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Ex-Deutsche-Bank-Chefvolkswirt zur Krise
"In Deutschland fehlt der große Wurf nach vorne"
BildEurokrise noch nicht ausgestanden
VideoGeht es mit Griechenland bergauf?
Die EZB hat mit ihrem Versprechen, alles für die Euro-Rettung zu tun, tatsächlich das akute Risiko gebannt. Das hat aber einem langen Leiden mit offenem Ausgang Platz gemacht, sagt Thomas Mayer, Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, im heute.de-Interview. Er warnt vor einem Aufstand der Bürger.
heute.de: Der DAX ist auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren. Verbraucher und Unternehmer sind wieder optimistischer. Liegt die Krise hinter uns?Thomas Mayer: Letztes Jahr fürchteten die Finanzmärkte, dass die Eurozone möglicherweise an einem finanziellen Herzschlag sterben würde. Dieses Herzschlagrisiko ist durch das beherzte Eingreifen der EZB eliminiert. Das heißt aber nicht, dass der Patient gesund ist. Man könnte sagen, dass er weiter an Krebs leidet, gegen den er ankämpft.Dieser Krebs besteht in unflexiblen Wirtschaftsstrukturen insbesondere im Süden, die in einem langen Kampf angepasst werden müssen sowie in einer Überschuldung des privaten und öffentlichen Sektors, die herunterkommen muss. Es ist also nicht sicher, ob der Patient letztlich überlebt.heute.de: Wo stehen denn die Krisenländer zu Jahresbeginn?Mayer: Bei den Reformen, die angegangen wurden, kann man zwar zum Teil beachtliche Fortschritte sehen. Aber wenn ich mir insbesondere die großen Länder anschaue wie Italien oder Spanien, dann sind wir noch lange nicht da, wo wir hin müssten. Die Spanier haben vielleicht etwas mehr Fortschritte gemacht als die Italiener. Von den Italienern geht leider wieder ein Risiko aus.
Zur Person
Thomas Mayer ist promovierter Volkswirt und war von 2010 bis 2012 nach verschiedenen Stationen im In- und Ausland Chefvolkswirt der Deutschen Bank und Leiter von Deutsche Bank Research. Heute ist er Senior Fellow am Center for Financial Studies der Goethe-Universität Frankfurt und Berater der Geschäftsleitung der Deutsche-Bank-Gruppe.
Thomas Mayer ist promovierter Volkswirt und war von 2010 bis 2012 nach verschiedenen Stationen im In- und Ausland Chefvolkswirt der Deutschen Bank und Leiter von Deutsche Bank Research. Heute ist er Senior Fellow am Center for Financial Studies der Goethe-Universität Frankfurt und Berater der Geschäftsleitung der Deutsche-Bank-Gruppe.
ZITAT
„Das Raushauen der Gläubiger zyprischer Banken wäre der endgültige Sündenfall der Rettungspolitik.”



