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18.05.2013

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Weltwirtschaftsforum

Davos: Die Macht der Worte

  • Bild Davos: Manches ist möglich
  • Video Schlieker: Unverständnis für Cameron
  • Video Politik und Ökonomie in Davos
  • Infografik Die Euro-Zone in der Krise
  • BildDavos: Manches ist möglich
    Rednerpult auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos / Quelle: dpa
    (Quelle: dpa)
    VideoSchlieker: Unverständnis für Cameron

    "In der EU reagiert man mit Widerstand auf die Europa-Rede David Camerons", berichtet ZDF-Reporter Reinhard Schlieker aus Davos.

    (25.01.2013)
    VideoPolitik und Ökonomie in Davos

    Beim Weltwirtschaftsforum fordert Großbritanniens Premier Cameron eine neue Vereinbarung für Europa.

    (24.01.2013)
    InfografikDie Euro-Zone in der Krise
    (Quelle: ZDF)

     von Reinhard Schlieker

    Mario Draghi wird als Retter gefeiert, Großspekulant George Soros macht sich unheimlich Sorgen, und die Politik möchte so gern Gutes tun und sagen – Davos und das Weltwirtschaftsforum schwenken auf die Zielgerade ein. 

    Er schimpft und wettert, und lässt kein gutes Haar an der deutschen Politiklinie des Sparens: Großanleger George Soros, der mit seinen Fonds einstmals gegen das britische Pfund wettete, dessen Schwächen offenbarte und es aus dem Europäischen Währungsmechanismus trieb – das war in grauer Vorzeit. Aber es begründete seinen Ruf als Weiser Mann der Devisenmärkte. Davon hat er sich augenscheinlich bis heute nicht erholt. Und Großbritannien ist immer noch irgendwie beleidigt.

    Reinhard Schlieker

    Reinhard Schlieker berichtet für heute.de aus Davos

    Wer weiß, vielleicht begann damals ein Trauma, das noch im Davos des 21. Jahrhunderts zu rebellischen Reden der jeweiligen amtierenden Premierminister führt: Ehe man uns düpiert, drohen wir selbst mit dem letzten Goodbye. Aber vielleicht sollte man Soros nicht so wichtig nehmen wie er sich selbst. Eine Gefahr, der mancher in Davos leicht erliegt, obwohl – oder gerade weil – die Milliardärsdichte auf engstem Raum die Wahl eher schwer macht, wer nun die tatsächlich bedeutendsten Sätze mitgebracht hat, um sie hier zu sagen.

    Die Macht des Wortes

    Zweifellos wichtig ist Mario Draghi, der als Chef der Europäischen Zentralbank heute nicht viel anderes tun musste, als seine Pläne vom letzten Jahr noch einmal vorzustellen. Die Macht des gesprochenen und medial weiterverbreiteten Wortes hat offenkundig der gemeinsamen Währung Europas derart auf die Beine geholfen, dass man just im Moment mit 1,34 Dollar einen Höchststand seit langer Zeit verbuchen konnte (oder musste, so mag es Soros sehen).

    Dabei müssen die Skeptiker anerkennen, dass Draghi mit seiner Ankündigung, die EZB werde alles tun, um den Euro zu erhalten, und es werde auf jeden Fall genug sein, allein durch Rhetorik eine Wende herbeiführen konnte. In Davos kann er daher zusätzlich noch einmal betonen, dass seine in den Markt gedrückten Geldmassen sich nur dann Richtung Süden wälzen werden, wenn von dort ein förmlicher Hilfsantrag kommt, mit Unterwerfung unter die bekannten Reformbedingungen. Sein den Banken zur Verfügung gestelltes Geld hat dagegen schon zu echter Erleichterung geführt – bei den Banken. Die feiern ihn denn auch ein wenig, aber nur ganz leise. Denn irgendwie steht auch noch der Anwurf im Raume, dass Draghi zunächst einmal den Bankern ihre Boni gerettet habe, nicht jedoch die reale Wirtschaft.

    Davos sucht neue Wachstumsstrategien

    Die Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) im Schweizer Kurort Davos gehört zu den wichtigsten Treffpunkten für Spitzenpolitiker, Top-Manager und Wissenschaftler aus aller Welt. Erklärtes Ziel des WEF, das 1971 von dem Wirtschaftsexperten Klaus Schwab gegündet wurde, ist es, "den Zustand der Welt zu verbessern". Bei öffentlichen Seminaren sowie bei vertraulichen Begegnungen geht es um Lösungsansätze für globale Herausforderungen. Das dabei mögliche "Networking", das Knüpfen beruflicher und geschäftlicher Kontakte, gilt als wichtiger Nebeneffekt.

    Dieses Jahr geht es um Ideen für neues Wachstum, das Motto lautet "Widerstandsfähige Dynamik". Unter den 2.500 Gästen sind fast 50 Staats- und Regierungschefs, darunter Kanzlerin Angela Merkel.

    Draghis Tricks

    Diese Vorhaltungen sind allerdings etwas unfair, denn für den Fall, dass das reichlich geschöpfte Buchgeld der EZB tatsächlich mit vollen Händen an die Unternehmen und Verbraucher ausgereicht worden wäre, hätte man nicht lange auf den Vorwurf der Inflationsschürung warten müssen. So, wie die Dinge liegen, erwartet Draghi einen geldgeförderten Aufschwung für den Herbst 2013, indirekt muss man das so verstehen, dass er dann beginnen könnte, die Liquidität wieder einzusammeln.

    Neueste Daten aus Deutschland, darunter die Wirtschafts-Indikatoren Einkaufsmanager-Index und der bekanntere Ifo-Index, deuten in der Tat mehr Aufschwung an als man erwartete – in Deutschland zumindest. Im Süden stehen eher die Arbeitsmarktdaten in der Zeitung: Und die sind zum Fürchten. Daher wohl auch der gesonderte Aufruf von Bundeskanzlerin Angela Merkel an die versammelten Wirtschaftsführer, an zusätzliche Maßnahmen zugunsten jugendlicher Arbeitsloser zu denken.

    Vermutlich wird kaum einer der - dem Vernehmen nach - 17 anwesenden indischen Milliardäre nun schnurstracks aus den Alpen Richtung Madrid reisen und dort Niederlassungen gründen. Aber ausschließen kann man das natürlich auch nicht. Der berühmt-berüchtigte Geist von Davos, der einigen wenigen hin und wieder schon wie ein Gespenst erschienen ist, machte schon manches möglich in 43 Jahren Weltwirtschaftsforum.

    Offizielle Social-Media-Kanäle zu Davos

    Das Weltwirtschaftsforum in Davos war lange bekannt dafür, sich hermetisch von der Außenwelt abzuriegeln. Doch dieses Jahr ist es auf vielen Social-Media-Kanälen präsent:

    Das offizielle Hahstag zum Weltwirtschaftsforum lautet: #WEF

    Auf vier Kanälen gleichzeitig können die Diskussionsrunden verfolgt werden: Live-Video

    Das Weltwirtschaftsforum hat eine Facebook-Seite eingerichtet: Davos bei Facebook

    Zudem gibt es Informationen zu Davos auf dem offiziellen Twitter-Account: @WEF

    Eine Seite mit ausgewählten Tweets: Twitter-Wall

    25.01.2013
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