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19.06.2013

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merkzettel

Nach BER-Debakel

"Ein Wunder, dass Tegel noch funktioniert"

  • Bild Tegel Flughafen
  • Video Flughafen Berlin: Satirischer Kommentar
  • Video BER-Mängel "fast grauenhaft"
  • Doku Der Fluchhafen Berlin Brandenburg
  • BildFlughafen Tegel
    (Quelle: imago)
    VideoFlughafen Berlin: Satirischer Kommentar

    Der Berliner Flughafen kommt wieder nicht. Dazu hat auch ZDF Satiriker Wiemers etwas zu sagen.

    (08.01.2013)
    VideoBER-Mängel "fast grauenhaft"

    Die Mängel am Flughafen Berlin-Brandenburg sind vom Technikchef als "fast grauenhaft" beschrieben worden. Viele Unternehmer kämpfen derweil mit den Folgen der verschobenen Eröffnungstermine.

    (08.01.2013)
    DokuDer Fluchhafen Berlin Brandenburg

    Es sollte ein Prestigeobjekt für die Bundeshauptstadt werden. Doch seit der kurzfristig geplatzten Eröffnung ist der Flughafen Berlin eine riesige Blamage für Bauplaner und Betreiber.

    (23.10.2012)

    18 Millionen Passagiere musste der Flughafen Berlin-Tegel 2012 abfertigen. Dafür ist er gar nicht ausgelegt, schon heute ächzt er unter der Belastung. Kann er nach dem Debakel um den neuen Hauptstadtflughafen BER noch mehr Gäste aufnehmen? Verkehrsforscher Florian Allroggen hält das für kaum möglich. 

    Links
    BER-Probleme "fast grauenhaft"

    heute.de: Der Flughafen Tegel ist in seiner heutigen Form 39 Jahre alt. Damals, 1974, stand in Berlin noch die Mauer. Ist dieser Flughafen für 18 Millionen Passagiere im Jahr ausgerichtet?

    Florian Allroggen: Nein. Der Flughafen ist so, wie er heute existiert, nicht für so viele Passagiere gebaut. Er hat im Augenblick die Kapazitätsgrenze überschritten. Es ist eigentlich ein Wunder, dass Tegel im Moment so gut funktioniert.

    heute.de: Woran merken das Passagiere?

    Allroggen: Sie merken das, wenn Warteschlangen sehr lang sind, obwohl alle Check-in-Schalter besetzt sind. Auch ein Blick auf das Vorfeld am frühen Morgen oder späten Abend deutet darauf hin, wenn dort sehr viele Flugzeuge eng beieinander geparkt sind. Zudem kann der Betriebsablauf bereits infolge kleiner Unregelmäßigkeiten gestört sein, so dass Verspätungen entstehen. Dies passiert sicher seltener, wenn draußen die Sonne scheint. Nicht aber, wenn es neblig ist oder Schnee fällt.

    Zur Person

    Florian Allroggen, Jahrang 1986, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Verkehrswissenschaft der Uni Münster. Seine Schwerpunkte sind Luft- und Schienenverkehr.

    heute.de: Gefährdet das die Sicherheit?

    Allroggen: Das würde ich nicht sagen. Dass Flugzeuge dicht beieinander stehen,  bedeutet, dass alle Parkpositionen besetzt sind. Sie können Flugzeuge nicht beliebig dicht nebeneinander stellen. Sicherheitssorgen muss man nicht haben. Die Frage ist nur: Funktioniert der Betrieb? Oder muss man sagen: Liebe Leute, dieses Flugzeug kann nicht landen, weil wir nicht wissen, wohin damit.

    heute.de: Die Lufthansa und Air Berlin fordern Investitionen in den Flughafen Tegel, damit er die nächsten Monate durchhält. Was müsste gemacht werden?

    Allroggen: Investitionen in die Abfertigung. Dass man zum Beispiel Platz schafft für die Passagiere, also zum Beispiel weitere Terminalprovisorien. Dass genug Check-in-Schalter vorhanden sind. Gerade im Bereich der Gepäckabfertigung besteht in Tegel Bedarf, vor allem wenn der Flughafen noch einen längeren Zeitraum BER ersetzen muss.

    heute.de: Mehr Bänder, auf die Fluggäste ihre Koffer stellen?

    Allroggen: Gar nicht mal so sehr. Wichtiger ist eher, was dann passiert. Die Wege der Koffer ins Flugzeug müssen reibungslos funktionieren. Dazu brauchen Sie auch mehr Personal. Ansonsten verlieren Sie als Fluggesellschaft Koffer und es kann zu Verspätungen kommen. Angenommen, morgens geht dabei etwas schief. Als Fluggesellschaft nehmen Sie diese Verspätungen mit in den Tag.

    heute.de: Welche Investitionen in die Infrastruktur bräuchte Tegel noch?

    Allroggen: Man bräuchte mehr Parkpositionen, auf denen die Flugzeuge stehen. Oder Platz, um Flugzeuge zu enteisen. Zum Beispiel für Lkw, die Flugzeuge enteisen.

    heute.de: Und gibt es den?

    Allrogen: Platz ist in Tegel sicherlich nur beschränkt vorhanden ...

    heute.de: Im September 2012 sind von Tegel aus etwa 1,7 Millionen Menschen geflogen, etwa acht Prozent mehr als im Vorjahr. Ihre Aussagen lassen den Schluss zu, dass nicht noch weitere hinzukommen können ...

    Allroggen: Es spricht viel dafür. Erweiterungen des Hauptterminals sind nur schwer vorstellbar. Provisorien müssten separat vom Hauptgebäude auf umliegenden Flächen geschaffen werden. Außerdem checkt man in Tegel teilweise erst am Gate ein. In anderen Flughäfen gibt es stattdessen zentrale Check-in Bereiche. Der dezentrale Check-in in Tegel erschwert die Situation zusätzlich.

    Das Interview führte Dominik Rzepka

    08.01.2013
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