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ZDF Politbarometer

Die meisten Deutschen wollen schärfere Lebensmittelgesetze

  • Video Pferdefleisch-Lasagne für Arme?
  • Interaktiv Politbarometer zum Durchklicken
  • Video Pferdefleisch: Was tun mit der Lasagne?
  • Video Politbarometer: Merkel vor Steinbrück
  • VideoPferdefleisch-Lasagne für Arme?

    Wohin mit den Pferdefleisch-Lasagnen? Der Vorschlag des CDU-Entwicklungspolitikers Hartwig Fischer, die Fleisch-Mogelpackungen an Hilfsorganisationen zu verteilen, sorgte für Diskussionen und Empörung.

    (22.02.2013)
    InteraktivPolitbarometer zum Durchklicken
    Politbarometer: Zustimmung für Warnstreiks im Öffentlichen Dienst / Quelle: ZDF
    (Quelle: ZDF)
    VideoPferdefleisch: Was tun mit der Lasagne?

    Der Pferdefleischskandal zieht immer weitere Kreise. Die betroffenen Produkte sind unzählig, kaum ein Verbraucher sieht da noch durch. Smart-Phone-Apps und Telefon-Hotlines bringen Licht ins Dunkel.

    (20.02.2013)
    VideoPolitbarometer: Merkel vor Steinbrück

    Laut Umfragewerten bleibt Angela Merkel weiterhin deutlich beliebter als ihr SPD-Kontrahent Peer Steinbrück. Im Wahlkampf spielen Europapolitik und die steigenden Energiepreise eine wichtige Rolle.

    (22.02.2013)

    Nach dem Pferdefleischskandal ist laut ZDF Politbarometer die Mehrheit der Deutschen für strengere Kontrollen von Lebensmitteln. Allerdings bezweifelt mehr als die Hälfte, dass es tatsächlich zu so einer Verschärfung kommen wird. 

    Im Zusammenhang mit dem Verkauf von falsch deklariertem Pferdefleisch sind 84 Prozent für strengere Gesetze und Kontrollen, wenn es um Kennzeichnung und Qualität von Lebensmitteln geht, 15 Prozent meinen, dies sei nicht nötig (weiß nicht: ein Prozent). Dass es jetzt zu einer solchen Verschärfung kommen wird, davon gehen aber nur 41 Prozent aus, 58 Prozent bezweifeln dies (weiß nicht: ein Prozent).

    Empörung über Pferdfleisch für Arme

    Der Vorschlag, aussortierte Lebensmittel mit Pferdefleisch an Arme zu verteilen, hat eine Welle der Empörung ausgelöst. "Bedürftige Menschen sind keine Verbraucher zweiter Klasse", sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Deutsche Tafel, Gerd Häuser. Es sei entwürdigend, wenn Produkte, die die Mehrzahl der Verbraucher ablehne, als gut genug für Bedürftige eingestuft würden. Auch das Bundesministerium für Verbraucherschutz erklärte, es sehe die Weitergabe "sehr kritisch". CDU-Entwicklungspolitiker Hartwig Fischer hatte vorgeschlagen, aus den Regalen genommene Produkte wie Lasagne oder Dosen-Gulasch korrekt zu deklarieren und an Bedürftige weiterzureichen.  "Wenn Sie so wie ich in Afrika ständig Menschen sterben sehen, dann haben Sie ein anderes Verhältnis zu Lebensmitteln", sagte Fischer der Nachrichtenagentur dpa.

    Union gibt ab - SPD legt zu

    Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU auf 40 Prozent und würde damit erneut einen Punkt abgeben. Die SPD könnte zulegen auf 30 Prozent (plus eins), ebenso die Grünen auf 14 Prozent (plus eins), die FDP bliebe konstant bei vier Prozent und die Linke unverändert bei sechs Prozent. Die sonstigen Parteien erreichten zusammen sechs Prozent, darunter die Piraten mit zwei Prozent (minus eins). Neben einer Großen Koalition hätte damit nur eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen oder aus SPD, Grünen und Linke eine Mehrheit.

    Merkel und Steinbrück / Quelle: dpa

    62 Prozent wünschen sich Merkel, 28 Prozent Steinbrück.
    Quelle: dpa

    Die meisten der aktuell zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker werden in dieser Woche schlechter bewertet als zuletzt. So auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die die Top Ten mit einem Durchschnittswert von 2,1 auf der Skala von +5 bis -5 weiterhin klar anführt, Ende Januar aber noch auf einen Spitzenwert von 2,5 kam. Auf Platz zwei, ebenfalls mit deutlichen Einbußen, liegt Wolfgang Schäuble mit 1,3 (Jan. II: 1,8). Danach folgen Frank-Walter Steinmeier mit 1,0 (Jan. II: 1,2), Ursula von der Leyen mit 0,8 (Jan. II: 0,8) und Sigmar Gabriel mit 0,5 (Jan. II: 0,6). Jürgen Trittin erhält einen Wert von 0,4 (Jan. II: 0,5) und Peer Steinbrück wird ebenfalls mit 0,4 (Jan. II: 0,5) eingestuft. Auch Horst Seehofer verschlechtert sich mit aktuell 0,2 (Jan. II: 0,6) und fällt im Ranking damit drei Plätze zurück. Im Negativbereich liegen erneut Guido Westerwelle mit minus 0,4 (Jan. II: minus 0,4) und Philipp Rösler mit minus 0,9 (Jan. II: minus 1,0).

    Bei der Frage, wen die Deutschen nach der Bundestagswahl im September lieber als Kanzler/in hätten, liegt Angela Merkel weiterhin sehr deutlich vor dem SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück: 62 Prozent wünschen sich erneut Merkel (Jan. II: 62 Prozent) und 28 Prozent Steinbrück (Jan. II: 29 Prozent), zehn Prozent äußern sich nicht (Jan. II: neun Prozent). Unverändert stark ist der Rückhalt Merkels bei den CDU/CSU-Anhängern (95 Prozent, Jan. II: 95 Prozent). Von den SPD-Anhängern sprechen sich 61 Prozent (Jan. II: 66 Prozent) für Steinbrück aus.

    Zwei Drittel sehen soziale Ungerechtigkeit in Deutschland

    Warnstreik im öffentlichen Dienst / Quelle: dpa

    Warnstreik im öffentlichen Dienst
    Quelle: dpa

    Seit dieser Woche finden Warnstreiks der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst statt. Mit 72 Prozent äußert eine große Mehrheit der Befragten Verständnis für die Streiks, nur 24 Prozent stehen diesen kritisch gegenüber (weiß nicht: vier Prozent). Die Gewerkschaften wollen damit ihrer Forderung nach einer Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent Nachdruck verleihen. 46 Prozent halten diese Forderung für gerade richtig, 43 Prozent bezeichnen sie als zu hoch und vier Prozent als zu niedrig (weiß nicht: sieben Prozent). Während die Anhänger der SPD, der Linken und der Grünen die Höhe der Tarifforderung jeweils mehrheitlich als gerade richtig einschätzen, finden die meisten CDU/CSU-Anhänger diese zu hoch (57 Prozent).

    Lediglich 30 Prozent sind der Meinung, in Deutschland gehe es eher sozial gerecht zu, während für zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) bei uns eher soziale Ungerechtigkeit herrscht (weiß nicht: drei Prozent). Mit Blick auf die Zukunft erwarten nur sieben Prozent, dass sich dies verbessern wird, 55 Prozent glauben, es werde sich da nicht viel ändern und 35 Prozent befürchten, dass es zukünftig sozial weniger gerecht zugehen wird (weiß nicht: drei Prozent).

    Europa soll  mehr zusammenwachsen

    Wenn es um die zukünftige Entwicklung der EU geht, wünschen sich 70 Prozent eine stärkere politische und 68 Prozent eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit. Für 14 Prozent beziehungsweise 16 Prozent soll sich da nicht viel ändern und zehn Prozent wollen weniger politische sowie elf Prozent weniger wirtschaftliche Kooperation (weiß nicht: sechs Prozent beziehungsweise fünf Prozent).

    Kontrovers wurde in letzter Zeit diskutiert, ob Schüler, die das Klassenziel nicht erreichen, die Klasse wiederholen müssen oder ob diese Schüler Fördermaßnahmen erhalten und in der Klasse bleiben sollen. 54 Prozent sprechen sich für die Beibehaltung des Sitzenbleibens aus, 39 Prozent dagegen (weiß nicht: sieben Prozent). Während die Anhänger der SPD und der Grünen in dieser Frage gespalten sind – 48 Prozent der SPD- und 49 Prozent der Grünen-Anhänger sind für eine Wiederholung der Klasse, 47 Prozent beziehungsweise 46 Prozent dagegen – plädieren die Anhänger der CDU/CSU (60 Prozent) und der Linken (66 Prozent) mehrheitlich für das Sitzenbleiben.

    DIe Umfragen zum Politbarometer

    ... wurden wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 19. bis 21. Februar 2013 bei 1.298 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Parteianteil von 40 Prozent rund +/- drei  Prozentpunkte und bei einem Parteianteil von zehn Prozent rund +/- zwei  Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 41 Prozent, SPD: 33 Prozent, FDP: drei Prozent, Linke: fünf Prozent, Grüne: 15 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 8. März 2013.

    22.02.2013
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