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Truppenbesuch in Afghanistan

Gauck dankt Soldaten für Einsatz

  • Video Bundespräsident Gauck in Afghanistan
  • Video Wie korrupt ist Afghanistan?
  • Video Kabinett bereitet Afghanistan-Abzug vor
  • Video De Maizière: "Afghanistan ist sicherer"
  • VideoBundespräsident Gauck in Afghanistan

    Bei einem überraschenden Besuch in Afghanistan kurz vor Weihnachten hat Bundespräsident Joachim Gauck auf die Erfolge beim Wiederaufbau des Landes verwiesen und den Soldaten für ihren Mut gedankt.

    (17.12.2012)
    VideoWie korrupt ist Afghanistan?

    Bundespräsident Gauck besucht die deutschen Soldaten im afghanischen Mazar i Sharif. Spätestens Ende 2014 werden sie abgezogen sein. Dann bleibt Afghanistan seinen korrupten Machthabern überlassen.

    (17.12.2012)
    VideoKabinett bereitet Afghanistan-Abzug vor

    Die Lage in Afghanistan weiter instabil - dennoch beschloss das Kabinett in Berlin heute den Abzug von rund 1.300 Soldaten bis Februar 2014. Dem neuen Mandat muss jetzt noch der Bundestag zustimmen.

    (28.11.2012)
    VideoDe Maizière: "Afghanistan ist sicherer"

    "Die Sicherheitslage bleibt labil, ist aber stabil. Wir machen weiter Fortschritte bei der Sicherheit," erklärt Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière zum Besuch der Truppen in Afghanistan.

    (13.11.2012)

    Gauck fordert mehr Realismus

    Bundespräsident Gauck in Afghanistan: Er dankte den deutschen Soldaten für ihren Mut und ihre Leistungen. Im Land herrschten weiter "kriegsähnliche Zustände", sagte er im Feldlager Masar-i-Scharif und forderte Ehrlichkeit und Realismus. "Wir sind nicht am Ziel - und doch spreche ich bewusst von Erfolg."

    Bei einem überraschenden Besuch in Afghanistan kurz vor Weihnachten hat Bundespräsident Joachim Gauck auf die Erfolge beim Wiederaufbau des Landes verwiesen. Am Ziel sei man noch nicht, "und doch spreche ich bewusst von Erfolg", sagte Gauck im größten deutschen Feldlager in Masar-i-Scharif. Zugleich äußerte das Staatsoberhaupt den Wunsch, die deutsche Debatte über die Situation am Hindukusch möge "weder Schwarzmalerei noch Schönfärberei, sondern Realismus" prägen.

    "Kriegsähnliche Zustände"

    Im Land herrschten weiterhin "kriegsähnliche Zustände", sagte Gauck und griff damit den politischen Wechsel in der früher lediglich als Unterstützungseinsatz bezeichneten ISAF-Mission auf. Doch sei das eben nicht die ganze Realität. Vor deutschen und internationalen Soldaten, Polizisten und Entwicklungshelfern fügte der Bundespräsident hinzu: "Von verwundeten oder getöteten Soldaten hören wir verlässlich - von neuen Stromanschlüssen, gelungenen Unternehmen, erfolgreichen Schulabschlüssen selten."

    Ausdrücklich rief Gauck dazu auf, die Menschen in Afghanistan auch nach dem Ende 2014 geplanten Truppenabzug nicht allein zu lassen. "Und wer meint, dass wir in Afghanistan nach 2014 nichts mehr gestalten könnten, der ist hyperoptimistisch oder leichtsinnig oder schlicht und einfach unsolidarisch", sagte er. Denn nicht ein "Übermut der Verbündeten" habe Deutschland in den Konflikt eingreifen lassen, sondern die Verantwortung für Sicherheit und Frieden.

    "Sie bringen Opfer. Sie zeigen Mut"

    Bei seiner Ansprache in Masar-i-Scharif drückte Gauck den Soldaten und zivilen Mitarbeitern aus Deutschland und weiteren 18 Nationen ausdrücklich seine "Wertschätzung" aus. "Sie leisten Außerordentliches. Sie bringen Opfer. Sie zeigen Mut", sagte der Bundespräsident. Daher werde Deutschland Afghanistan auch dem Abzug der Bundeswehr nicht allein lassen. Derzeit sind rund 4.500 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan eingesetzt, wobei diese Zahl bis Anfang 2014 auf 3.300 Mann sinken soll.

    Gauck, der von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt begleitet wird, war zuvor wie kürzlich Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) direkt auf dem internationalen Flughafen der nordafghanischen Stadt gelandet. Früher erfolgten solche Reisen mit einem geschützten Transportflugzeug der Bundeswehr über Usbekistan. Die Reise von de Maizière war der erste Direktflug mit einer deutschen Regierungsmaschine nach Afghanistan und sollte als Zeichen für ein verbessertes Sicherheitsumfeld gelten.

    Schärfste Sicherheitsvorkehrungen

    Der Besuch Gaucks findet unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen statt und wurde erst nach Ankunft des Staatsoberhauptes öffentlich bekannt gemacht. Es ist die vierte Reise eines deutschen Staatsoberhaupts nach Afghanistan. Gaucks Vorgänger Christian Wulff hatte dem Land im Oktober 2011 einen Staatsbesuch abgestattet. Dessen Vorgänger Horst Köhler war 2010 zu einem Blitzbesuch bei deutschen Soldaten am Hindukusch, trat kurz darauf aber zurück, nachdem er den Bundeswehreinsatz mit wirtschaftlichen Interessen in Verbindung gebracht hatte. Im März 1967 hatte als erster Bundespräsident Heinrich Lübke Afghanistan besucht.

    Schon bei seinem Antrittsbesuch an der Führungsakademie in Hamburg hatte der Bundespräsident im Juni die Bundeswehr als "Friedensmotor" und die Soldaten als "Mutbürger in Uniform" bezeichnet. Zudem rief er dazu auf, ihren Aufgaben mehr Verständnis entgegen zu bringen. In Masar-i-Scharif ergänzte er: "Unter welchen Umständen und unter welchem hohen persönlichen Risiko Sie hier arbeiten, ist aus der Ferne kaum zu erahnen."

    Abzug der Kampftruppen bis Ende 2014

    Mit deutlichen Worten würdigte der Bundespräsident die Bereitschaft der Soldaten zum Dienen. Der Dienst in Afghanistan "erfordert Ihren Einsatz, Ihre Aufmerksamkeit, Ihren Mut und leider fordert sie Ihnen manchmal auch das Äußerste ab, was Sie geben können: Ihr eigenes Leben." Dabei gehe es nicht darum, das "nationale Siegesbanner in der Ferne zu hissen", sondern eine vom Parlament übertragene Verantwortung wahrzunehmen.

    Der ISAF-Einsatz startete Anfang 2002. Bis Ende 2014 sollen alle Kampftruppen das Land verlassen haben. Bereits Mitte 2013 sollen die Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF in ihre Stützpunkte zurückkehren und nur noch eine unterstützende Rolle spielen. Dann will Afghanistan selbst für die Sicherheit im Land sorgen.

    17.12.2012, Quelle: dapd
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