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Wegweisendes Urteil
Entlassen wegen zu viel Erfolg: Millionen für Banker
Bild Raphael Geys: Sieg in letzter Instanz
In Großbritannien hat der Oberste Gerichtshof die Rechte von hoch bezahlten Spitzenmanagern gestärkt. In einem von der Finanzbranche mit Spannung erwarteten Urteil gaben die Richter einem entlassenen Investmentbanker Recht, der jetzt von seinem früheren Arbeitgeber bis zu 20 Millionen Euro erhalten kann.
Ende gut alles gut für Raphael Geys: Bis zu 20 Millionen Euro kann er von seinem ehemaligen Arbeitgeber fordern, der ihn unrechtmäßig gefeuert hatte. Das entschied der Oberste Gerichtshof in Großbritannien unter den aufmerksamen Augen der Londoner City.Geld nach fünf JahrenDie Richter gaben dem belgischen Investmentbanker Raphael Geys Recht, der mit seinem früheren Arbeitgeber Société Genérale über ausstehende Bezüge in Millionenhöhe stritt. Die französische Großbank muss ihren im Jahr 2007 entlassenen Londoner Mitarbeiter nun womöglich bis zu 20 Millionen Euro zahlen. Dem Entscheid zufolge gelten fristlose Kündigungen für unbescholtene Beschäftigte nur dann, wenn sie diesen zugestimmt haben. Im konkreten Fall sei dies nicht gegeben gewesen. Der Kläger habe Anspruch auf zusätzliche Sondervergütungen.Der Banker Raphael Geys wird nun von Société Genérale zum einen rund 12,5 Millionen Euro Abfindung verlangen. Zum anderen kann er zusätzlich "einige Millionen Euro" fordern, um steuerliche Nachteile auszugleichen, die die Bank zu verantworten hat. Nach Darstellung von Geys hatte sich das Geldhaus von ihm getrennt, weil er zu erfolgreich und damit zu teuer für seinen Arbeitgeber war. Der Anwalt des Klägers lobte das Urteil als wegweisend für den Schutz von Arbeitnehmern.Umsatz verdoppelt und gefeuertNach Geys' Darstellung konnte er den Bruttoumsatz seiner Abteilung zwischen 2005 und 2007 mehr als verdoppeln. Durch die damit verbundenen Boni wurde er damit für die Bank zu teuer. Man bot ihm 7,9 Millionen Euro Abfindung, um sich von ihm zu trennen. Bei seiner Kündigung Ende November 2007 habe sein Boss ihm gesagt, er "sei zu teuer geworden und werde wohl auch nicht billiger werden" für das Unternehmen, so Geys.Besonders interessiert dürfte die Commerzbank den Richterspruch erwartet haben. Deutschlands zweitgrößte Bank versucht gegenwärtig vor Gericht, Bonusnachzahlungen in Höhe von 52 Millionen an rund 100 Investmentbanker in London abzuwenden.


