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19.06.2013

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Instagram: Fotorechte nur "Missverständnis"

  • Bild Instagram: Alles nur "Missverständnis"
  • Video Analog ist besser
  • BildInstagram: Alles nur "Missverständnis"
    Frau mit ein Foto mit dem smartphone
    VideoAnalog ist besser

    Ritsch. Ratsch. Das war das Geräusch, das entstand, wenn man bei einer Analogkamera den Film weiterdrehte. Jan Wasmuth ritschratscht noch ganz klassisch - die Bilder sehen jedoch wie Instagram aus.

    (13.08.2012)

    Alles nur ein "Missverständnis", die Formulierungen seien wohl "verwirrend" gewesen: Nach der heftigen Nutzer-Schelte rudert der Fotodienst Instagram zurück. Es sei nie geplant gewesen, Bilder von Nutzern ohne Einwilligung zu verkaufen, beteuert die Facebook-Tochter. 

    "Instagram wolle Nutzerfotos verkaufen" - kaum waren die neuen Nutzerregeln veröffentlicht, verbreitete sich diese Meldung im Internet wie ein Lauffeuer. Viele Kunden reagierten empört und kündigten an, ihre Konten löschen zu wollen. Jetzt rudert Instagram zurück: Alles nur unklar formuliert, heißt es.

    Links
    "Wir haben keine Absicht, Ihre Fotos zu verkaufen", erklärte Kevin Systrom, einer der Instagram-Gründer, im Firmenblog. In einer neuen Version der Regeln solle das auch ausdrücklich so festgeschrieben werden. Außerdem sei die Befürchtung übertrieben, dass Instagram-Bilder in Werbeanzeigen auftauchen könnten. "Wir haben keine solchen Pläne und werden deswegen die Formulierung entfernen, die diese Frage aufkommen ließ", so Systrom.

    "Formulierungen verwirrend"

    Die Instagram-Nutzer störten sich vor allem an einem Punkt in den neuen Regeln, laut dem Instagram Bilder und andere Daten der Nutzer Werbetreibenden zur Verfügung stellen und dafür Geld kassieren könne. Gemeint dabei sei aber nur, dass ein Nutzer zum Beispiel sehen könne, welche seiner Freunde die Fotos einer bestimmten Firma bei Instagram abonniert hätten, erklärte Systrom jetzt. "Es ist unser Fehler, dass die Formulierungen verwirrend sind."

    In einem Blog-Eintrag hatte Instagram ebenfalls angekündigt, dass die Daten seiner gut 100 Millionen Nutzer künftig mit dem  Mutterunternehmen Facebook geteilt werden sollen. Damit könnte das  Unternehmen gezielter Werbung schalten. Weiterhin müssen Nutzer  fortan unter ihrem Klarnamen auftreten. Die Änderungen sollen am 16. Januar in Kraft treten. Eine Möglichkeit, die Änderungen  abzulehnen, haben die Nutzer nicht.

    Facebook-User meinen auf heute.de:  
    • "Jeder sollte sich bewusst sein, was er für Bilder ins Netz reinstellt und was damit gemacht werden kann."

    • "Traurig, dass die Urheberrechte offensichtlich im Social-Media-Bereich nichts mehr wert sind."

    • "Ganz schön dreist, wie das das Urheberrecht schlichtweg umgangen wird. Auf der anderen Seite bekommt man immer mehr Probleme damit, wenn man Bilder aus dem Internet zu privaten Zwecken nutzt. Und hier wird das eigentliche Eigentum des Users rotzfrech dazu benutzt, um den Mammon noch mehr zu scheffeln."

    • "Vorprogrammierter Kommerz! Erst die User anlocken und dann darauf hoffen, dass sich aus Bequemlichkeit wenige zum Löschen entschließen."

    • "Ist mir egal, wenn einer meine Snnenaufgangs- oder Sonnenuntergangsfotos für irgendwas nutzen will. Soll er machen... die Quali ist doch eh recht mager."

    • "Einfach Account löschen. Dann können die einpacken. Ansonsten sollte man sich halt wirklich überlegen, ob man Cloud-Dienste überhaupt nutzen will."

    "User verschenken Bilder"

    Die Kritik im Netz war entsprechend: "Man merkt an den Änderungen der Nutzungsbedingungen die Übernahme durch Facebook. Nutzer sollten wissen, dass sie jetzt alle ihre Bilder an Instagram, bzw. Facebook verschenken und diese kommerziell genutzt werden können - zum Beispiel in der Werbung", kritisierte etwa Markus Beckedahl von netzpolitik.org.

    Links
    Nutzungsbedingungen Instagram
    Das ZDF ist für Inhalte externer Internetseiten nicht verantwortlich
    Hintergrund der Kritik: Facebook hatte Instagram im Frühjahr 2012 gekauft - für eine kolportierte Summe von rund einer Milliarde Dollar. Die tatsächliche Summe lag aber  niedriger, weil ein Teil des Deals mit Aktienoptionen bezahlt wurde  und der Facebook-Kurs seit dem Börsengang im Mai deutlich an Wert  verloren hat. Zum damaligen Zeitpunkt konnten die Macher von Instagram noch kein Ertragsmodell vorlegen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg aber hatte wohl bereits vor Augen, wie er die Firma zu Geld machen würde.

    Instagram hat laut Zuckerberg über 100 Millionen registrierte Nutzer, die bereitwillig den Dienst nutzen und somit eine schier unfassbare Menge an Fotos aus allen möglichen Lebensbereichen ins Netz stellen. Populär geworden war Instagram mit Hilfe des Facebook-Rivalen  Twitter. Anfang Dezember sorgte Instagram aber dafür, dass  Mitglieder ihre Bilder nicht mehr direkt sondern nur noch als Link  auf Twitter veröffentlichen können. Offenbar will Instagram Nutzer  stärker auf die eigenen Seiten lenken, um sich durch vermehrte  Zugriffe höhere Werbeeinnahmen zu sichern.

    19.12.2012, Quelle: ZDF, afp, dpa
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