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25.05.2013

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Hochtief übernimmt Risiken

Elbphilharmonie wird fertig gebaut

  • Bild Elbphilharmonie: Bau geht weiter
  • Video Ultimatum läuft aus
  • Video Erstes Konzert in Elbphilharmonie
  • Bilderserie Investitionsruinen der Länder
  • BildElbphilharmonie: Bau geht weiter
    Die Elbphilharmonie / Quelle: imago
    (Quelle: imago)
    VideoUltimatum läuft aus

    Seit Monaten ruhen die Arbeiten auf der Baustelle der Elbphilharmonie, weil die Stadt Hamburg und der Baukonzern Hochtief über die Sicherheit des Daches streiten. Jetzt läuft das letzte Ultimatum aus.

    (04.07.2012)
    VideoErstes Konzert in Elbphilharmonie

    Auf Hamburgs berühmtester Baustelle, der Elbphilharmonie im Hafen, ist heute doch tatsächlich Musik zu hören, obwohl die Bauarbeiten weiterhin stocken.

    (29.09.2012)
    BilderserieInvestitionsruinen der Länder
    Sportwagen fahren auf dem Nürburgring / Quelle: imago
    (18.07.2012)

    Hoffnung für Freunde der Hochkultur: Das Gezerre um Kostenexplosion und Haftungsfragen bei der Hamburger Elbphilharmonie hat vorerst ein Ende. Die Stadt hat sich mit dem Baukonzern Hochtief geeinigt, das Konzerthaus gemeinsam zu Ende zu bauen. 

    Eine Entscheidung beim Bau der umstrittenen wie kostspieligen Elbphilharmonie ist gefallen: Hamburg will das prestigeträchtige Konzerthaus in der HafenCity grundsätzlich mit Hochtief zu Ende bauen. Dabei würde der Essener Baukonzern künftig alle Risiken übernehmen, wie Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) in der Hansestadt sagten.

    Gesamtkosten über einer halben Milliarde

    Das bedeutet für die Stadt Mehrkosten in Höhe von 198 Millionen Euro und schraubt den Gesamtpreis auf mehr als eine halbe Milliarde Euro. Die Übergabe verzögert sich auf Mitte 2016, die Eröffnung auf Frühjahr 2017. Bis Ende Februar möchte der Senat endgültig über das Angebot von Hochtief entscheiden.


    Damit trifft Scholz knapp zwei Jahre nach seinem Amtsantritt eine richtungsweisende Entscheidung für den Bau: Gemeinsam mit seinen Senatoren sprach sich der Regierungschef in einer Sondersitzung für Hochtief aus. Der Essener Baukonzern hatte noch am Samstag ein weitreichendes und überarbeitetes Angebot vorgelegt. Demnach übernimmt das Unternehmen alle Risiken bei dem Bau und beendet alle Rechtsstreitigkeiten mit der Stadt. Im Gegenzug muss Hamburg 198 Millionen Euro zusätzlich für den Bau zahlen. Damit wären alle Ansprüche, inklusive die der Architekten, abgedeckt.

     Hochtief: Kompromisse statt Prozesse

    "Dieser endgültige Pauschalfestpreis wird die vollständige bauliche Fertigstellung der Elbphilharmonie beinhalten", erklärte ein Sprecher des Konzerns. Weitere Mehrkosten würden nur entstehen, wenn die Stadt noch Sonderwünsche haben sollte. Dies sei auch für den Steuerzahler die günstigste und sicherste Lösung, meinte der
    Vorstandsvorsitzende des Baukonzerns, Marcelino Fernández Verdes.

    "Die Neuordnung des Projekts wird möglich, weil alle Parteien zu weitgehenden finanziellen Zugeständnissen bereit sind", so Fernández Verdes weiter. Hochtief
    werde viele Millionen Euro aufwenden, umfassende Garantien abgeben und viel mehr Verantwortung übernehmen, um die Elbphilharmonie so schnell und so gut wie möglich zu realisieren. "Im Gegenzug erhalten alle Seiten die nötige Klarheit über die Kosten und können sich auf die Fertigstellung statt auf jahrelange Gerichtsprozesse
    konzentrieren."

    Eröffnung im Frühjahr 2017

    Die Stadt Hamburg bleibt somit eine Art Bauherr mit Kontrollfunktion. Hochtief verpflichtet sich ferner, das Konzerthaus bis Mitte 2016 schlüsselfertig zu übergeben. Die Eröffnung der Elbphilharmonie verschiebt sich damit auf das Frühjahr 2017. Scholz zufolge will der Senat sich allerdings nun bis zum 28. Februar das Recht vorbehalten, den Vertrag mit Hochtief noch kündigen zu können. Bis dahin soll das jüngste Angebot des Essener Unternehmens rechtsverbindlich werden.
     

    Alternativ hatte sich der Senat am Samstag nämlich auch mit einem zweiten Szenario beschäftigt, wonach die Stadt das äußerst komplexe Konzerthaus alleine fertig bauen könnte - ohne Hochtief. Auch diese Variante würde Mehrkosten in Höhe von rund 200 Millionen Euro bedeuten. Zudem würde sich die Eröffnung um weitere sechs bis zwölf Monate verzögern.

    Jahrelanger Streit

    Ein ganzes Jahr lang hatten die Bauarbeiten an der Elbphilharmonie komplett geruht. Einer der Hauptstreitpunkte war das 2.000 Tonnen schwere Saaldach, das Ende November abgesenkt und mit dem Gebäude verbunden werden konnte. Davor ruhte es auf 21 Auflagern, von denen in einem ersten Schritt sieben "lastfrei" gesetzt wurden. Dadurch erfolte laut Experten eine Lastenumverteilung in der Stahl-Beton-Konstruktion. Hochtief hatte die Sicherheit der Statik angezweifelt und deshalb im Oktober 2011 die Bauarbeiten eingestellt. Die städtische Realisierungsgesellschaft ReGe hatte dagegen stets betont, die Statik des Baus sei gesichert und dazu mehrere Gutachten vorgelegt. Nach Fertigstellung wird das Dach 8.000 Tonnen wiegen.

    Das Konzerthaus in der HafenCity ist seit Jahren Streitobjekt zwischen der Stadt Hamburg und Hochtief. Ursprünglich war für die Stadt ein Kostenanteil von 77 Millionen Euro veranschlagt worden und sollte 2010 fertiggestellt werden. Auch der Eröffnungstermin wurde seit der Grundsteinlegung im April 2007 stets verschoben. Die Kosten für den Bau betragen mittlerweile 377 Millionen Euro, inklusive Hotel und Tiefgarage. Insgesamt geht die Stadt nun insgesamt von einem Preis in Höhe von 575 Millionen Euro aus.

    15.12.2012, Quelle: dpa, dapd
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