Garten geht immer öfter durch den Magen. Ob aus Frust über ständig wechselnde Lebensmittelskandale, als Vorsorge für eine wie auch immer geartete Wirtschaftskrise oder einfach, weil es Spaß macht: Man ackert wieder auf der eigenen Parzelle, und ist sie auch noch so klein. 

    "Das Interesse am eigenen Nutzgarten ist in der jüngeren Vergangenheit deutlich spürbar angestiegen", sagt Sybille Fertsch von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG). Besonders erwähnenswert: die Nachfrage von Müttern, die sich auf die Suche nach Möglichkeiten zur Beschaffung von gesundem Obst und Gemüse für ihre Kinder machten: "Da zeigen die verschiedenen Lebensmittelskandale der Vergangenheit Wirkung."

    90 Kilo Gemüse auf 40 Quadratmetern

    Viele merken, so Fertsch, aber auch, dass es "ungemein befriedigend ist, selbst etwas zu ziehen und zu ernten. Das hat etwas Archaisches". Mit dem Salat im Garten kriechen aber auch schon die ersten Problemchen heran: Schnecken zum Beispiel. Ein Fall für das viel gefragte Infotelefon und die Gartenakademie der LWG. "Wer keinen Garten hat oder auf dem Balkon erste Erfahrungen sammeln möchte, kann das gut mit Kräutern und zum Beispiel auch Pflücksalat tun", sagt LWG-Beraterin Marianne Scheu-Helgert. Freilich reicht das nicht ansatzweise für den Tagesbedarf.

    Christian Thomann-Busse schreibt für heute.de über Gesellschaftsthemen.

    Rund 90 Kilo Gemüse essen die Deutschen im Schnitt pro Kopf und Jahr. Um diesen Bedarf übers Jahr ziemlich gut zu decken, reichen – man glaubt es kaum – schon gut 40 Quadratmeter Anbaufläche aus. "Wer seine vierköpfige Familie auf diese Weise mit Gemüse versorgen möchte, hat bei der benötigten Gesamtfläche von 160 bis 200 Quadratmetern natürlich schon eine ganze Menge Arbeit, wenn er das alleine tut", sagt Scholl-Helgert. Einfacher sei es da, wenn gleich die ganze Familie mit anfasse.

    Erdbeeren? Nur zur Erdbeerzeit!

    Es gemeinsam anzupacken, das machen viele in unterschiedlichen Initiativen, die sich in ganz Deutschland finden – zum Beispiel beim Dortmunder Förderverein Permakultur. Selbstversorgung spielt hier als ein wichtiger Aspekt mit hinein, ebenso aber auch der naturnahe Anbau, bei dem es ruhig etwas wilder auf dem Beet aussehen darf. "Wir arbeiten nicht wie der klassische Kleingärtner, lassen auch Unkräuter wachsen und kümmern uns um Obst- und Gemüsesorten, die gut schmecken und widerstandsfähig sind", sagt Freddy Fricke, seit 20 Jahren mit dabei.

    Dabei geht es auch darum Pflanzen anzubauen, die keine auf Ernteerfolg optimierten Hybride der Zuchtindustrie sind, sondern die so ursprünglich wie möglich sind, man auch selbst wieder verwerten kann. Ursprünglich halten es auch viele der Mitstreiter: "Für mich heißt das, dass ich versuche, saisonal so aus dem Garten von dem zu leben, was gerade zu ernten ist. Tomaten und Erdbeeren gibt es eben nur zu bestimmten Zeiten. Ich bin da sehr rigide", sagt Fricke.

    Ein Fleckchen Erde vom Bauern mieten

    Tipps im Netz

    Wer sich in Sachen eigener Anbau informieren möchte, kann dies unter anderem bei der Bayerischen  Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau tun. Und was übers Jahr im Gemüsegarten alles geschieht, steht im  Blog.

    Gärtnern ohne Gemüsegarten – das ist für Stadtmenschen natürlich eine Herausforderung. Außer natürlich, man bekommt die Gelegenheit, ein Stück Land zu nutzen. Möglich machen das Unternehmer wie Natalie Kirchbaumer und Wanda Ganders. Die beiden Rheinländerinnen gründeten vor vier Jahren meine-ernte.de. Das einfache Prinzip: Wer selber Gemüse anbauen möchte, aber kein Land zur Verfügung hat, kann sich dort einfach ein Fleckchen Erde mieten. Der kleine Gemüsegarten mit 45 Quadratmetern für ein bis zwei Personen kostet 179 Euro je Saison – die 85 Quadratmeter-Variante für drei bis vier Personen 329 Euro. Die Flächen sind in Bioqualität von den beteiligten Landwirten beackert und mit 20 Gemüsesorten vorbepflanzt und startbereit.

    Das Konzept kommt bestens an. 2010 startete "meine ernte" an sechs Standorten, mittlerweile gibt es 22 Standorte über ganz Deutschland verteilt. "In diesem Jahr peilen wir 2.000 Gärtner an", sagt Natalie Kirchbaumer. Ganz unterschiedliche Menschen seien das, die einfach Spaß an der Sache hätten – "von Studenten, die das cool finden, über Mütter, die Kindern zeigen möchten, woher die Pommes kommen, bis zu älteren Menschen, die früher mal einen großen Garten hatten, oder dem Manager, der einfach entspannen möchte" beim Buddeln auf der gemieteten Parzelle.

    Zur Geranie noch ein Tomatenpflänzchen

    Frisch geerntetes Gemüse, direkt vom Beet in die eigene Küche: "Kein Vergleich, so knackig und frisch", schwärmt LWG-Gartenberaterin Marianne Scheu-Helgert. Dass immer mehr Menschen genau das wollen, zeige sich seit zwei, drei Jahren auch in einem veränderten Angebot bei Zierpflanzenbaubetrieben. "Wo früher nur Geranien verkauft wurden, gibt es heute teils umfangreiche Sortimente mit Gemüse-Jungpflanzen. Nicht nur den 08/15-Kopfsalat, sondern gleich ein ganzes Sortiment an ausgefallenen Salaten und Tomatensorten."

    02.03.2013
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