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Fall Schavan
"Entscheidung war unvermeidlich"
Video"Entscheidung nicht leicht gemacht"
VideoWie es mit Annette Schavan weitergeht
VideoKünast: "Schavan unglaubwürdig"
VideoKretschmer: "Schavan wird bleiben"
Opposition startet die "Attacke Merkel"
von Dominik RzepkaAnnette Schavan, die CDU-Bildungsministerin, will gegen die Aberkennung ihres Doktortitels klagen. Für sie geht es nicht nur um den akademischen Titel: Die Opposition fordert den Rücktritt. In der Plagiatsaffäre um Bildungsministerin Schavan nehmen SPD, Grüne und Linke jetzt Kanzlerin Angela Merkel ins Visier. "Annette Schavan muss zurücktreten", sagt der stellvertretende SPD-Fraktionschef Ulrich Kelber heute.de. "Dass Merkel - wie bei Guttenberg - das nicht zu begreifen scheint, zeigt durchaus ein gestörtes Verhältnis zu bürgerlichen Werten." Kelber kritisiert, dass Merkel offensichtlich auf Zeit spiele.Auch die Grünen kritisieren, dass sich Merkel wegducke. "Merkel muss jetzt klar machen, dass Annette Schavan als Bildungsministerin nicht mehr tragbar ist", sagt der grüne Bundestagabgeordnete Sven-Christian Kindler. Und die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, geht davon aus, dass Schavan nicht zu halten ist: "Viele rechnen damit, dass Schavans Amtszeit mit ihrer Rückkehr nach Deutschland endet. Um Merkel wird es langsam einsam."Seibert: Kanzlerin hat "volles Vertrauen" in SchavanDie Botschaft ist klar: Eine Kanzlerin, die sich hinter diese Ministerin stelle, duldet wissenschaftlichen Betrug. Die Causa Schavan - auch eine Causa Merkel? Merkels Sprecher versucht, diesen Eindruck zu zerstreuen. Die Kanzlerin habe "volles Vertrauen" in Schavan, sagt Regierungssprecher Steffen Seibert. Beide stünden in gutem Kontakt. "Die Kanzlerin schätzt ihre Leistung als Ministerin außerordentlich", so Seibert. Schavan werde ihre Südafrika-Reise wie geplant fortsetzen. Ihre Rückkehr ist für Freitag geplant. Nach ihrer Rückkehr könne man in Ruhe miteinander sprechen.Erst danach wolle sich Schavan ausführlicher äußern - eine Strategie, die bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auf Zuspruch stößt: "Ich finde, wir sollten ihr Gelegenheit geben, diese Reise zum Abschluss zu bringen und dann Stellung zu nehmen", sagt er. Über die Rolle Angela Merkels aber sagt Schäuble nichts. Auch nicht, ob sie an einer Wissenschaftsministerin festhalten könne, deren Doktortitel aberkannt wurde.Bayerischer FDP-Fraktionschef legt Schavan Rücktritt nahSo lange warten will im Regierungslager allerdings nicht jeder. Der bayerische FDP-Fraktionschef Thomas Hacker jedenfalls hat Schavan bereits den Rücktritt nahegelegt: "Gerade wenn man sich gedanklich zurückholt, was Frau Schavan in der Causa KT (Karl-Theodor zu Guttenberg, Anm. der Redaktion) gesagt hat, muss sie die Konsequenzen ziehen." Noch geht das nur gegen Schavan. Doch der Fall Schavan kann auch für Dr. Merkel zum Problem werden.Wie lange duldet sie als promovierte Physikerin eine Wissenschaftsministerin in ihrem Kabinett, die bei ihrer Doktorarbeit systematisch getäuscht hat? Merkel will diese Frage heute nicht beantworten. Am Abend trifft sie ihren französischen Kollegen Hollande. Pressestatements? Nicht geplant. Anschließend schaut Merkel Fußball: Deutschland gegen Frankreich. Ein Freundschaftsspiel. Um Titel geht es da nicht. Dem Autor bei Twitter folgenDas sagen heute.de-User zum Fall Schavan
Mehrheit für Rücktritt, aber auch Rückendeckung
Die Uni Düsseldorf hat Bildungsministerin Annette Schavan den Doktortitel entzogen. Sie will sich juristisch dagegen wehren und lässt vorerst ihre Zukunft als Ministerin offen. Doch der Druck auf die CDU-Politikerin ist groß, die Opposition hält sie für nicht mehr tragbar. Auch viele Bürger fordern ihren Rücktritt. In einer heute.de-Umfrage auf Facebook ist die Mehrheit der User dafür, dass sie ihren Hut nimmt. Doch es gibt auch Rückendeckung für Schavan.
"Hetzjagd" und "Ablenkungsmanöver"
Thomas S. hält den Fall Schavan für eine „moderne Hetzjagd auf den politischen Gegner“. „Da wird urplötzlich in alten Arbeiten dieser Personen herumgeschnüffelt, um bestenfalls etwas zu finden, diese Person zu diskreditieren, um sie dann politisch abzusägen“, schreibt er auf der heute.de-Seite bei Facebook.
Ähnlich äußert sich Andreas W.: „An vorderster Front brüllt immer Künast am lautesten. Denen geht doch in Wirklichkeit nicht um die Wissenschaft, sondern darum, Merkel eins reinzuwürgen. Einfach nur schäbiges intrigantes Verhalten.“
Jörg B. fragt: „Was soll diese neue Entwicklung politischer Spielereien, jetzt alle über ihre Doktorarbeiten auszuschalten?!“ Er hält die „Rumschnüffeleien in uralten Doktorarbeiten“ für nichts weiter als „Ablenkungsmanöver von den wichtigen Themen“, wie Energiepolitik oder Sozialpolitik.
"Man sollte einfach auch mal die Vergangenheit der ach-so-blütenweißen 'Ankläger' durchleuchten - irgendwas findet man bei jedem", schreibt Rainer S. bei Google+.
"Genau genommen versagen hier die Doktorväter", meint Ralf A. bei Google+.
"Nach 30 Jahren wurde sie von der Vergangenheit und dem Internet eingeholt. Ich hab da 'ne geteilte Meinung. Wenn wir so weiter machen, haben wir bald keine Politiker mit akademischen Titel mehr. Ist es das wert?", fragt Walter L. bei Google+.
"Posten räumen", "peinlich", "unglaubwürdig"
Die meisten heute.de-User halten das politische Schicksal von Annette Schavan für besiegelt.
Chris R. findet es "peinlich, dass unsere Ministerin für Bildung selbst bei der Erstellung der Doktorarbeit gepfuscht hat". Sie sei in diesem Amt "nicht mehr tragbar", schreibt er auf der heute.de-Seite bei Facebook.
Dass sie "fremdes Gedankengut als eigenen Hirnschmalz" dargestellt habe, sei "Klau", schreibt Christine S. auf Facebook. "Sie muss zurücktreten".
"Sie hat sich die Entscheidung bereits abgenommen", meint Udo H. auf Facebook. Im Fall von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg habe sie "den Bagger bis zum Anschlag aufgerissen" und nun habe es sie "selbst erwischt". "Wer systematisch und mit Vorsatz betrügt und sich dadurch einen Vorteil in Bezug auf die Karriere verschafft, hat nicht nur sofort den Posten zu räumen, sondern gehört bestraft wie jeder normale Bürger im Vergleichsfall auch."
Auch Nicole H. nimmt Bezug auf Schavans Reaktion im Fall Guttenberg: "Ihr bleibt nichts anderes übrig als zurückzutreten. Auch die Kanzlerin dürfte sich trotz aller Freundschaft nicht hinter Frau Schavan stellen, man kann einfach nicht mit zweierlei Maß messen."
"Eine Ministerin, der der Doktortitel entzogen wurde, kann nicht glaubwürdig und zwanglos vor den mit ihr zusammenarbeiten müssenden Unis usw. auftreten", schreibt Jens F. auf der heute.de-Seite bei Google+.



