- Mainz
- Aachen
- Angermünde
- Arkona
- Augsburg
- Bad Salzuflen
- Bamberg
- Berlin
- Bonn
- Braunschweig
- Bremen
- Bremerhaven
- Celle
- Chemnitz
- Chieming
- Cottbus
- Cuxhaven
- Dortmund
- Dresden
- Düsseldorf
- Eisenach
- Emden
- Erfurt
- Essen
- Frankfurt/Main
- Freiburg
- Freudenstadt
- Garmisch-Partenkirchen
- Gera
- Gießen
- Glücksburg
- Görlitz
- Göttingen
- Greifswald
- Gütersloh
- Halle
- Hamburg
- Hannover
- Helgoland
- Hof
- Karlsruhe
- Kassel
- Kempten
- Kiel
- Köln
- Konstanz
- Landsberg
- Leipzig
- List/Sylt
- Lübeck
- Lüdenscheid
- Magdeburg
- Mannheim
- Mühldorf
- München
- Münster
- Neuburg/Donau
- Norderney
- Nürnberg
- Oberstdorf
- Öhringen
- Passau
- Plauen
- Potsdam
- Putbus
- Regensburg
- Rostock-Warnemünde
- Saarbrücken
- Schleswig
- Schwerin
- Seehausen
- Straubing
- Stuttgart
- Trier
- Ulm
- Waren
- Weiden
- Westermarkelsdorf
- Wiesbaden
- Wittenberg
- Würzburg
Neuwagen-Makler bedrängen Autohäuser
Großer Deal per Mausklick
BildNeuwagen zum Schnäppchen-Preis
VideoService: Satte Rabatte für Neuwagen!
VideoVideo: Die Zukunft des Online-Shoppings
VideoZDFzoom: Gnadenlos billig
Noch ist der Verkauf von Neuwagen im Internet eine Nische. Doch die Autohäuser sind alarmiert. Denn die Online-Vermittlung verstärkt den Druck auf die Preise. Preisnachlässe sollen Kunden vom vertrauten Autohaus zum Online-Vermittler wechseln lassen.
Mit Büchern und CDs fing es an. Heute gibt es kaum noch einen Artikel, der nicht problemlos über das Internet zu bestellen wäre. Aber würden Sie Ihr neues Auto über einen Online-Vermittler kaufen? Immerhin geht es da nicht um 20 oder 30 Euro, sondern um 10.000 Euro und sehr viel mehr. "Das Auto ist das teuerste und beratungsintensivste Konsumgut, das es gibt", sagt Andreas Partz, Sprecher der MeinAuto GmbH in Köln. Und entsprechend groß seien die Hemmungen der Kunden, vom angestammten Autohaus zum unbekannten Online-Portal zu wechseln, auch wenn dort höhere Rabatte winken. Gut 50.000 Fahrzeuge wurden nach Branchenschätzungen im Jahr 2012 über das Internet an Privatleute verkauft. Das sind gerade einmal 4 Prozent aller 1,2 Millionen Neuzulassungen, die das Kraftfahrt-Bundesamt Privatfahrern zugerechnet hat. "Gegen den Trend" einer allgemein schwachen Nachfrage erwartet Hermann Wolters vom Portal Carneoo in diesem Jahr etwa 80.000 Online-Verkäufe. Jeder fünfte deutsche Autofahrer (22 Prozent) hat nach einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Accenture schon einmal online ein Fahrzeug gekauft, aber nur jeder neunte einen Neuwagen (elf Prozent).Rabattaktionen von Vermittler-Portalen sind KundenmagnetOnline-Vermittler wie MeinAuto, Autohaus24 oder Carneoo locken die Kundschaft mit Preisnachlässen von bis zu 40 Prozent. Sie unterbieten damit den Händler vor Ort. Die Portale fungieren als Makler. Die Fahrzeuge liefern etwa 240 Autohändler, die möglichst große Stückzahlen loswerden wollen, um dafür von den Herstellern Bonuszahlungen zu kassieren. Die Vermittler-Portale erhalten eine Provision, nach Wolters' Angaben 1,35 bis 1,85 Prozent vom Listenpreis.Welche Produkte online gekauft werden
Milliardengeschäft Online-Handel
27,6 Milliarden Euro sind 2012 im Online-Handel mit Produkten umgesetzt worden, 27,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Hinzu kamen Dienstleistungen im Volumen von 9,7 Milliarden Euro – nach 8,0 Milliarden Euro 2011. Der Online-Boom hat einige Branchen schon voll erfasst, andere liegen noch zurück. Grundsätzlich gilt: Je vergleichbarer ein Produkt, desto eher wird es im Internet bestellt.
Bücher als Vorreiter
2,19 Milliarden Euro wurden 2012 mit Büchern online umgesetzt, 11 Prozent mehr als 2011. Damit, so schätzt Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein, werden inzwischen 40 Prozent der Bücher online gekauft. Diese Warengruppe war die erste, die sich den Herausforderungen der Internet-Konkurrenz stellen musste. Ähnliches könnte auf andere Branchen zukommen, vermuten Experten.
Unterhaltungselektronik
Mit Fernsehern, Radios und Stereoanlagen wurde im vergangenen Jahr online ein Umsatz von 3,54 Milliarden Euro erreicht, ein Plus von 38 Prozent. Die Verbraucher nutzen in diesem Bereich gern die Vergleichsportale im Internet, um sich über Qualität und Preise zu informieren.
Computer und Zubehör
Auch bei PCs, Notebooks und Tablets haben die Kunden 2012 das Internet genutzt und gaben mit 2,28 Milliarden Euro 11 Prozent mehr aus als im Vorjahr.
Bild- und Tonträger
Mit DVDs und CDs wurden 2012 online 910 Millionen Euro umgesetzt - nach 790 Millionen 2011. Das dürfte etwa einem Fünftel des stationären Handels entsprechen, auch hier mit steigender Tendenz.
Kleidung und Schuhe
Vom Umsatz her ist Bekleidung die größte Produktgruppe, die im Internet bestellt wird. 2012 ist der Umsatz nochmals um 30 Prozent auf fast sechs Milliarden Euro geklettert. Hier ist auch "vertikaler Handel" stark, also der Direktverkauf der Hersteller an ihre Kunden. In den sechs Milliarden Euro ist der Umsatz mit Schuhen noch nicht enthalten, er kletterte um 14 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro – auch dank des Online-Portals Zalando, das inzwischen in diesem Bereich sieben Prozent Marktanteil erreicht hat.
Auto- und Motorrad-Zubehör
Mit Reifen und Ersatzteilen wurden im vergangenen Jahr 810 Millionen Euro umgesetzt, neun Prozent mehr als 2011. Experten schätzen den Marktanteil am Handel insgesamt hier auf 15 Prozent. Neuwagen werden aber auch zunehmend online bestellt, hier vor allem die Re-Importe, während der Gebrauchtwagenmarkt schon zum großen Teil über das Netz abgewickelt wird. Der Absatz von Automobilen ist in den 27,6 Milliarden Euro Umsatz des gesamten Online-Handels nicht enthalten.
Möbel und Dekorationsartikel
Sie haben 2012 um 58 Prozent zugelegt - auf 1,28 Milliarden Euro Umsatz. Der Möbelhandel in Deutschland wird regional von nur wenigen Händlern dominiert, die noch sehr zurückhaltend gegenüber dem Online-Kanal sind.
(von Brigitte Scholtes; Quelle: Bundesverband des Deutschen Versandhandels)
All den Autohändlern, die nichts mit dieser Art Vermittlung zu tun haben, ist das Geschäftsmodell ein Dorn im Auge. Anders als auf dem Gebrauchtwagenmarkt bildeten die Internet-Portale "keine realen Marktpreise ab, sondern vermitteln ein völlig verzerrtes Bild", kritisiert der Präsident des Kraftfahrzeuggewerbes, Robert Rademacher. Deren extreme Sonderpreise kämen durch überschüssige Mengen zustande, von denen sich manche Händler trennen wollten, "um anspruchsvolle oder gar unrealistische Bonusziele so doch noch zu erreichen".Marken-Portale sollen Online-Vermittlern Konkurrenz machen"Wir dürfen das nicht einfach so auf uns zukommen lassen", warnt Rademacher auf der jüngsten Bundestagung seines Verbandes ZDK. Er schlägt vor, dass die Hersteller mit ihren Vertragshändlern eigene Marken-Internet-Portale etablieren. Diese müssten, anders als bislang üblich, alle Informationen und Transaktionsmöglichkeiten bieten. Der Kunde soll sein Auto mit allen Wunschdetails zusammenstellen, zugleich Preise und Lieferzeiten der Händler sehen und dann einen Händler aussuchen können. Noch ist es nicht soweit. Die Branche diskutiert Rademachers Vorstoß.Die Online-Vermittler glauben nicht, dass sie durch Rademachers Initiative überflüssig gemacht werden können. "Das Projekt ist zum Scheitern verurteilt", sagt Wolters. Abgesehen von den höheren Rabatten sei es nur auf ihren Webseiten möglich, für eine Wagenklasse die Modelle verschiedener Hersteller nach Preis und Ausstattung zu vergleichen.



