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Niebel besucht Flüchtlingslager

Deutschland stockt Hilfe für Syrien-Flüchtlinge auf

  • Video Syrien: Schlimme Lage für Flüchtlinge
  • Video Syrien: Sorge vor Chemiewaffeneinsatz
  • Video Libanon: Stimmungslage im Land
  • VideoSyrien: Schlimme Lage für Flüchtlinge

    Mehr als eine halbe Million Syrer sind bisher in die Nachbarländer geflohen. Besonders schlimm ist die Lage aber für die Flüchtlinge innerhalb Syriens. Zu der Gewalt kommt jetzt auch noch die Kälte.

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    (12.12.2012)

    Hilfsorganisationen schlagen Alarm: Die Lage der syrischen Flüchtlinge spitzt sich wegen der Kälte zu. Bundesentwicklungsminister Niebel kündigte bei einem Besuch in einem Flüchtlingslager im Libanon an, dass Deutschland seine Unterstützung um 15 Millionen Euro aufstockt. Helfern reicht das nicht. 


    Die Bundesregierung will ihre Hilfen zur Versorgung der syrischen Flüchtlinge in den Nachbarländern verstärken. Bei einem Kurzbesuch im Libanon sagte Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP)  zusätzliche knapp 15 Millionen Euro an Unterstützung zu. Im Libanon sind 160.000 Flüchtlinge aus Syrien gestrandet. Schätzungen gehen sogar von bis zu 200.000 Menschen aus.

    500.000 Syrer ins Ausland geflohen

    Für das kleine Nachbarland mit seinen 4,5 Millionen Einwohnern bedeute dies eine enorme Belastung. "Hier bedarf es der Unterstützung durch die Bundesregierung", sagte Niebel. Nach Schätzungen des UN-Flüchtlingswerk UNHCR sind 500.000 Syrer ins benachbarte Ausland geflohen. Im Land selbst seien 1,2 Millionen Menschen auf der Flucht vor den Kämpfen, bei denen tagtäglich Dutzende Menschen ums Leben kommen. Im kommenden Frühjahr geht der Aufstand gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad bereits ins dritte Jahr.

    "Der Druck auf die Menschen in Syrien ist enorm groß, aus den Gefechtshandlungen herauszukommen", sagte Niebel. "Deswegen haben wir uns als Bundesregierung in Jordanien und jetzt auch im Libanon bereiterklärt, dazu beizutragen, dass die Grenzen auch in Zukunft offen bleiben."

    Die Bundesregierung hat bisher 75 Millionen Euro für Flüchtlinge außerhalb Syriens zur Verfügung gestellt und weitere 20 Millionen Euro in Form von humanitärer Hilfe für die Flüchtlinge innerhalb des Landes. Zu den Ländern, die syrische Flüchtlinge aufgenommen haben, gehören neben dem Libanon die Türkei, Jordanien, Ägypten und der Irak.

    Pro Asyl: Deutschland soll Flüchtlinge aufnehmen

    Günter Burkhardt, Geschäftsführer von Pro Asyl, kritisierte: "Geld und Zelte reichen nicht." Deutschland sollte als Sofortmaßnahme selbst Flüchtlinge aufnehmen. Selbst Syrer, die in Deutschland familiäre Anknüpfungspunkte haben, hätte derzeit keine Chance auf eine gefahrenfreie Einreise. Die Grenzen der Europäischen Union seien geschlossen.

    Der Kälteeinbruch und die andauernden Kämpfe in Syrien haben die Lage der Menschen in den Krisenregionen dramatisch verschärft. Nothelfer schlugen erneut Alarm. Das Wetter verschlimmere die Lage der Vertriebenen, teilten die SOS-Kinderdörfer in München mit. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen beklagte, dass die Hilfsleistungen angesichts der humanitären Notlage vor Ort längst nicht ausreichten. Wegen der heftigen Kämpfe seien große Teile des Landes nur schwer zu erreichen.

    22.12.2012, Quelle: dpa, epd
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