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Kirch-Prozess
Deutsche Bank muss zahlen
VideoDeutsche Bank muss an Kirch-Erben zahlen
Video"Deutsche Bank muss Hausaufgaben machen"
VideoMitarbeiter der Deutschen Bank verhaftet
Nach Steuerermittlungen und Gewinnwarnung in dieser Woche nun auch noch die dritte Hiobsbotschaft für die Deutsche Bank: Sie muss den Kirch-Erben Schadenersatz für Verluste bei der Insolvenz des Medienkonzerns im Jahr 2002 zahlen. Gutachter sollen die genaue Summe feststellen. Das Gericht sieht einen Schaden zwischen 120 Millionen Euro und 1,5 Milliarden Euro bei Kirch.
Die Deutsche Bank muss den Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch Schadensersatz zahlen. Das Oberlandesgericht München verurteilte das Kreditinstitut zu einer Zahlung, weil der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer im Jahr 2002 in einem Interview die Kreditwürdigkeit Kirchs angezweifelt hatte. Die genaue Höhe des Schadensersatzes sollen Gutachter feststellen. Eine Revision gegen das Urteil wurde nicht zugelassen. Kirch, dem auf dem Höhepunkt seiner Karriere der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 und der Bezahlsender Premiere (inzwischen Sky) gehörten, war im Juli vergangenen Jahres verstorben. Seine Erben setzten aber seinen seit gut zehn Jahren laufenden Rechtsstreit mit der Deutschen Bank fort. Kirch warf der Bank vor, für die Pleite seines Imperiums verantwortlich zu sein.Der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Breuer hatte im Februar 2002 in einem Fernseh-Interview gesagt: "Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen." Kurz darauf erhielt Kirch tatsächlich keine weiteren Kredite mehr und musste Insolvenz anmelden. Das Gericht sieht einen Schaden zwischen 120 Millionen und 1,5 Milliarden Euro bei Kirch.
Juristische Konflikte der Deutschen Bank
Emissionsrechte
Das Geschäft mit Zertifikaten zum Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) ist millionenschwer. Seit Jahren ist die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft Umsatzsteuerbetrügern auf der Spur. Im Dezember 2011 wurden sechs Männer verurteilt, mit denen Deutsche-Bank-Mitarbeiter kooperiert haben sollen. Nach einer Razzia am Mittwoch sitzen vier Banker nun in Untersuchungshaft, ermittelt wird gegen insgesamt 25 Mitarbeiter - auch gegen den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen.
Kirch
Die Deutsche Bank muss den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch Schadenersatz zahlen. Die Höhe des Schadenersatzes muss noch in einem Gutachten festgestellt werden. Eine Revision gegen das Urteil sei nicht zugelassen. Der im vergangenen Jahr verstorbene Kirch hatte der Bank vorgeworfen, sie habe 2002 durch Äußerungen des damaligen Bankchefs Rolf Breuer seine Kreditwürdigkeit in Zweifel gezogen und damit den Zusammenbruch seines Konzerns ausgelöst.
Libor
Über Jahre sollen Großbanken den Referenzzins manipuliert haben, um höhere Gewinne zu erzielen. Dass einzelne Mitarbeiter des Dax-Konzerns Deutsche Bank 2006/2007 an den Tricksereien beteiligt waren, bestreitet auch die Bank nicht. Zwei Mitarbeiter wurden gefeuert. Das Institut schließt aber aus, dass das höhere Management involviert war. Der Libor gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken Geld leihen und dient als Maßstab für Geschäfte in Milliardenhöhe.
USA
Dort landet die Bank wegen Geschäften aus den Zeiten vor der Finanzkrise 2007/2008 immer wieder vor dem Kadi. Oft geht es um windige Hypothekengeschäfte. So soll das Institut Investoren mit Verbriefungsgeschäften übers Ohr gehauen haben. Im Mai schaffte das Geldhaus durch Zahlung von 202 Millionen US-Dollar eine Klage wegen zwielichtiger Geschäfte der US-Tochter MortgageIT aus der Welt.
Italien
Ein Gericht in Mailand verurteilt die Deutsche Bank neben drei anderen Banken, weil sie Zinswetten mit der Verwaltung der italienischen Finanzmetropole eingegangen waren, die die Stadt letztlich übervorteilten. Die Bank hat Berufung angekündigt. Klagen von rund 600 weiteren Kommunen in Italien sind noch anhängig.



