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20.06.2013

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19:04Kanzlerin im Internet-"Neuland"

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18:12"Moderne Sklaverei": Mutter und Kind zwei Jahre in Ohio festgehalten

17:40Mittwoch der bisher heißeste Tag 2013

17:13Commerzbank streicht bis 2016 rund 5.200 Jobs

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Schere zwischen Arm und Reich

"Deutschland droht eine Existenzkrise"

  • Infografik So sind Arm und Reich verteilt
  • Video Interview mit Hans-Ulrich Wehler
  • Video Armutsbericht: Geschönt oder Realität?
  • InfografikSo sind Arm und Reich verteilt
    VideoInterview mit Hans-Ulrich Wehler

    Der Historiker und Autor des Buches "Die neue Umverteilung", Professor Hans-Ulrich Wehler, über gierige Manager, Verteilungsgerechtigkeit, notwendige Steuerreformen und fehlenden politischen Willen.

    (19.03.2013)
    VideoArmutsbericht: Geschönt oder Realität?

    Nach langer Diskussion wird der Armutsbericht der Bundesregierung nun verabschiedet. Passagen des ursprünglichen Entwurfs wurden auf Druck der FDP entschätft. Kritiker sprechen von Schönfärberei.

    (06.03.2013)

     von Hubert Krech

    Geht die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander? Die Bundesregierung sieht das in ihrem neuen Armuts- und Reichtumsbericht nicht so. Der renommierte Sozialhistoriker Hans-Ulrich Wehler schlägt jedoch Alarm: "Dem Land droht eine Existenzkrise", sagt er im ZDF-Interview. 

    Links
    Zahlen des DIW
    Das ZDF ist für Inhalte externer Internetseiten nicht verantwortlich
    Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gibt es eine zunehmende Ungleichheit der Einkommen und Vermögen in Deutschland. Demnach ist die Zahl der Einkommensmillionäre in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen: Trotz beginnender Finanzkrise nahm die Zahl der Einkommensmillionäre im Jahr 2009 um sechs und im Jahr 2010 um nochmals 7,2 Prozent zu. Die obersten zehn Prozent (das oberste Dezil) der Vermögensbesitzer konnten ihr Netto-Vermögen sogar auf 61 Prozent des gesamten deutschen Privatvermögens für sich beanspruchen, die Superreichen (das oberste Prozent) besaß 2007 fast ein Viertel des gesamten Vermögens.

    Mittelschicht schrumpft

    Das Vermögen aller anderen Bevölkerungsschichten sank hingegen – zum Teil deutlich. Das DIW stellt zudem fest, dass die Mittelschicht in den Jahren 1997 bis 2010 um 5,7 Millionen Menschen zurückgegangen ist und dass das Armutsrisiko im vergleichbaren Zeitraum um ganze 44 Prozent zugenommen hat.

    Mit anderen Worten: Die ärmere Hälfte der Deutschen besitzt nur ein Prozent des gesamten Vermögens und lebt nach Meinung des Kölner Wirtschaftsprofessors Christoph Butterwegge "von der Hand in den Mund."

    Hans-Ulrich Wehler im Interview / Quelle: ZDF

    Hans-Ulrich Wehler; das Interview können Sie als Video (oben im Menü) sehen
    Quelle: ZDF

    "Das ist Turbokapitalismus"

    Der renommierte Sozialhistoriker Hans-Ulrich Wehler schlägt angesichts dieser Kennzahlen Alarm: "Ich nenne das Turbokapitalismus". Im ZDF-Interview greift er die Selbstbedienungsmentalität der Manager scharf an: "Ich kenne keine andere Berufsklasse in der neueren westlichen Geschichte, die sich mit einer solchen Habgier bei den Unternehmenseinkünften hervorgetan hat." Während die Vorständer der DAX-Unternehmen vor rund 20 Jahren ungefähr das 20-fache eines Arbeitnehmers verdient hätte, liege das Verhältnis heute bei 200:1.
    Buch

    Hans-Ulrich Wehler ist Autor des neu erschienenen Buches: Die neue Umverteilung: Soziale Ungleichheit in Deutschland. Das Werk ist erschienen bei C.H.Beck.

    Als größtes Problem sieht Wehler, dass die unteren Einkommensschichten immer schlechtere Chancen hätten aufzusteigen: Ohne die Aussicht auf einen Aufstiegs "verlöre die Bundesrepublik ihren Glanz." Und er geht sogar weiter: Sollte es auf Dauer keine Verteilungsgerechtigkeit geben, drohe eine Existenzkrise.

    Noch sei es aber nicht soweit, meint Wehler, die Tarifpartner und auch die Politik könnten noch gegensteuern. Einen Ansatzpunkt sieht der Historiker in der Anhebung des Spitzensteuersatzes auf das Niveau der Kohl-Ära (58 Prozent) und der Einführung der Vermögenssteuer: "Da verstecken sich Milliarden", die dem Staat fehlten. Auch Butterwegge sieht den Staat am Zug: "Wer den Reichtum nicht antasten will, kann die Armut überhaupt nicht verringern", schreibt er auf nachdenkseiten.de.

    19.03.2013
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