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Brüderle trifft Reporterin Himmelreich
Ein nicht alltägliches Frühstück
BildBrüderle beim Pressefrühstück
VideoNiebel: "Ziemliche Unverschämtheit"
VideoWie sexistisch ist das politische Berlin?
VideoKommentar zu Sexismusvorwürfen
Rainer Brüderle lädt zum Frühstück, auch "Stern"-Reporterin Himmelreich ist da. Der Medienandrang ist gewaltig, es wird live getickert und getwittert. Brüderle hält sich bedeckt - erst später sagt er: "Sexismus ist eine Debatte, die läuft".
Ein paar Fernsehleute sind zu schnell. "Frau Himmelreich, Frau Himmelreich", rufen sie einer blonden Frau zu, die dem Eingang des großen FDP-Sitzungssaals im Jakob-Kaiser-Haus in Berlin-Mitte zustrebt. "Ich bin nicht Frau Himmelreich", sagt dieJournalistin verärgert. Ein paar Minuten später, um 10.35 Uhr, ist es aber soweit. Laura Himmelreich vom "Stern" kommt den langen, holzgetäfelten Gang herunter.Vom Büroleiter begleitetBegleitet wird sie vom Berliner Büroleiter des Magazins. Die 29-jährige Reporterin, die mit ihrem umstrittenen Porträt über Rainer Brüderle die Sexismus-Debatte in Deutschland mit ausgelöst hat, duckt sich ein wenig vor den Kameras und geht wortlos in den Saal.
Laura Himmelreich
Quelle: dpa
Quelle: dpa
Sexismus als Thema
Die Journalistin Laura Himmelreich hatte in einem Artikel über anzügliche Äußerungen Brüderles ihr gegenüber berichtet und damit eine breite Debatte über Sexismus in Politik und Arbeitsleben losgetreten. Auf Nachfrage äußerte sich Rainer Brüderle nach dem Frühstück in allgemeiner Form zu dieser Diskussion. "Sexismus ist eine Debatte, die läuft und die sicherlich gesellschaftliche Relevanz hat", sagte er. "Dass Debatten in der Demokratie geführt werden, ist ein legitimes und richtiges Phänomen."
Die Journalistin Laura Himmelreich hatte in einem Artikel über anzügliche Äußerungen Brüderles ihr gegenüber berichtet und damit eine breite Debatte über Sexismus in Politik und Arbeitsleben losgetreten. Auf Nachfrage äußerte sich Rainer Brüderle nach dem Frühstück in allgemeiner Form zu dieser Diskussion. "Sexismus ist eine Debatte, die läuft und die sicherlich gesellschaftliche Relevanz hat", sagte er. "Dass Debatten in der Demokratie geführt werden, ist ein legitimes und richtiges Phänomen."
Eindruck erwecke, Brüderle sei das Opfer.Die Liberalen leiden tatsächlich mit ihrem Spitzenkandidaten und sind empört über den "Stern". Parteichef Philipp Rösler versucht, die laufende Sexismus-Debatte in eine Kampagne gegen die FDP umzudeuten. Das solidarisiert und mobilisiert die Anhängerschaft.
SPD erhöht Druck
Die SPD bemühte sich derweil, den Druck auf Brüderle zu erhöhen. Generalsekretärin Andrea Nahles forderte Brüderle, der seine Partei als Spitzenmann in den Bundestagswahlkampf führen soll, zu einer öffentlichen Stellungnahme auf. Zudem monierte sie, die FDP habe "ein Frauenproblem". Die FDP habe "die wenigsten weiblichen Abgeordneten im Bundestag und in Führungspositionen - und das seit Jahrzehnten".
Die SPD bemühte sich derweil, den Druck auf Brüderle zu erhöhen. Generalsekretärin Andrea Nahles forderte Brüderle, der seine Partei als Spitzenmann in den Bundestagswahlkampf führen soll, zu einer öffentlichen Stellungnahme auf. Zudem monierte sie, die FDP habe "ein Frauenproblem". Die FDP habe "die wenigsten weiblichen Abgeordneten im Bundestag und in Führungspositionen - und das seit Jahrzehnten".
Story.Mit der letzten zugelassenen Frage versucht ein Journalist noch einmal, den Pfälzer aus der Reserve zu locken. Er werde ja seit einer Woche sehr persönlich mit Sexismus-Schlagzeilen überzogen. Ob er jetzt nicht endlich die Chance nutzen wolle, etwas öffentlich klarzustellen oder sich persönlich bei der "Stern"-Kollegin zu entschuldigen? Brüderle bleibt bei seiner Linie. "Ich werde weiter keinen Kommentar dazu abgeben." Um 11.37 Uhr ist die Presserunde zu Ende. Brüderle bleibt auf seinem schwarzen Ledersessel sitzen, bis Himmelreich gegangen ist.



