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20.05.2013

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Algerien

Geiseldrama: Mehr als 80 Tote

  • Bild Wrackteile bei In Amenas
  • Video Algerien: Armee beendet Geiseldrama
  • Video Mali: Kampf um Markala
  • Video Al-Kaida im libyschen Grenzgebiet
  • BildWrackteile bei In Amenas
    Männer begutachten Wrackteile bei In Amenas / Quelle: ap
    (Quelle: ap)
    VideoAlgerien: Armee beendet Geiseldrama

    In der algerischen Wüste haben Sicherheitskräfte das Geiseldrama beendet.

    (19.01.2013)
    VideoMali: Kampf um Markala

    Während immer mehr Truppen aus Frankreich nach Mali verlegt werden um die Extremisten zu stoppen, sind vor allem strategisch wichtige Orte hart umkämpft. Zu diesen gehört auch die Stadt Markala.

    (19.01.2013)
    VideoNordafrika: Al-Kaida auf dem Vormarsch

    Bei einem Einsatz gegen Entführer auf einem Gasfeld in Algerien ist es zu einem Blutbad gekommen. Sicher scheint, dass Al-Kaida hinter der Geiselnahme steckt. Für Experten nicht überraschend, sie beobachten zunehmende Gewalt der Terrororganisation in Nordafrika. Und offenbar planen die Islamisten neue Angriffe.

    (17.01.2013)

    Mehr als 80 Tote - das ist die blutige Bilanz des Geiseldramas in Algerien. Auf dem verminten Gelände der von Islamisten besetzten und dann von algerischen Spezialeinheiten gestürmten Gasförderanlage Ain Amenas fanden Minensucher weitere 25 Tote. 

    Viele waren so entstellt, dass Sicherheitskräfte noch nicht sagen konnten, ob es sich um Opfer oder Täter handelte. Medien berichteten zudem über die Festnahme von fünf Extremisten.

    Erdgasfeld In Aménas in Algerien

    Über 20 Ausländer - Schicksal ungeklärt

    Nach dem Sturm auf den Industriekomplex am Samstag hatte die Regierung zunächst mitgeteilt, dass 23 Geiseln und 32 Extremisten getötet worden seien. Ein Sprecher hatte aber eingeräumt, dass sich die Zahl der Getöteten noch erhöhen dürfte. Sicherheitskräfte suchten das Gelände nach Minen und anderen Explosivstoffen ab. Die nun entdeckten Leichen könnten ausländische Geiseln, Algerier oder Terroristen sein, sagte ein Informant. Da zudem ein befreiter Rumäne seinen Verletzungen erlag, stieg die Zahl der Toten auf mindestens 81. Schätzungen zufolge ist das Schicksal von fast zwei Dutzend Ausländern noch ungeklärt.

    Zwei Deutsche ausgeflogen

    Zwei deutsche Mitarbeiter einer Bohrfirma, die sich mehrere Kilometer von In Amenas entfernt an ihrem Einsatzort befanden, wurden am Samstag aus Algerien ausgeflogen. Die letzten Tage hätten sie an einem sicheren Ort in der Obhut algerischer Sicherheitskräfte verbracht, berichtete das Auswärtige Amt.

    Einige algerische Medien berichteten, dass fünf der Extremisten lebend gefasst worden und drei entkommen seien. Eine Bestätigung dafür aus Sicherheitskreisen war zunächst nicht zu erhalten. Die sogenannte Maskierte Brigade, die hinter dem Überfall stecken soll, drohte mit weiteren derartigen Anschlägen gegen jedes Land, das die französische Intervention in Mali unterstützt. Alle Muslime sollten sich "zu ihrer eigenen Sicherheit von all den westlichen Firmen und Anlagen fernhalten, besonders von den französischen", hieß es in einer Erklärung.

    Links
    Algerien: Blutiges Ende
    Paris: "EIn langer Kampf"
    "Keine politische Lösung"

    Gesamtes Gelände vermint

    Laut Kommunikationsminister Mohammed Said wollten die Entführer den gesamten Komplex in die Luft jagen und alle Geiseln töten. Nach Angaben des algerisches Energiekonzerns Sonatrach, der das Gasfeld gemeinsam mit der britischen BP und dem norwegischen Unternehmen Statoil betreibt, hatten die Extremisten das gesamte Gelände vermint. Neben schweren Maschinengewehren und Granaten stellten die Streitkräfte am Samstag auch Raketen und Panzerfäuste sicher.

    Der britische Premierminister David Cameron gab den Extremisten die Schuld an dem Blutbad, ebenso der französische Präsident François Hollande. "Verhandlungen mit den Terroristen kamen nicht infrage", sagte Hollande, schließlich hätten die Entführer "schändlich gemordet". Auch US-Präsident Barack Obama stimmte mit ein und sicherte der Regierung in Algier Unterstützung zu.

    Mali: Vorzeigestaat fällt an Islamisten

    Militärputsch im Norden Malis

    Karte: Mali / Quelle: ZDF

    Das westafrikanische Mali galt lange als demokratischer Vorzeigestaat in Afrika. Gleichzeitig kämpfen die Menschen aber seit Jahren ums Überleben: Die durchschnittliche Lebenserwartung der rund 14,5 Millionen Einwohner, darunter etwa 300.000 Angehörige des Berbervolkes der Tuareg, liegt bei nur 53 Jahren. Das 1,2 Millionen Quadratkilometer große Land am Südrand der Sahara ist einer der wichtigsten Baumwoll-Produzenten Afrikas. Dürreperioden haben der Landwirtschaft aber nachhaltig geschadet. 60 Prozent des Landes ist von Wüste bedeckt.

    Die Tuareg

    In den 1980er Jahre hatten viele Tuareg nach einer Dürre Mali verlassen. Als sie zurückkehrten, führten sie Krieg gegen die Regierungstruppen. Nach langen Verhandlungen wurden die Tuareg in Malis Armee integriert. Auch Libyens Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi rekrutierte Tuareg für seine Streitkräfte. Nach Gaddafis Sturz kehrten viele in die Heimat zurück und schlossen sich Aufständischen im Norden Malis an.

    Die Islamisten in Mali

    Nach einem Militärputsch gegen die Regierung von Präsident Amadou Toumani Touré im vergangenen März rückten die mit verschiedenen Islamistengruppen verbündeten Rebellen im Norden immer weiter vor. Die Gruppe Ansar Dine, der Verbindungen zu Al-Kaida nachgesagt werden, rief im April gemeinsam mit der Tuarag-"Nationalbewegung" MNLA die unabhängige "Islamische Republik Azawad" in Nord-Mali aus. Seit der Machtübernahme der Islamisten flohen Hunderttausende aus dem Gebiet. In der Stadt Timbuktu, wo drei große Moscheen sowie 16 Friedhöfe und Mausoleen zum Weltkulturerbe gehören, ließen die Islamisten mehrere dieser historischen Heiligtümer zerstören.

    Spannungen zwischen Tuareg und Islamisten

    Spannungen zwischen Tuareg und Islamisten eskalierten zu offenen Kämpfen. Bei Gefechten der Tuareg mit Kämpfern der mit Ansar Dine verbundenen "Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika" (MUJAO) wurden Ende Juni in der Stadt Gao mindestens 20 Menschen getötet. Um das Chaos im Land zu stoppen, könnte eine Regionaltruppe eingreifen. Jedoch befürchten Experten eine militärische Katastrophe in dem unwegsamen Gebiet sowie eine mögliche Ausbreitung der Gewalt auf die ganze Region.

    (Quelle: dpa)

    21.01.2013, Quelle: dapd, afp
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