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22.05.2013

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Bundesanwaltschaft

Islamisten bei Bonner Bombe im Visier

  • Video Behörden vermuten Terror-Hintergrund
  • Video "Bombe sollte Menschen töten"
  • VideoBehörden vermuten Terror-Hintergrund

    Die Bombe von Bonn war mehr als eine Drohung - der Zünder wurde ausgelöst, sie explodierte aber nicht. Die Bundesanwaltschaft hat den Fall übernommen und hat vor allem radikal-islamistische Kreise im Visier. Neue Erkenntnisse über den Bau der Bombe stützen diese These.

    (14.12.2012)
    Video"Bombe sollte Menschen töten"
    (14.12.2012)

    Hinweise auf versuchten Terroranschlag

    Die Reisenden auf dem Bonner Hauptbahnhof sind offenbar nur knapp einem Bombenanschlag von Islamisten entgangen. Die Bundesanwaltschaft  übernahm die Ermittlungen in dem Fall - sie sieht Anhaltspunkte für einen Anschlagsversuch einer Terrorvereinigung "radikal-islamistischer Prägung".

    Es gebe "belastbare Hinweise" dafür, dass der unbekannte Mann, der die Bombe am Montagmittag an Gleis eins des Bonner Bahnhofs abgestellt hatte, "über Verbindungen in radikal-islamistische Kreise verfügt".

    Verhinderte Fehler der Bombenbauer Katastrophe?

    Nach jetzigem Ermittlungsstand bestand die Bombe aus einem "etwa 40 Zentimeter langen Metallrohr, das zündfähiges Ammoniumnitrat enthielt und mit vier Druckgaspatronen umwickelt war, sowie einem Wecker und verschiedenen Batterien, die als Zündvorrichtung dienen sollten", teilte die Bundesanwaltschaft mit.

    Nach ZDF-Informationen wurde der Zünder der Bombe ausgelöst, der Sprengsatz explodierte aber nicht. Weshalb die Bombe nicht hochging - ob es ein Konstruktionsfehler der Bombenbauer war oder ein technisches Versagen des Sprengsatzes -  sei noch unklar, sagt ZDF-Terrorismusexperte Elmar Theveßen. Es gebe Hinweise, dass die Bombe möglicherweise nach Anleitungen aus dem Internet gebaut wurde. Ein Magazin der Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel beschreibe detailliert den Bau von Bomben, "die in weiten Teilen mit dem übereinstimmen, was die Ermittler in dem Bonner Sprengsatz vorgefunden haben".

    Phantombild / Quelle: Kölner Polizei

    Phantombild: Dieser Mann soll die Tasche abgestellt haben.
    Quelle: Kölner Polizei

    Polizei sucht nach drei Männern

    Eine heiße Spur im Fall des Bombenfunds gab es zunächst nicht. Die Ermittler fahnden  laut Theveßen derzeit vor allem nach drei Personen, wobei diese nicht von vorneherein als Verdächtige gelten, sondern in erster Linie als Zeugen. Dabei handelt es sich um den Mann im Überwachungsvideo von McDonalds, der die Tasche in der Hand hatte (hellhäutig, helle Jacke, dunkle Wollmütze, Bart). Gesucht wird zudem nach dem Mann, der gegen 13 Uhr am Montagnachmittag am Infopoint des Bonner Bahnhofs auf eine herrenlose Sporttasche hingewiesen hatte (hellhäutig, helle Haare, stotterte). Bei dem dritten Gesuchten handelt es sich um den Mann, der die Tasche unmittelbar vor zwei Schülern abgestellt hat (dunkelhäutig, Fahndungsbild).

    Zwei Verdächtige, die am Dienstag festgenommen worden waren, kamen noch am Abend wieder frei. Ein erster Tatverdacht hatte sich laut Polizei nicht erhärtet. Bei einem der Freigelassenen handelt es sich nach Informationen aus Sicherheitskreisen um den Somalier Omar D., der der Islamistenszene zuzuordnen sei. Auch der zweite Mann soll Medienberichten zufolge der Szene angehören.

    14.12.2012, Quelle: ZDF, dapd, dpa
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