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24.05.2013

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Jahresbilanz der Commerzbank

Das Risiko für den Steuerzahler bleibt

  • Video Commerzbank legt Jahresbilanz vor
  • Video Burghof: "Banken bauen Jobs ab"
  • Video Bankenkrise: Branche auf Schrumpfkurs
  • VideoCommerzbank 12 Uhr Video

    Die Commerzbank ist weiter in der Krise, das zeigen die jetzt vorgelegten Geschäftszahlen. Die Folge: Tausende Stellen sollen bei dem staatlich gestützten Geldhaus wegfallen. Und Chef Martin Blessing räumt ein, dass es noch ein weiter Weg ist heraus aus der Krise.

    (15.02.2013)
    VideoBurghof: "Banken bauen Jobs ab"

    "Der Arbeitsaufwand wird bei den großen Banken immer geringer. So ist die Commerzbank nur noch so groß wie vor der Fusion mit der Dresdner Bank", so Bankenexperte Prof. Hans-Peter Burghof.

    (25.01.2013)
    VideoBankenkrise: Branche auf Schrumpfkurs

    Die Commerzbank hat angekündigt, vier- bis sechstausend Stellen zu streichen. Auch andere Banken sanieren auf dem Rücken der Mitarbeiter.Verdi warnt vor der Schrumpfkur als Weg aus der Krise.

    (25.01.2013)

    Kurzmeldung

    • Commerzbank: Keine schnellen Erfolge 08:56 15.02.2013
      Die Commerzbank macht ihren Investoren wenig Hoffnung auf schnelle Erfolge ihres Konzernumbaus. "Wir haben 2012 die Voraussetzungen geschaffen, um die Bank neu auszurichten. Klar ist: Der Weg ist lang", sagte Vorstandschef Martin Blessing in Frankfurt. In diesem Jahr würden die Erträge erst einmal von den niedrigen Zinsen und dem weiteren Abbau des Immobilien- und Schiffskreditgeschäfts belastet, hieß es in einer Präsentation für Analysten. Für faule Kredite seien leicht steigende Rückstellungen zu erwarten. Außerdem kämpfe die Bank mit großen Problemen im Privatkundengeschäft.

     von Michael Braun

    Für die Commerzbank ist es noch ein langer Weg aus der Krise, das zeigen die aktuellen Geschäftszahlen. Immerhin: Jetzt will das Institut für die Staatshilfe zahlen, die sie in Anspruch nehmen musste. Aber raus ist der Steuerzahler aus dem Risiko noch nicht. 

    Sie hört es nicht gern, als "Staatsbank" bezeichnet zu werden. Und wenn die Sparkassen ätzen, die staatlich gestützte Commerzbank jage ihnen mit Startguthaben von 50 Euro beim Sparkonto Kunden ab, dann schäumen die aus der "gelben Bank" zurück: "Wer 100 Prozent Staat im Haus hat, sollte den Mund halten."

    Der Druck wächst

    Die aktuellen Zahlen der Commerzbank sind nicht gut.

    Michael Braun schreibt für heute.de über Wirtschaftsthemen.

    Langsam wird auch von innen Druck auf den Vorstandsvorsitzenden Martin Blessing aufgebaut. Sein Chef, der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus-Peter Müller, sagte der "Wirtschaftswoche": "Wenn der Vorstand seine Ziele ohne sehr triftige Gründe verfehlt und die erwartete Leistung nicht bringt, muss der Aufsichtsrat handeln."

    Dass der Vorstand seine Ziele verfehlt hat, gibt er selbst zu. Deshalb wird auch nichts aus der Rückzahlung der noch vorhandenen Staatsgelder in der Commerzbank. Zugegeben: Einen großen Teil der sogenannten "stillen Einlagen", die der Bankenrettungsfonds SoFFin in Höhe von 16,2 Milliarden Euro der Bank in den Jahren 2008 und 2009 überlassen hatte, hat die Commerzbank schon getilgt. 2011 zahlte sie 14,3 Milliarden Euro zurück.

    Staatshilfe bisher kostenfrei

    Der Pferdefuß für den Steuerzahler dabei: Die Commerzbank hat zumindest nach deutschem Bilanzierungsrecht bis einschließlich 2011 keinen Gewinn gemacht. Das ersparte ihr den Zins auf die stille Einlage, dem Vernehmen nach neun Prozent oder knapp 1,5 Milliarden Euro jährlich. Sie hat also über mehrere Jahre die staatliche Hilfe kostenlos in Anspruch genommen. Für die verbliebenen 1,9 Milliarden Euro stille Staatseinlage will sie aber nun zahlen: "Die Commerzbank geht weiterhin davon aus, für das Geschäftsjahr 2012 die Stille Einlage des SoFFin zu bedienen", teilte sie kürzlich mit.

    Commerzbank: Wunsch und Wirklichkeit

    Ziele verfehlt

    "Volle Profitabilität" wollte die Commerzbank im Jahre 2012 erreichen. Konkret: Ein operatives Konzernergebnis von vier Milliarden Euro. So stand es in der "Roadmap 2012" aus dem Jahr 2009. Es wurden aber nur 1,2 Milliarden Euro. Die Ziele wurden also verfehlt und auf 2016 verschoben.

    Die Gründe

    Dauer und Intensität der Finanzkrise seien nicht vorhersehbar gewesen, hat Vorstandschef Martin Blessing im November vorigen Jahres erklärt. Außerdem habe das Privatkundengeschäft zu sehr davon gelebt, dass Kunden ständig Wertpapiere kauften und verkauften. Dabei fielen Provisionen für die Bank ab. Doch die Kunden kauften kaum Wertpapiere, und wenn, dann nicht Aktien, sondern Anleihen. An denen verdienen Banken weniger. Verluste bei Griechenland-Anleihen, anderen Staatspapieren und Schiffsfinanzierungen taten ihr übriges.

    Neue Ziele

    Jetzt soll also 2016 alles besser sein. Finanzvorstand Stephan Engels will, dass sich das eingesetzte Kapital nach Steuern dann mit mehr als zehn Prozent verzinst. 2012 wird es etwas mehr als null Prozent sein. Denn die Bank ist knapp am Verlust vorbeigeschrammt, hat gerade mal sechs Millionen Euro Gewinn gemacht.

    Damit ist das Risiko aber bei weitem nicht beglichen, das der Staat bei der Commerzbank eingegangen ist. Denn er ist auch noch Aktionär der Bank. Seit Januar 2009 gehören ihm 25 Prozent des Kapitals plus eine Aktie. Nur so war damals die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank sicherzustellen, ohne dass beide Banken auf dem Höhepunkt der Finanzkrise zahlungsunfähig wurden. Für die Aktien hat der Bund 1,8 Milliarden Euro gezahlt. Oder sechs Euro das Stück. Dann folgte im April 2011 eine weitere Kapitalerhöhung der Commerzbank. Der Bund machte indirekt mit, indem er einen Teil seiner stillen Einlagen in Aktien umwandelte. Dabei wurde eine Commerzbank-Aktie mit 4,25 Euro bewertet. Derzeit notiert das Papier bei rund 1,50 Euro. Der Kurs müsste sich also verdrei- und vervierfachen, damit der Staat einigermaßen schadlos aus dem Engagement rauskommt.

    Staatsanteil kaum verkäuflich

    Natürlich könnte der Staat seine Aktien auch verkaufen. Das hält Stefan Bongardt für Theorie: "Selbst wenn jemand Interesse an einer europäischen Bank hätte, würde er sich wohl eine andere aussuchen als die Commerzbank", meint der Bankanalyst von Independent Research in Frankfurt. Denn die aktuelle Lage sehe nicht gut aus, die Ziele seien sehr ambitioniert.

    Links
    Commerzbank streicht Stellen
    Ein Beispiel dazu: Die Commerzbank, so ihr Vorstandsvorsitzender Blessing im November vorigen Jahres, wolle bis 2016 im Privatkundengeschäft eine Million neue Kunden gewinnen und dann die Erträge in diesem Segment um jährlich 600 Millionen Euro steigern. Jeder Neukunde soll als 600 Euro Ertrag bringen. Bisher liegt die Bank bei rund 290 Euro je Kunde.

    Wachsen durch Verdrängen

    Da müssen die Kunden also ganz schön aktiv werden und die Kosten ordentlich sinken – schwer vorstellbar in einem Markt, über den Privatkunden-Vorstand Martin Zielke sagt: "Wir erwarten, dass der Privatkundenmarkt in Deutschland in den nächsten Jahren stagniert." Will die Commerzbank wachsen, muss sie also andere verdrängen. Ein teurer Weg, ein weiter Weg. Und erst wenn der gegangen ist, kann der Steuerzahler sein eingesetztes Kapital zurückerhoffen.

    15.02.2013
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