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20.05.2013

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Weltkrebstag

Jedem seine eigene Therapie

  • Grafik Wie viele Menschen Krebs bekommen
  • Video Krebshilfe: "Keine Angst vor Vorsorge"
  • Video Weltkrebstag: Studie zu Behandlungsarten
  • Video "Krebsregister helfen Patienten"
  • GrafikWie viele Menschen Krebs bekommen
    VideoKrebshilfe: "Keine Angst vor Vorsorge"

    "Man kann viel Elend abweden, wenn man zur Früherkennung geht", sagt Fritz Pleitgen, Präsident Deutsche Krebshilfe. "Gerade Männer haben einfach Angst vor der Diagnose".

    (04.02.2013)
    VideoWeltkrebstag: Studie zu Behandlungsarten

    Eine bundesweite Krebsstudie soll die besten Behandlungsmethoden herausfinden. Durch ihre Hilfe erhofft man sich, dass Patienten und Ärzte mehr Sicherheit bei ihren Entscheidungen bekommen.

    (04.02.2013)
    Video"Krebsregister helfen Patienten"

    Monika Klinkhammer-Schalke vom Tumorzentrum in Regensburg zum Aufbau eines klinischen Krebsregisters

    (22.08.2012)

    Krebs ist nicht gleich Krebs und Patient nicht gleich Patient: Steckt hier der Schlüssel für einen neuen Therapieansatz? Forscher hoffen, mit individueller Behandlung im Kampf gegen die Krankheit voranzukommen. 

    Das Wort Heilung mag niemand in den Mund nehmen - aber die Medizin könnte die Volkskrankheit Krebs zumindest besser in den Griff bekommen: Experten sehen in der sogenannten personalisierten Krebsmedizin die Waffe der Zukunft im Kampf gegen die tückische Krankheit. Die Grundlage: Eine tiefgehende Aufschlüsselung der Tumorzellen, von der sich die Mediziner neue Ansatzpunkte für individuellere Krebstherapien erhoffen. "Ich glaube, dass wir vor einer neuen Ära der Krebsmedizin stehen in den nächsten zehn, zwanzig Jahren", sagt der Chef des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg, Otmar Wiestler.

    Noch ziemlich am Anfang

    Noch steht dieser Zweig der Medizin relativ am Anfang. Möglich geworden ist der Fortschritt überhaupt erst durch den Durchbruch bei der Entzifferung des menschlichen Genoms Anfang des Jahrtausends. Tumorzellen können heute komplett analysiert werden, man spricht von einer Totalsequenzierung.


    Denn Krebs ist nicht gleich Krebs. "Es gibt 200 verschiedene Krebsarten, und jede davon kann wiederum von Patient zu Patient individuell ausfallen", sagt Wiestler. Mit der Sequenzierung gelingt es nun aber, minimale Veränderungen in den Tumorzellen zu finden, die bei einzelnen Gruppen von Krebspatienten gleich sind. Das ist der Ansatzpunkt für sehr viel zielgenauer ansetzende Therapien. Erste Erfolge gibt es bereits etwa bei der Behandlung von Brustkrebs oder dem schwarzen Hautkrebs.

    Krebs in Zahlen

    Zweithäufigste Todesursache

    Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Im Jahr 2011 hatte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes jeder vierte Todesfall seine Ursache in einer solchen Tumorerkrankung:

    - Neuerkrankungen pro Jahr: etwa 490.000
    - häufigste Krebsart bei Männern: Prostata
    - häufigste Krebsart bei Frauen: Brust
    - Zahl der Krebstoten 2011: 221.591
    - davon Männer: 119.755
    - häufigste tödliche Krebsarten: Lungen- und Bronchialkrebs, Brustkrebs, Darmkrebs
    - Alter der an Krebs Gestorbenen: Etwa drei Viertel sind 65 Jahre oder älter

    Krebs weltweit

    Weltweit wird nach Zahlen der Union For International Cancer Control (UICC) jedes Jahr bei mehr als 12,7 Millionen Menschen weltweit Krebs diagnostiziert, 7,6 Millionen Menschen sterben jährlich an der Krankheit. Nach WHO-Schätzungen werden zwischen 2005 und 2015 etwa 84 Millionen Menschen an Krebs gestorben sein.

    Prävention

    30 bis 40 Prozent der Krebsfälle könnten verhindert, fast ebenso viele geheilt werden durch rechtzeitige Diagnose und Therapie, rechnet die Union For International Cancer Control vor. Nach WHO-Angaben sind 30 Prozent der Todesfälle als Folge von Krebserkrankungen auf Übergewicht, falsche Ernährungsgewohnheiten, Alkohol- und Tabakkonsum und Bewegungsmangel zurückzuführen.


    Das Deutsche Krebsforschungszentrum DKFZ verweist auf den Risikofaktor Übergewicht: Zu den Krebserkrankungen, bei denen ein gesicherter Zusammenhang zu Übergewicht bestehe, gehörten Nierenkrebs, Brustkrebs nach den Wechseljahren sowie Krebs der Speiseröhre und der Gebärmutterschleimhaut. "Inzwischen sind wir an einem Punkt, an dem wir die Fettleibigkeit als Krebsrisikofaktor mindestens ebenso ernst nehmen müssen wie das Rauchen", so DKFZ-Chef Wiestler.

    Weltkrebstag

    Der Weltkrebstag wurde 2005 ins Leben gerufen und findet jedes Jahr am 4. Februar statt. Sein Ziel ist es vor allem, die Vorbeugung und die Möglichkeit der Früherkennung von Krebserkrankungen ins Bewusstsein zu rücken. Koordiniert wird der Aktionstag von der Union For International Cancer Control (UICC), unterstützt wird er unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation WHO. In Deutschland beteiligen sich zum Beispiel die Deutsche Krebshilfe und das Krebsforschungszentrum (DKFZ) an der Initiative.

    Gewaltige Datenmassen

    Die Experten gehen aber nicht davon aus, dass die durch Genanalysen entwickelten Wirkstoffe klassische Krebstherapien verzichtbar machen werden. "Chemotherapie wird es auch künftig geben", sagt etwa Roche-Pharma-Vorstand Hagen Pfundner. Aber man werde sie dosierter als bisher einsetzen können.


    Klar ist aber auch: Neue wissenschaftliche Möglichkeiten werfen auch neue Fragen und Risiken auf. Bei der Totalsequenzierung der Zellen gewinnt man gewaltige Datenmassen, die nicht nur Auskunft über den Krebs geben. Sondern zum Beispiel auch Hinweise liefern, ob der Patient bestimmte Erbkrankheiten in sich trägt. Soll man ihm das sagen? Muss man ihm das sagen? Was darf man mit den Daten machen? "Da gehen die Meinungen weit auseinander", sagt der Leiter der Abteilung Molekulare Genetik des Krebsforschungszentrums, Peter Lichter. In Heidelberg gibt es eine Ethikkommission, die diese Fragen beantworten will.

    Wer soll das bezahlen?

    Und dann wäre da noch die Gretchenfrage des deutschen Gesundheitssystems: Wer soll das bezahlen? Die Totalsequenzierung der Zellen kostet relativ viel Geld, die Speicherung der riesigen Datenmengen verlangt gewaltige Kapazitäten. Auch die Medikamente werden pro Patient eher teuerer, weil die Patientengruppe kleiner wird, zugleich aber die Forschungs- und Entwicklungskosten für die Pharmaindustrie vergleichbar sind mit denen bei anderen Medikamenten. Roche-Mann Pfundner macht folgende Rechnung auf: Die Kosten pro Patient würden vielleicht höher, gleichzeitig könnten aber Fehlbehandlungen vermieden und damit wieder Geld gespart werden.

    Die Krankenkassen bremsen die Euphorie etwas. Wo es einen Nachweis des Nutzens gebe, zahlten die Kassen auch heute schon für solche Medikamente, erläutert der GKV-Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen. In vielen Fällen sehe es aber bislang so aus, dass es "nur kleine Verbesserungen bei der Behandlung" gebe, dafür aber relevante Kosten anfielen. Eine generelle Entscheidung zur Kostenübernahme könne es daher nicht geben.

    Schatzuche im Genlabor

    Der Schlüssel der Krankheiten

    hitec vom 29.11.2012

    04.02.2013, Quelle: dpa, dapd
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