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Führungswechsel bei Air Berlin

Ein neuer Anfang vom Ende?

  • Bild Air Berlin Maschine
  • Video Air Berlin fordert Schadenersatz
  • BildAir-Berlin-Maschine
    (Quelle: imago)
    VideoAir Berlin fordert Schadenersatz

    Nach der geplatzten Eröffnung des Berliner Airports hat die Fluggesellschaft Air Berlin jetzt Klage eingereicht. Sie fordert von der Betreibergesellschaft Schadenersatz in zweistelliger Millionenhöhe.

    (06.11.2012)

     von Michael Braun

    Air Berlin hat einen neuen Vorstandschef, aber viele alte Probleme bleiben. Interimschef Hartmut Mehdorn hat die Konzernspitze an Wolfgang Prock-Schauer übergeben. Der soll jetzt den Rettungskurs forstetzen - keine leichte Aufgabe nach Ansicht von Analysten. 

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    Charts und weitere Info

    Der frühere Bahnchef ist nun auch ehemaliger Air-Berlin-Chef. Er mochte es sprachlich gern deftig. "Diplomat wollte ich nie werden", betitelte Hartmut Mehdorn ein Buch über Mehdorn. Sollen Analysten die Zukunft von Air Berlin nach Mehdorn beschreiben, sagen manche ähnlich deftig: "Die Zahlungsunfähigkeit."

    Viel erreicht

    Dabei hat Mehdorn viel geschafft. Er strich unrentable Verbindungen aus dem Streckennetz. Die Flugzeugflotte schrumpfte auf 158 Flugzeuge, zwölf weniger als ein Jahr zuvor im Herbst 2011. Damit schmolz die Kapazität schneller ab als die Zahl der Fluggäste. Deshalb stieg die Auslastung der angebotenen Sitze, der sogenannte "Sitzladefaktor", binnen eines Jahres um 1,4 Prozentpunkte auf 80,03 Prozent.

    Mehdorn schaffte es auch, Air Berlin in die Allianz "oneworld" einzubringen, die zwar nur weniger als halb so groß ist wie die "Star Alliance", in der der große deutsche Konkurrent Lufthansa mitfliegt, die aber den Kunden von Air Berlin immerhin leichter internationale Verbindungen, mehr Bonusmeilen und dem Unternehmen zumindest perspektivisch Einkaufsvorteile brachte.

     

    Schweres Erbe

    Links
    BER-Eröffnungstermin wieder geplatzt

    Vor allem gelang es Mehdorn aber, mit Ethihad Airways aus Abu Dhabi einen kapitalkräftigen Großaktionär an Bord zu holen, der gut 29 Prozent an Air Berlin besitzt. Ohne den wäre Air Berlin wohl nicht über die Runden gekommen – zu groß waren die roten Zahlen, die Mehdorns Vorgänger Joachim Hunold hinterlassen hatte. Der hatte Konkurrenten wie DBA, LTU und Niki geschluckt, was aber nicht mehr schwarze Zahlen gebracht hatte, sondern nur mehr Schulden. Auch Mehdorn hatte den Weg in die Verschuldung nur bremsen können. Die Nettoverschuldung stieg im vorigen Jahr bis zur Herbstbilanz von 813 auf 853 Millionen Euro.

    So mussten auch Spar- und Effizienzprogramme her. Hoffnungen, mit den Berliner Großflughafen als "Drehkreuz" nutzen und von dort aus einen effizienteren Flugplan organisieren zu können, zerschlangen sich immer wieder. Auch das schwächt Air Berlin.

    Investition "Zeitverschwendung"

    In der Herbstbilanz 2011 standen Verluste von 134,3 Millionen Euro. Ein Jahr später waren sie ebenfalls dreistellig, wenn auch mit 102,5 Millionen Euro deutlich niedriger. "Immer noch verheerend", meint ein Analyst, der sagt, sich als Investor mit Airberlin zu beschäftigen, sei "Zeitverschwendung".

    Mehdorns Nachfolger wird viel Skepsis und Misstrauen beseitigen müssen. Wolfgang Prock-Schauer, seit Herbst schon als Streckenplaner und Strategievorstand bei Air Berlin tätig, war von British Midland gekommen. Dort hatte der Österreicher die Lufthansa-Tochter auf Vordermann bringen sollen. Es gelang nicht. British Midland wurde verkauft.

    Prock-Schauer sagte, er sehe Airberlin vor "großen Herausforderungen" und kündigte für die anstehenden Veränderungen ein hohes Tempo an. Das müsse auch sein, meinen Skeptiker, sonst drohe der Vorwurf der Konkursverschleppung.

    07.01.2013
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