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Krieg in Mali
"Es gibt keine politische Lösung dieses Konflikts"
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Wachsende Sorge um Menschen in Mali
Hilfsorganisationen sind zunehmend besorgt über die Situation der Zivilbevölkerung in Mali. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR teilte am Freitag in Genf mit, dass seit Beginn der Auseinandersetzungen 147.000 Menschen in Nachbarländern Zuflucht gesucht hätten. 229.000 Zivilisten haben die Konfliktregionen verlassen und sind innerhalb Malis geflohen. "Wir denken, dass es in naher Zukunft bis zu 300.000 zusätzliche Vertriebene innerhalb von Mali sowie mehr als 400.000 weitere Flüchtlinge in den Nachbarländern geben könnte", sagte eine UNHCR-Sprecherin.Grüne: Entwicklungshilfe freigebenDie Bündnisgrünen appellierten an die Bundesregierung, der malischen Übergangsregierung wieder Entwicklungshilfe zu gewähren. Sie war nach dem Putsch eingefroren worden. "Wenn der Übergangsregierung die Mittel ausgehen, wären die Leidtragenden die Menschen in Mali", erklärten der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Frithjof Schmidt und die entwicklungspolitische Sprecherin Ute Koczy. Die Bundesregierung müsse "in dieser fragilen Lage finanzielle Unterstützung für Gesundheit, Schulen und Verwaltung zur Verfügung stellen"."Ärzte ohne Grenzen" forderte in Berlin von den Konfliktparteien, den humanitären Helfern Zugang zur Zivilbevölkerung zu gewähren. Ganze Regionen seien von Hilfe abgeschnitten. "Trotz unserer wiederholten Anfragen verweigern die Autoritäten uns weiterhin den Zugang zu der Region um Konna", sagte der Programmleiter Malik Allaouna. Seit Beginn der französisch-malischen Militäroperation "war es uns trotz unserer Neutralität nicht möglich, die Frontlinien zu überqueren".Kindersoldaten im EinsatzAuch das Kinderhilfswerk World Vision äußerte die Befürchtung, dass eine wachsende Zahl von Menschen in dem Konfliktgebiet eingeschlossen sei. Es gebe Anzeichen, dass Tausende von Kindern und ihre Familien zwischen die Fronten geraten seien. Die Organisation verwies zudem auf Berichte, nach denen bewaffnete Gruppen inzwischenweit mehr als hundert Kindersoldaten rekrutiert hätten. So seien Jungen von zum Teil unter zehn Jahren bei Kämpfen beobachtet worden.Nach Angaben von Menschenrechtlern sind mehrere tausend Tuareg aus Angst vor Luftangriffen aus dem Nordosten Malis geflohen. Rund die Hälfte der 25.600 Tuareg aus der Stadt Kidal hätten in den letzten Tagen in Algerien Zuflucht gesucht, so die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen. Das Schicksal der Flüchtlinge sei
ungewiss, da Algerien am 14. Januar aus Sicherheitsgründen die Schließung seiner Grenze zu Mali verfügt habe.Gewalt gegen TuaregNach der blutigen Geiselnahme durch Islamisten in Algerien befürchten die Menschenrechtler, dass es für Tuareg-Flüchtlinge aus Mali noch schwerer wird, im Nachbarland Schutz zu erhalten. Tuareg-Zivilisten flöhen nicht nur vor Luftangriffen, sondern auch vor Übergriffen der malischen Soldaten. "Diese Angst ist nicht unbegründet, weil viele malische Soldaten Tuareg pauschal für ihre schweren militärischen Niederlagen und ihren Ansehensverlust in der Öffentlichkeit verantwortlich machen", sagte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius.



