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24.05.2013

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"Asiatisch aussehender Vizekanzler"

Der unglückliche Satz des Herrn Hahn

  • Video "Was hat Hahn nur geritten?"
  • Video Walde: Nicht rassistisch gemeint"
  • Video"Was hat Hahn nur geritten?"
    (07.02.2013)
    VideoWalde: Nicht rassistisch gemeint"
    (07.02.2013)

    Aufregung um Hessens FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn. Wegen einer Äußerung über die vietnamesische Herkunft von Vizekanzler Philipp Rösler wird ihm Rassismus vorgeworfen. Hahn selbst fühlt sich "falsch verstanden". Er habe eine "gesellschaftliche Debatte" anstoßen wollen.  

    Der hessische FDP-Landesvorsitzende und Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn hat mit einer Äußerung über das Aussehen von FDP-Bundeschef Philipp Rösler scharfen Widerspruch hervorgerufen. SPD und Linkspartei werteten Hahns Anspielung auf Röslers Aussehen als rassistisch motivierten Ausfall. Auch in Hahns eigener Partei gibt es Kritik.

    "Falsch verstanden"

    Hahn selbst fühlt sich falsch verstanden und ließ nun über seinen Pressesprecher eine Erklärung verbreiten. Seine Äußerung sei "keinesfalls ein Angriff auf Philipp Rösler. An dessen Kompetenz als Vizekanzler und Parteivorsitzender habe er, Hahn, keine Zweifel. "Ich habe", so die Erklärung weiter, "darauf hinweisen wollen, dass es in unserer Gesellschaft einen weit verbreiteten, oft unterschwelligen Rassismus gibt. Dieses gesellschaftliche Problem darf man nicht totschweigen, sondern muss es offen ansprechen, um es zu bekämpfen. Wer in meine Äußerung etwas anderes als dies hineinliest, versteht mich falsch."

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    Zuvor hatte Hahn, der auch Mitglied im Bundespräsidium der FDP ist, in der "Frankfurter Neuen Presse" die Herkunft des Bundesvorsitzenden der Liberalen, Philipp Rösler, thematisiert: "Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren", sagte Hahn, als er zu den Personalquerelen in der FDP befragt wurde.

    Der in Vietnam geborene Rösler selbst wollte sich zu den Aussagen Hahns "aus verständlichen Gründen" nicht äußern, hieß es bei der Pressestelle der Bundes-FDP auf Nachfrage von heute.de.

    Hahn verteidigt sich per Twitter

    Im Kurznachrichtendienst Twitter hatte Hahn zuvor schon erklärt, er habe nicht den FDP-Chef kritisieren, sondern eine gesellschaftliche Debatte anstoßen wollen. Wer daraus Kritik am Vizekanzler konstruiere, "bewegt sich auf Stern-Niveau", schrieb Hahn.

    Twitter-Account von Jörg-Uwe Hahn

    Antwort auf die Kritik an seinen Äußerungen

    Twitter - Jörg-Uwe Hahn

    Die Linkspartei warf dem Integrationsminister Hahn einen rassistisch motivierten Ausfall gegen Rösler vor. Hahn erweise sich mit seinen Äußerungen zu Röslers Aussehen als "unerträgliche Fehlbesetzung" in einem solchen  Amt, kritisierte die Linken-Fraktionschefin im hessischen Landtag, Janine Wissler, in Wiesbaden. "Jörg-Uwe Hahn greift mit seiner Anspielung auf Philipp Röslers Aussehen in die allerunterste Schublade des politischen Machtkampfs", erklärte Wissler.

    Auch die SPD-Bundesspitze hat die Aussagen von Hahn als rassistisch kritisiert. "Es ist unerträglich, dass sich ein Herr Hahn das Label Integrationsminister anheftet, um dann mit dem billigsten Rassismus aufzuwarten", sagte die stellvertretende Vorsitzende Aydan Özoguz. "Eine Debatte darüber führen zu wollen, ob jemand das richtige Aussehen oder die richtige Herkunft für ein Amt hat, beweist nur, dass Herr Hahn nicht einmal merkt, welch tief rassistisches Gedankengut er hier verbreiten möchte. Nein, man wird nicht immer alles sagen dürfen."

    07.02.2013, Quelle: dpa, afp
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