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26.05.2013

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Nach User-Protest

Instagram macht einen Rückzieher

  • Bild Beliebter Fotodienst: Instagram
  • BildBeliebter Fotodienst: Instagram

     von Martin Giesler

    Wieder zurück auf Los? Nicht ganz. Aber der Protest der Nutzer hat anscheinend gesessen. Die Firma der beliebten Foto-App Instagram hat in einem Blogpost angekündigt, Teile der neuen Nutzungsbedingungen wieder zurückzuziehen. 

    Instagram hört anscheinend sehr aufmerksam zu. Die Firma kündigt an, Teile der neuen Nutzungsbedingungen zurückziehen zu wollen. In der Meldung vom späten Donnerstagabend heißt es: "Wegen des Feedbacks, das wir von euch bekommen haben, kehren wir mit Blick auf den Teil, der sich mit Werbemodellen beschäftigt, zurück zur Originalversion, die seit dem Start unserer App im Oktober 2010 gilt."

    Instagram will noch mal nachdenken

    Links
    Update von Instagram
    Das ZDF ist für Inhalte externer Internetseiten nicht verantwortlich
    Damit geht Mitgründer Kevin Systrom auf die Sorge der Nutzer ein, dass die Firma Fotos an Dritte verkaufen könnte. Systrom betont, dass die Firma dies nicht plane. Vielmehr bedaure man die Irritationen, die rund um die Einführung der neuen Nutzungsbedingungen entstanden seien. Die Firma kündigte in ihrer Stellungnahme an, sie werde sich in der kommenden Zeit intensiv darüber Gedanken machen, wie neue und innovative Werbemethoden aussehen könnten. Erst dann würden sie neue Nutzungsbedingungen an die User ausgeben.

    Links
    Instagram will Fotorechte
    Nur ein "Missverständnis"
    Hintergrund ist die Einführung neuer Nutzungsbedingungen am Anfang der Woche, die heftige Proteste ausgelöst hatte. Nutzer sorgten sich darüber, dass in Zukunft ihre Fotos, ohne gefragt zu werden, an Dritte verkauft und für Werbung genutzt werden könnten. Instagram hatte dies in ihren neuen Nutzungsbedingungen derart missverständlich dargestellt und nicht eindeutig darüber aufklären können, wie es um die Verwertungsrechte der Bilder bestellt ist, dass sich Systrom dazu aufgefordert sah, Teile der Nutzungsbedigungen zu überarbeiten.

    Geteiltes Echo

    Instagram hat damit also auf das Echo der Nutzer reagiert. Für Philipp Roth von  allfacebook.de, einem Portal, das sich mit Facebook und Marketing auseinandersetzt, ist die Reaktion von Instagram nur all zu verständlich: "Instagram muss bei der Monetarisierung die Waage zwischen den Vorteilen für Nutzer und den Vorteilen für das Unternehmen halten. Nur wenn Instagram weiterhin so extrem beliebt ist, lässt sich auch Geld damit verdienen, und das schaffen sie nicht wenn sie ihre Nutzer so extrem verärgern".

    Das englischsprache Fachportal The Verge wiederum ärgert sich über die Rolle rückwärts von Kevin Systrom. Das Portal schreibt, dass die Rückkehr zu den alten Nutzungsbedingungen für die Nutzer von Instagram sogar schlechter sei, weil die neuen Nutzungsbedingungen wesentlich klarer geregelt hätten, was mit den Fotos passieren darf.

    100 Millionen Nutzer 

    Instagram erinnert in den Funktionen an den Kurznachrichtendienst Twitter, nur dass es hier ausschließlich um Bilder geht. Man kann Fotos anderer Nutzer abonnieren und die eigenen Bilder entweder allen oder nur einem ausgewählten Personenkreis zugänglich machen, zum Beispiel engen Freunden. Auf Wunsch können die Fotos auch mit Ortsmarkierungen und Schlagwörtern versehen werden.

    Als das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook im Frühjahr eine Milliarde Dollar für Instagram bot, hatte der Dienst rund 30 Millionen Nutzer. Nach jüngsten Angaben sind es inzwischen mehr als 100 Millionen. Die Frage, wie man damit Geld machen kann, scheint mit Blick auf das Hin und Her bei der Einführung der neuen Nutzungsbedingungen aber weiterhin nicht ganz geklärt.

    Dem Autor auf Twitter folgen: @martingiesler

    21.12.2012
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