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25.05.2013

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Lebensmittelklarheit.de

"Das Portal hat einen Nerv getroffen"

  • Bild Webseite Lebensmittelklarheit.de
  • Video WISO-Duell: Ist Bio besser?
  • Video Neues Siegel für artgerechte Haltung
  • BildWebseite Lebensmittelklarheit.de
    Website Lebensmittelklarheit / Quelle: http://www.lebensmittelklarheit.de
    (Quelle: http://www.lebensmittelklarheit.de)
    VideoWISO-Duell: Ist Bio besser?

    Im zweiten WISO-Duell XXL treten konventionelle Lebensmittel und Bioprodukte gegeneinander an. Zwei unterschiedliche Lebenskonzepte und Ernährungsprinzipien werden geprüft. Ist Bio wirklich besser?

    (23.07.2012)
    VideoNeues Siegel für artgerechte Haltung

    Seit heute werden in Supermärkten Produkte mit einem neuen Siegel für Schweine- und Hühnerfleisch angeboten. Das Siegel klärt darüber auf, ob das Tier vor der Schlachtung artgerecht gehalten wurde.

    (16.01.2013)

     von Alfred Krüger

    Rund 10.000 Meldungen und Anfragen in eineinhalb Jahren: Verbraucherschützer haben vor dem Start der Grünen Woche in Berlin eine positive Bilanz der Webseite Lebensmittelklarheit.de gezogen. Zugleich sehen sie die Bundesregierung im Kampf gegen Etikettenschwindel in der Pflicht. 

    Zwischen Inhalt und Verpackung klafft in der Lebensmittelbranche zuweilen eine große Lücke. So etwa dann, wenn auf der Verpackung Geflügelwurst versprochen wird, die Zutatenliste dann aber enthüllt, dass die Wurst auch Schweinefleisch enthält. Oder wenn auf einer Dose Cappuccino-Pulver in großen Lettern "ungesüßt" steht, ein Blick ins Kleingedruckte aber zeigt, dass der Instant-Cappuccino zu 40 Prozent aus Zucker besteht.

    "Viele Verbraucher fühlen sich getäuscht"

    Rechtlich sind solche Produkte meist nicht zu beanstanden. Die Hersteller könnten sie aber klarer kennzeichnen, um beim Verbraucher keine falschen Erwartungen zu wecken. "Viele Verbraucher fühlen sich durch die Aufmachung von Lebensmitteln getäuscht", erklärte Gerd Billen, Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), im Vorfeld der Grünen Woche in Berlin.

    Die Grüne Woche in Berlin

    Die Internationale Grüne Woche in Berlin ist die weltgrößte Schau der Land- und Ernährungswirtschaft sowie des Gartenbaus. Präsentiert werden rund 100.000 Nahrungs- und Genussmittel, Tausende Tiere und Blüten. Die Grüne Woche lockt ihre Gäste zu einer internationalen Schlemmerreise.
    Zur 78. Auflage in diesem Jahr vom 18. bis 27. Januar kommen laut Veranstalter mehr als 1.600 Anbieter aus rund 60 Ländern in die 26 Messehallen am Funkturm. Experten und Politiker diskutieren Fragen der modernen Landwirtschaft und der Ernährungsbranche in mehr als 300 Kongressen, Foren, Podiumsrunden und Seminaren.
    Im vergangenen Jahr zog die Grüne Woche 420.000 Besucher an, davon waren 105.000 Fachbesucher. Knapp ein Drittel der 1.576 Aussteller kam aus dem Ausland. Die Unternehmen probieren in Berlin auch aus, wie neue Produkte beim Publikum ankommen.

    Auf Lebensmittelklarheit.de können irreführende Produkte gemeldet werden. Das vom vzbv betriebene Portal steht seit Juli 2011 im Netz. Bevor eine Beschwerde online geht, wird sie von den Portalbetreibern überprüft. Auch der Hersteller wird um Stellungnahme gebeten. Ist die Kritik berechtigt, wird sie zusammen mit einer Einschätzung der Verbraucherschützer und der Stellungnahme des Herstellers veröffentlicht.

    "Von Beginn an ein großer Erfolg"

    "Das Portal hat einen Nerv getroffen", meint Janina Löbel vom vzbv, die das Webprojekt koordiniert. Rund 10.000 Meldungen und Anfragen habe man bisher gezählt. Über 6.600 Produkte seien als irreführend gemeldet worden. Immerhin jede dritte Meldung habe zu Verbesserungen beim beanstandeten Produkt geführt. Lebensmittelklarheit.de wurde bis Ende 2012 vom Verbraucherschutzministerium finanziert.

    "Solange es Täuschungen gibt, brauchen wir ein Portal, das Verbraucherprobleme im Lebensmittelmarkt benennt", sagte Billen. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) sieht das offenbar ähnlich. "Das Internetportal war von Beginn an ein großer Erfolg", so die Ministerin. "Deshalb möchten wir das Projekt weiter fördern." Der Antrag des vzbv auf Projektverlängerung werde zurzeit geprüft, erklärte Ministeriumssprecherin Ariane Girndt.

    Unternehmen am Pranger?

    Aus der Lebensmittelbranche kommt derweil heftige Kritik. Auf Lebensmittelklarheit.de würden willkürlich ausgesuchte Einzelunternehmen stellvertretend für die Gesamtbranche an den Pranger gestellt, meint Marcus Girnau vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL). "Wer Fragen zu einem Produkt hat, sollte sich besser direkt an den Hersteller werden", rät der Branchenvertreter. Die Mehrheit der Verbraucher suche ohnehin längst den direkten Dialog mit der Lebensmittelwirtschaft.

    Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass man im Supermarkt mit einem schnellen Blick auf die Verpackung sehen könne, was wirklich in ihr stecke, meinen Verbraucherschützer. Das sei aber oft nicht möglich, wie die vielen Verbraucherbeschwerden zum Beispiel über irreführende Bilder und Begriffe auf den Verpackungen zeigten. Zudem würden Aromen und Zusatzstoffe oft nur im Kleingedruckten aufgeführt. Entsprechendes gelte für die Herkunft eines Produkts sowie für die Kennzeichnung von Fleisch und Wurst.

    Drei Regeln für mehr Klarheit

    "Wir müssen drei einfache Regeln am Lebensmittelmarkt durchsetzen", erklärte Billen. "Was drin ist, muss draufstehen. Was drauf steht, muss drin sein. Und was drauf steht, muss verständlich sein."

    Billen forderte die Bundesregierung auf, für mehr Klarheit bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln zu sorgen. So sollten die Hersteller verpflichtet werden, die "gesetzlich geregelten Produktbezeichnungen" gut sichtbar auf die Vorderseite der Verpackung aufzubringen. Dort sollten künftig auch verbindliche Label für die Herkunft eines Produkts sowie bei Fleisch und Wurst für die artgerechte Haltung der Tiere zu finden sein.

    16.01.2013, Quelle: dpa
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