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Kommunikation im Job
Frauen sind anders, Männer aber auch
VideoFrauen und Männer und der Job
In Verhandlungen und Gesprächen treten die Geschlechter unterschiedlich auf: Frauen sind einfühlsamer und vorsichtiger, Männer direkter und sachlicher. Doch stimmt das wirklich – oder ist das nur ein Klischee? Die Kommunikationstrainerin Susanne Westpfahl gibt Antworten.
Zwei Männer, zwei Frauen, eine Geschäftswelt – in der beide Geschlechter ihre eigene Sprache und ihren eigenen Kommunikationsstil haben. Wie sich Männer und Frauen bei der Gehaltsverhandlung, beim Selbstmarketing und bei der Anordnung von Überstunden schlagen, hat Kommunikationstrainerin Susanne Westpfahl mit Hilfe von vier Testpersonen analysiert.Kommunikation im Job
Selbstmarketing
Die Situation: Der Chef bietet seinem Mitarbeiter eine Beförderung an. Wer verkauft sich besser: die Männer oder die Frauen?
Susanne Westpfahl: Bei der Selbstvermarktung kommt es darauf an, ohne Bescheidenheit die eigenen Stärken zu betonen. Das gelingt Männern oft besser. Frauen sind eher perfektionistisch veranlagt und neigen dazu, ihre Schwächen in den Vordergrund zu stellen. Besser ist es, einfach nur zu sagen, was man gut kann. Wer damit Schwierigkeiten hat, kann sich vorstellen, er würde nicht sich selbst, sondern eine gute Freundin für den Job empfehlen.
Gehaltsverhandlung
Die Situation: Ein neuer Job, mehr Verantwortung – also auch mehr Geld? Der Chef reagiert ablehnend. Wie vertreten die vier Testpersonen ihre Interessen?
Westpfahl: Bei der Gehaltsverhandlung treten beide Geschlechter nicht optimal auf. Die Frauen bleiben trotz des harten Themas "Geld" bei den weichen Faktoren und sagen, was sie gut können. Männer vertreten selbstbewusst die Auffassung, dass sie das Gehalt wert seien, begründen diese Einschätzung aber nicht. Für alle gilt: Sie sollten weniger davon reden, was sie kosten – und vor allem deutlich machen, welchen Gewinn sie dem Unternehmen bringen.
Mitarbeitermotivation
Die Situation: Rollentausch - Die Testpersonen schlüpfen in die Rolle des Vorgesetzten. Sie sollen einen Mitarbeiter motivieren, am Wochenende zu arbeiten – obwohl der eine Geburtstagsfeier geplant hat.
Westpfahl: Frauen tun sich leichter damit, sich in die Situation des anderen hineinzuversetzen und ihr Verständnis und Mitgefühl zu äußern. Männern fällt das schwerer. Sie sind dafür oft fantasievoller bei der Ausgestaltung einer Kompromisslösung, bieten beispielsweise als Ausgleich für die Wochenendarbeit eine Kiste Bier für die Party an. Männer gehen häufig spielerischer an Verhandlungen heran, Frauen sind dafür verbindlicher.
Körpersprache
Die Situation: Nicht nur das, was Männer und Frauen sagen, ist unterschiedlich. Auch bei der Art und Weise, wie sie Informationen vermitteln und als Person auftreten, gibt es geschlechtsspezifische Differenzen.
Westpfahl: Frauen halten oft ihren Kopf schräg und lächeln viel; beides lässt sie in Verhandlungssituationen schwächer wirken. Männer dagegen neigen dazu, dem direkten Blickkontakt auszuweichen – und erscheinen dadurch unaufmerksam. Mein Tipp für Männer: Blickkontakt halten. Für Frauen: Kopf gerade – und weniger lächeln.



