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23.05.2013

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Handball-Nationalmannschaft

Der leise Leader

  • Bild: Unersetzlicher Michael Haaß
  • Interaktiv Alle Spiele im Liveticker
  • Video Über die Abwehr zum Erfolg
  • Bild:Unersetzlicher Michael Haaß
    Michael Haaß - Handball-Nationalspieler / Quelle: imago

    Michael Haaß setzt sich im Spiel der DHB-Auswahl gegen Argentinien gegen Federico Pizarro (r.) und Gonzalo Matias Carou (l.) sowie Leonardo Querin (m.) durch.

    (Quelle: imago)
    InteraktivAlle Spiele im Liveticker
    VideoÜber die Abwehr zum Erfolg

    Das DHB-Team zeigt sich beim 29:21 über Montenegro vor allem in der Abwehr konsequent und druckvoll. Die zweite Halbzeit wird zur Demonstration der deutschen Mannschaft was möglich ist, wenn's läuft.

    (17.01.2013)

    Kurzmeldung

    • Schwarzer: Halbfinale ist drin 12:37 17.01.2013
      Christian Schwarzer traut den deutschen Handballern bei der WM in Spanien den Einzug in das Halbfinale zu. Vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen den Titelverteidiger Frankreich am Freitag (18.15 Uhr/ARD) bescheinigte der ehemalige Weltklasse-Kreisläufer der Mannschaft eine positive Entwicklung. "Die Mannschaft lernt von Tag zu Tag - das war bei uns früher genauso. Wir brauchten Trainingseinheiten und Turniere, bis das alles ineinander gegriffen hat", sagte Schwarzer. Das deutsche Team hatte sich durch einen 29:21-Erfolg gegen Montenegro vorzeitig für das Achtelfinale qualifiziert.

    • Auch Russland und Mazedonien weiter 22:22 16.01.2013
      Neben Deutschland haben sich auch Russland und Mazedonien bei der Handball-WM in Spanien für das Achtelfinale qualifiziert. Den Russen und Mazedoniern genügte in der Gruppe B in Sevilla im direkten Duell ein 29:29 (16:13), um mit jeweils 5:3-Punkten vorzeitig in die K.o.-Runde einzuziehen. In der deutschen Gruppe A bleibt Titelverteidiger Frankreich das Maß aller Dinge. Der Olympiasieger feierte beim 35:23 (19:6) gegen Panamerikameister Argentinien (2:6) in Granollers den vierten Sieg im vierten Spiel. Bester Werfer der Franzosen war Samuel Honrubia (7 Tore).

    • DHB-Team erreicht Achtelfinale 20:01 16.01.2013
      Die deutschen Handballer haben bei der WM in Spanien vorzeitig das Achtelfinale erreicht. Die DHB-Mannschaft kam in Granollers im vierten Gruppenspiel zu einem 29:21 (13:11) über Montenegro und steht damit nach dem dritten Sieg bereits vor dem abschließenden Vorrundenspiel gegen Weltmeister Frankreich am Freitag in der Runde der besten 16 Mannschaften (am Sonntag/live im ZDF). Bester deutscher Werfer war Dominik Klein mit vier Treffern. Deutschland liegt in der Gruppe A derzeit mit sechs Punkten auf dem zweiten Platz. Dahinter folgen Tunesien und Brasilien mit jeweils vier Punkten.

     von Erik Eggers

    Als Spielmacher und im Abwehrzentrum kommt Michael Haaß zweifellos eine Schlüsselrolle in der deutschen Handball-Nationalmannschaft zu. Viel Aufhebens macht er darüber nicht. Die Schlagzeilen bei der 23. WM überlässt der Weltmeister von 2007 anderen. 

    Manch einem Kollegen war zum Schmunzeln zumute. Als Michael Haaß, der Spielmacher der deutschen Handballnationalmannschaft, nach der Partie gegen Montenegro als „Man of the Match“ aufgerufen wurde, da blickte der Göppinger etwas verlegen zu Boden. Den großen Auftritt im Scheinwerferlicht liebt er ja nicht gerade. „Manchmal hat man den Eindruck, als ob ihm so ein Preis unangenehm ist“, sagt Steffen Weinhold, sein Nebenmann aus Flensburg.

    Unauffällig immer am Ball

    Dass Haaß bei dieser 23. WM in Spanien sein 100. Länderspiel absolvierte, ist niemand sonderlich aufgefallen. Dabei ist er neben Carsten Lichtlein, Kapitän Oliver Roggisch und Dominik Klein einer der vier Weltmeister von 2007 im Kader. Es sind andere Profis, die nach außen das große Wort führen in dieser Mannschaft, Torwart Silvio Heinevetter, auch Abwehrchef Roggisch. Haaß ist eher der leise Anführer. Dabei ist der 29-Jährige zweifelsfrei einer der Schlüsselspieler im Team von Bundestrainer Martin Heuberger.

    ZITAT
    Wenn wir diesen Standard halten, dann haben wir in jedem Spiel eine Chance
    Bundestrainer Heuberger
    Der Göppinger, der im Sommer nach Magdeburg wechselt, ist der Rückraumspieler mit der längsten Einsatzzeit. 182 Minuten verzeichnet die Statistik vor der letzten Vorrundenpartie gegen Frankreich (Freitag, 18.30 Uhr, live bei der ARD), und das waren 182 Minuten Ackern am Anschlag. Denn nicht nur im Angriff führt Haaß das Zepter. Sondern er bildet mit Oliver Roggisch (Löwen) auch den ersten Mittelblock im Team.

    Ziel: Spielniveau halten

    Dieses Duo zeichnete dafür verantwortlich, dass der 6:0-Abwehrverbund gegen Montenegro erstmals hohes Niveau in diesem Turnier erreichte. „Wenn wir diesen Standard halten, dann haben wir in jedem Spiel eine Chance“, glaubt Heuberger nun. Und wenn nicht gegen den Olympiasieger Frankreich, so doch im Achtelfinale am Sonntag, entweder gegen Russland, Island oder Mazedonien.

    ZITAT
    Das ist das, was wir zeigen können. Das tat gut, dass wir eine solche Leistung mal abrufen konnten.
    Michael Haaß
    Zu rhetorischen Steilflügen setzt Haaß nach derlei Lobestönen noch lange nicht an. „Das ist das, was wir zeigen können“, sagt Haaß trocken. „Das tat gut, dass wir eine solche Leistung mal abrufen konnten.“ Nun gehe es darum, diese Leistung auf höherem Niveau zu stabilisieren. „Wir werden versuchen, uns weiter zu steigern.“ Und dabei fällt auf: Selbst wenn es um seine Leistung geht, dann redet Haaß nie in der Einzahl, sondern immer nur über die Einheit. „Das macht ihn so sympathisch und wichtig“, sagt Weinhold. Und weiter: „Bei ihm steht der Teamgedanke über allem.“ Mit seiner bodenständigen, seriösen Art stellt Haaß in der Tat einen Gegenentwurf zu Michael Kraus (HSV) dar, den der Trainer wegen seiner irrlichternden Art zu Hause gelassen hat.

    Belastung ist groß

    Über den möglichen Gegner im Achtelfinale will sich Haaß noch keine Gedanken machen. Viel zu früh, sagt er. Spekulationen darüber, ob die Russen oder die Isländer leichter zu
    ZITAT
    Leichter oder schwerer, das spielt für uns keine Rolle. Es geht darum, unser Potenzial abzurufen, dann haben wir auch eine Chance.
    Michael Haaß
    spielen wären, führten doch einfach nicht weiter. Haaß: „Leichter oder schwerer, das spielt für uns keine Rolle. Es geht darum, unser Potenzial abzurufen, dann haben wir auch eine Chance.“

    Die Frage ist, wie gut er der großen Belastung, die seine aktuelle Rolle im Team mit sich bringt, standhalten wird. Zumal ihm vielleicht noch etwas Substanz fehlt nach dem furchtbaren Fußbruch, den er im letzten Spiel bei der EM 2012 in Serbien erlitt. Acht Monate musste er pausieren. Vergleichsweise spät hatte er wieder den Einstieg in den harten Bundesliga-Rhythmus gefunden. Im Dezember war seine Form aber dann kontinuierlich angestiegen - zum Glück für den deutschen Handball.

    18.01.2013
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