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Schuldenkrise in Europa
Finanzmärkte feiern das Jahr der Wende
VideoIsland: Kleine Schritte aus der Krise
VideoSpanien: Krise würgt Konsum ab
VideoDeutschland: Armut trotz Aufschwung
Die Schuldenkrise in Europa ist noch nicht ausgestanden. Viele Menschen bekommen sie tagtäglich und hautnah zu spüren. Für die Finanzmärkte jedoch war 2012 das "Jahr der Wende". Und so hoffen die Akteure für 2013, dass sich die Wirtschaftslage bessert. Das Schmiermittel hierfür ist billiges Geld.
Bei "Wende" und "Neuaufbau" haben und werden sich die Märkte vor allem auf die Zentralbanken verlassen. Alfred Roelli, Anlagestratege bei der Schweizer Privatbank Pictet & Cie., dichtete dazu den Satz "Das Undenkbare wird wahr". Er hob dabei vor allem auf die notfalls unbegrenzten Aufkäufe von Anleihen sanierungswilliger Euro-Staaten durch die Europäische Zentralbank ab. Zu Bundesbank- und frühen EZB-Zeiten sei das nicht für möglich gehalten worden. Nun sei es Realität.Nach Steuern und nach Geldentwertung tief im roten Bereich Roelli, früher in gleicher Funktion bei der Deutschen Bank tätig, geht davon aus, dass Regierungen und Notenbanken – allen Lippenbekenntnissen zum Trotz – Inflation wollten. Denn: "Ohne kalte Enteignung, ohne finanzielle Repression geht nichts", sagt Roelli. Mit "kalter Enteignung" meint er den Umstand, dass die realen Zinsen, also die Guthabenzinsen abzüglich der Inflationsrate, auf Null oder gar in den negativen Bereich getrieben werden. So ist es in Deutschland schon seit einiger Zeit: Aktuell liegt etwa die Inflationsrate bei 1,9 Prozent. Und wenn Bundesanleihen mit zum Beispiel zehn Jahren Laufzeit 1,4 Prozent Rendite abwerfen, bleiben real minus 0,5 Prozent übrig. Nach Steuern noch weniger.Die Krise kurz vor Weihnachten
Irland: Krise zerreißt Familien
Der kalte Wind des Wandels weht seit vier Jahren über Irland hinweg. Die Bevölkerung leidet noch immer. Ein Phänomen, das Irland viele Jahrzehnte lang begleitete, ist nun mit aller Macht zurückgekehrt: Die Menschen wandern in Massen aus. Das hat auch Familie Gunnip auseinander gerissen. Erst jetzt, zu Weihnachten, sieht sich die Familie nach langer Zeit wieder.
Spanien: Krise würgt Konsum ab
Die Hälfte der spanischen Familien wird dieses Jahr zu Weihnachten nur wenig ausgeben können. Während der Krise in den letzten Jahren ist der Konsum der privaten Haushalte um 40 Prozent gefallen. Die Arbeitslosigkeit liegt bei mehr als 25 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit ist sogar höher als 50 Prozent. Und doch üben sich die Spanier zu Weihnachten in Normalität.
Island: Kleine Schritte aus der Krise
Island in der Krise: die Banken pleite, die Währung im freien Fall, die Menschen wütend und verzweifelt. Viele Familien haben die Insel verlassen, viele kämpfen noch immer, um enigermaßen über die Runden zu kommen. Hlin Olafsdottir und Arni Jonsson mussten mit ihren drei Kindern in ein abgelegenes Dorf ziehen, wo das Leben billiger ist. Doch es gibt Anzeichen für den Aufschwung.
Deutschland: Armut trotz Aufschwung
Deutschland ist vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Doch viele zahlen für den schnellen Aufschwung einen Preis. Niedriglöhne, Teilzeitarbeit, Leiharbeit, so genannte atypische Beschäftigungsverhältnisse, nahmen weiter zu. Auch die Bauingenieurin Jenny Scholtes war jahrelang arbeitslos. Jetzt hat sie wieder einen Job, verdient aber so wenig, dass sie weiterhin vom Staat abhängig ist.



