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Nach der Italien-Wahl
"Die Ruhe war nur trügerisch"
BildTageszeitung in Italien
VideoItalien: "Kreativität oder Neuwahlen?"
VideoItalien nach der Wahl
Mit dem Comeback von Berlusconi und dem Wahlerfolg von Grillo haben die Italiener zwei Euro-Skeptiker ins Boot geholt. Reformen ade? Bersani müsste sie gegen die Hälfte der Bevölkerung durchpeitschen, sagt Politik-Experte Lüder Gerken im heute.de-Interview.
Links
Italien in Schockstarre
heute.de: Warum ist es so dramatisch, wenn die politische Macht im italienischen Abgeordnetenhaus und im Senat auseinander driften?
Zur Person
Prof. Lüder Gerken leitet das Centrum für Europäische Politik in Freiburg. Das CEP versteht sich als europapolitischen Think-Tank der Stiftung Ordnungspolitik.
Prof. Lüder Gerken leitet das Centrum für Europäische Politik in Freiburg. Das CEP versteht sich als europapolitischen Think-Tank der Stiftung Ordnungspolitik.
heute.de: Geraten der Euro und die Eurozone nun massiv unter Druck? Ist das nur eine weitere Etappe in der Krise – oder stellt sich nun möglicherweise (wieder) die prinzipielle Frage nach einer Überlebenschance für die gemeinsame Währung?Gerken: Die Gefahr, dass sich diese Frage wieder prinzipiell stellt, ist leider nicht von der Hand zu weisen. Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft innerhalb der Eurozone, Italien hat nun mal ein ganz anderes Gewicht als Zypern oder Griechenland. Zudem: Italien hat sich bisher mit rund 19 Prozent an der Finanzierung des Europäischen Stabilitätsmechanismus beteiligt, sollte Italien also ausfallen, wird es für die verbliebenen Staaten umso teurer. Und ganz fürchterlich wird es, wenn Italien sogar selbst unter den Rettungsschirm muss, spätestens dann stellt sich die Überlebensfrage unserer Gemeinschaftswährung.
heute.de: Um Griechenland, Portugal, Spanien oder auch den Pleitekandidaten Zypern war es zuletzt verdächtig ruhig geworden. Wird die Stimmung wieder ruppiger – was dürfen wir nun nach der Italienwahl in den kommenden Wochen und Monaten erwarten?Gerken. Die Angst der Märkte dürfte wieder zunehmen, die Ruhe der jüngsten Zeit war nur eine trügerische, denn die Ursachen, die zu dieser Krise geführt hatten, bestehen ja immer noch weiter: Die Volkswirtschaften einiger Staaten sind schlicht nicht mehr wettbewerbsfähig.Das Interview führte Christian Thomann-Busse



