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22.05.2013

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Neue Privatsphäre-Einstellungen

Instagram will Fotos der Nutzer verkaufen - ohne zu fragen

  • Bild Instagram will Fotos an Dritte verkaufen
  • BildInstagram will Fotos an Dritte verkaufen

     von Martin Giesler

    Der beliebte Foto-Dienst Instagram will Kasse machen: Ab dem 16. Januar 2013 können Fotos ungefragt an Dritte verkauft werden. Ein Millionen-Geschäft - bei dem die Nutzer außen vor bleiben, denn eine Option, sich dem zu verweigern, gibt es nicht. 

    Links
    Instagram: "Missverständnis"
    Dass der Tag kommen würde, war eigentlich klar. Die Firma der weltweit beliebten Foto-App Instagram hat angekündigt, dass sie sich ab dem 16. Januar 2013 das Recht einräumt, sämtliche öffentliche Bilder der Instagram-Nutzer verkaufen zu dürfen - ohne die Nutzer vorher zu fragen oder sie über den Verkauf eines Bildes zu informieren.

    Urheber außen vor

    Konkret könnte das so ablaufen: Ein Nutzer knipst ein Foto und lädt es bei Instagram hoch, um es mit seinen Freunden zu teilen. Ab Mitte Januar könnte nun ein potentieller Käufer, zum Beispiel eine Werbeagentur, das Foto von Instagram kaufen und für Plakate, Broschüren oder Online-Werbung nutzen. Der eigentliche Urheber, derjenige, der das Foto geschossen hat, geht aber in jedem Fall leer aus.

    Facebook-User meinen auf heute.de:  
    • "Jeder sollte sich bewusst sein, was er für Bilder ins Netz reinstellt und was damit gemacht werden kann."

    • "Traurig, dass die Urheberrechte offensichtlich im Social-Media-Bereich nichts mehr wert sind."

    • "Ganz schön dreist, wie das das Urheberrecht schlichtweg umgangen wird. Auf der anderen Seite bekommt man immer mehr Probleme damit, wenn man Bilder aus dem Internet zu privaten Zwecken nutzt. Und hier wird das eigentliche Eigentum des Users rotzfrech dazu benutzt, um den Mammon noch mehr zu scheffeln."

    • "Vorprogrammierter Kommerz! Erst die User anlocken und dann darauf hoffen, dass sich aus Bequemlichkeit wenige zum Löschen entschließen."

    • "Ist mir egal, wenn einer meine Snnenaufgangs- oder Sonnenuntergangsfotos für irgendwas nutzen will. Soll er machen... die Quali ist doch eh recht mager."

    • "Einfach Account löschen. Dann können die einpacken. Ansonsten sollte man sich halt wirklich überlegen, ob man Cloud-Dienste überhaupt nutzen will."

    Die einzige Möglichkeit, sich den neuen Nutzungsbedingungen zu verwehren, ist die Löschung des eigenen Accounts bis zur Deadline im Januar. Andernfalls überträgt der Nutzer Instagram das Recht, die Bilder kommerziell verwerten zu dürfen. "Man merkt an den Änderungen der Nutzungsbedingungen die Übernahme durch Facebook. Nutzer sollten wissen, dass sie jetzt alle ihre Bilder an Instagram, bzw. Facebook verschenken und diese kommerziell genutzt werden können - zum Beispiel in der Werbung", sagt Markus Beckedahl von netzpolitik.org.

    Links
    Nutzungsbedingungen Instagram
    Das ZDF ist für Inhalte externer Internetseiten nicht verantwortlich
    Mit diesen veränderten Nutzungsbedingungen könnte Instagram zu einer der größten Bildagenturen der Welt aufsteigen. Immerhin hat Instagram laut Facebook-Chef Mark Zuckerberg über 100 Millionen registrierte Nutzer, die bereitwillig den Dienst nutzen und somit eine schier unfassbare Menge an Fotos aus allen möglichen Lebensbereichen ins Netz stellen.

    Instagram widerspricht

    Instagram selbst widerspricht der Darstellung, Fotos der Nutzer würden ungefragt kapitalisiert werden. Firmenblog heißt es: "Nothing has changed about your photos' ownership". Doch selbst wenn Instagram denjenigen weiterhin als Urheber führt, der die Bilder geknipst und hochgeladen hat, so bestätigt die Firma damit noch lange nicht, dass ihm auch das Recht zugestanden wird, zu wissen, was mit seinen Fotos passiert. Von Facebook gibt es bislang keine Stellungnahme.

    Hintergrund ist der Kauf von Instagram durch Facebook, der im Frühjahr 2012 abgewickelt wurde - für eine kolportierte Summe von rund einer Milliarde Dollar. Zu dem damaligen Zeitpunkt konnten die Macher von Instagram noch kein Ertragsmodell vorlegen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg aber hatte wohl bereits vor Augen, wie er die Firma zu Geld machen würde.

    Dem Autor auf Twitter folgen: @martingiesler

    18.12.2012, Quelle: ZDF
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