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Fall Schavan
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"Wir verlieren Ansehen weltweit"
Die Kritik an Annette Schavans Doktorarbeit sei gerechtfertigt, sagt Plagiatsexpertin Debora Weber-Wulff von der Enthüllungsplattform "Vroni-Plag-Wiki". Schließlich habe Frau Schavan sich die Denkleistung anderer angeeignet. solche Methoden würden auch dem Wissenschaftsstandort Deutschland schaden, ist Weber-Wulff überzeugt. Hat Annette Schavan in ihrer Doktorarbeit systematisch und vorsätzlich getäuscht oder waren es nur Flüchtigkeitsfehler? Für die Plagiatsforscherin Professor Debora Weber-Wulff hat die Uni Düsseldorf richtig entschieden, der Bildungsministerin den Doktortitel abzuerkennen: "Es geht um die Aneignung von Denkleistungen anderer Leute", sagt die Professorin für Internationale Medieninformatik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.Wissenschaftsstandort Deutschland geschädigtIn Schavans Doktorarbeit gebe es an über 130 Stellen Probleme – und das sei schwerwiegend genug, so Weber-Wulff. Formulierungen von anderen zu übernehmen und zu verschleiern, dass das von anderen gekommen ist, sei unwissenschaftlich. Das schade auch dem Wissenschaftsstandort Deutschland: "Wir verlieren Ansehen weltweit, wenn klar wird, dass hier in Deutschland viele Leute mit Plagiaten ihren Doktortitel bekommen."Dass Schavan als Bundesbildungministerin im Amt bleiben könne, sieht Weber-Wulff eher kritisch: "Wir müssen den Stundenten jeden Tag erklären, was wissenschaftliches Arbeiten bedeutet und es ist schwierig zu begründen, warum diese Person nun mit dieser Unsauberkeit durchkommt."
Was Schavanplag fand
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Dissertation, Seite 69: Ein aktuelles Beispiel ist die Wehrpflicht und das Recht auf deren Verweigerung bei Gewissensanspruch. Der Einzelne soll nicht in die Situation gebracht werden, etwas tun zu müssen, was gegen sein Gewissen gerichtet ist und seine Persönlichkeit zerstört.
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Fundstelle Niklas Luhmann,1965, Seite: 276: Das bedeutsamste und akuteste Beispiel für direkten Zwang liefert die Wehrpflicht. [...] Der Einzelne soll nicht in Situationen gepreßt werden, in denen sein Gewissen sich gegen ihn selbst wendet und seine Persönlichkeit zerstört.
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Der Vorwurf von Schavanplag: Da die Verfasserin unmittelbar vor und nach dieser Passage auf wörtliche Zitate auf Luhmann (1965) verweist, hat der Leser den Eindruck, das erläuternde Beispiel mit der Wehrpflicht stamme im Gegensatz dazu von ihr. Es stellt sich die Frage, warum sie hier nicht z.B. den Konjunktiv verwendet, um deutlich zu machen, dass sie es lediglich von Luhmann übernimmt.
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Dissertation, Seite 98: Im Gegensatz zu Freud führt also Fromm den Konflikt zwischen Eltern und Kindern nicht primär auf geschlechtliche Rivalitäten zurück, sondern auf den Druck der elterlichen Autorität allgemein.
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Fundstelle Gerhard Klier, 1978, Seite 56: Am Schibboleth der Freudschen Gewissenstheorie, der Lehre vom Ödipuskomplex, erkennt Fromm lediglich das damit angesprochene Autoritätsproblem an, nämlich die Auflehnung des Kindes gegen den Druck der Elternautorität. Nach Fromm wird der ödipale Konflikt also nicht primär durch die geschlechtliche Rivalität ausgelöst.
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Der Vorwurf von Schavanplag: Die Verfasserin komprimiert eine Aussage von Klier (1978) etwas abgewandelt, ohne diesen zu erwähnen.
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Dissertation, Seite 164: Durch die Gründung und Erhaltung von politischen Gemeinwesen schließlich schafft menschliches Handeln die Bedingungen für eine Kontinuität der Generationen und damit für Geschichte.
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Fundstelle Hannah Arendt, 1960, Seite 15: [...] das Handeln schließlich, soweit es der Gründung und Erhaltung politischer Gemeinwesen dient, schafft die Bedingungen für eine Kontinuität der Generationen, für Erinnerung und damit für Geschichte.
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Der Vorwurf von Schavanplag: Die Urheberin des Gedankens, die politische Theoretikerin Hannah Arendt, wird in der vorliegenden Arbeit nicht nur nicht hier, sondern an gar keiner Stelle erwähnt.



