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Interview mit Familienpolitikerin
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Familienpolitik auf dem Prüfstand: Forscher halten viele Maßnahmen für ineffektiv, die SPD will das ganze System unkrempeln. Doch das kann sie gar nicht, sagt Irene Gerlach, Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats im Bundesfamilienministerium im heute.de-Interview.
heute.de: Der Staat investiert mehr in die Familienpolitik als er über Steuergelder wieder einnimmt, sagen Forscher. Die Bundesregierung reagiert ein bisschen empört, darum ginge es bei der Familienpolitik nicht. Ist es aber nicht eine völlig legitime Rechnung?Irene Gerlach: Man sollte das relativieren. Wir geben 2,8 Prozent unseres Bruttosozialproduktes für Familienpolitik im engeren Sinne aus. Frankreich, Dänemark zum Beispiel über 3,5 Prozent. Ist das viel oder wenig? Gesundheitsausgaben machen bei uns mehr als elf Prozent aus. Es ist also ein relativ kleiner Betrag, den wir da investieren. Bei der Familienförderung muss man immer fragen: In welchem Maße bedeutet die Förderung die Anerkennung von Leistungen, die die Familien für die Gesellschaft erbringen? Finanziell ist die Unterstützung bei uns ganz ordentlich, es ist aber auch noch Luft drin.
Irene Gerlach ...
... ist Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen im Bundesfamilienministerium. Die Wissenschaftlerin ist zudem Prorektorin für Forschung und Weiterbildung an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum.
... ist Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen im Bundesfamilienministerium. Die Wissenschaftlerin ist zudem Prorektorin für Forschung und Weiterbildung an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum.
Wie viel der Staat ausgibt
Wie viel gibt der Staat für was aus? Das Bundesfamilienministerium beziffert die Ausgaben von 148 familienbezogenen und acht ehebezogenen Leistungen auf 203 Milliarden Euro. Die Leistungen, die den Familien zu Gute kommen, kosten den Staat jährlich 125,5 Milliarden Euro - 55,4 Milliarden umfassen die reine Familienförderung, also Kindergeld und Elterngeld beispielsweise. 52,9 Milliarden kommen zusammen durch steuerliche Entlastungen oder etwa die Familienversicherung in der Krankenversicherung.
2009 hatte die Bundesregierung damit begonnen, 13 Ausgaben genauer unter die Lupe zunehmen. Das Forschungsprojekt dauert vier Jahre - ob die Ergebnisse noch vor der Bundestagswahl im September vorliegen, ist nach Angaben des Bundesfamilienministeriums offen.
Wie viel gibt der Staat für was aus? Das Bundesfamilienministerium beziffert die Ausgaben von 148 familienbezogenen und acht ehebezogenen Leistungen auf 203 Milliarden Euro. Die Leistungen, die den Familien zu Gute kommen, kosten den Staat jährlich 125,5 Milliarden Euro - 55,4 Milliarden umfassen die reine Familienförderung, also Kindergeld und Elterngeld beispielsweise. 52,9 Milliarden kommen zusammen durch steuerliche Entlastungen oder etwa die Familienversicherung in der Krankenversicherung.
2009 hatte die Bundesregierung damit begonnen, 13 Ausgaben genauer unter die Lupe zunehmen. Das Forschungsprojekt dauert vier Jahre - ob die Ergebnisse noch vor der Bundestagswahl im September vorliegen, ist nach Angaben des Bundesfamilienministeriums offen.



