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Schon wieder Montag: Mitarbeitertypen
"Jeder ist anders komisch"
Der eine redet zu viel, der andere zu wenig. Einer macht seine Arbeit supergut, ist als Mensch aber superschwer zu ertragen – kurzum: Perfekte Kollegen sind rar gesät. Psychologe Jürgen Hesse gibt im heute.de-Interview Tipps gegen Kollegenfrust und für ideale Teambesetzungen.
heute.de: Welcher ist der ideale Mitarbeitertyp?Jürgen Hesse: Das kann man gar nicht so beantworten, denn hier geht es um Schloss- und Schlüsselphänomene: Ein großes Burgtor braucht einen anderen Schlüssel als ein Tresor. Es hängt also davon ab mit wem was gearbeitet werden soll und wer schon vorhanden ist. Man sucht sich am besten einen aus, der zum Chef passt, aber auch zum Team. Der Mitarbeiter muss also die Lücke schließen, die entstanden ist, aber auch auf dem zwischenmenschlichen Gebiet mit den Kollegen klarkommen. Das hat was mit Chemie zu tun.
Zur Person
Der Psychologe Jürgen Hesse ist Bewerbungs- und Karrierecoach und hat im Autoren-Team Hesse/Schrader mehr als 100 Sachbücher zu Karrierefragen veröffentlicht. Er leitet das „Büro für Berufsstrategie“, das es mittlerweile in acht deutschen Städten gibt.
Der Psychologe Jürgen Hesse ist Bewerbungs- und Karrierecoach und hat im Autoren-Team Hesse/Schrader mehr als 100 Sachbücher zu Karrierefragen veröffentlicht. Er leitet das „Büro für Berufsstrategie“, das es mittlerweile in acht deutschen Städten gibt.
Kollegentypen im Überblick
Der Fachmann
Lösungen suchen, bis es passt
Er ist ein Muster an Disziplin, Pünktlichkeit und Ordnungssinn und läuft richtig zur Hochform auf, wenn es ein Problem gibt. Und dann sucht er so lange, bis die Lösung hundertprozentig passt. Sein Detailwissen, gepaart mit analytisch-komplexen Denkvermögen, kommen ihm dabei absolut zu gute. Fehler vermeidet er fachmännisch und die Anerkennung des Chefs zählt mehr als materielle Belohnungen. Das Wohl der Firma geht vor.
Seine Schwächen: Das Zwischenmenschliche ist nicht sein Gebiet. Er fügt sich ungern in die Gemeinschaft ein und gibt selten Fehler zu. Auf Kritik reagiert er ungehalten bis aggressiv. Außerdem hält er sich manchmal für allzu unentbehrlich.
Der Spielmacher
Das Büro als Spielwiese
Mittelmaß – das kommt für den Spieler nicht in die Tüte. Wenn andere aufgeben, dreht er erst so richtig auf. Er ist in der Lage, seine Kollegen auch in aussichtslosen Situationen durch sein meist gutlauniges "Top oder Flopp!" am Aufgeben oder eben am Mittelmaß zu hindern. Auf schier aussichtslose Situationen reagiert er mit spontanen, ungewöhnlichen Ideen. Dabei erinnert sein Verhalten an einen Spieler, der seine Einsätze im Casino auf mehrere Tische verteilt. Seine Kreativität und Begeisterungsfähigkeit machen ihn für das Team unverzichtbar – Konkurrenz spornt ihn richtig an und lässt ihn zur Höchstform auflaufen.
Seine Schwächen: Vorsicht und die Prinzipientreue einiger Kollegen sind dem Spieler unverständlich. Er hat immer mehrere Eisen im Feuer und seine Risikofreude verleitet ihn gelegentlich zum Zocken. Fühlt er sich an der Umsetzung seiner Ideen gehindert, neigt er zu Überreaktionen und unkollegialem Verhalten. Wer ihn nicht als heimlichen Herrscher anerkennt, wird mit seinem Rückzug "bestraft".
Der Integrator
Harmonie als Erfolgsquelle
Er ist ein echter Diplomat und bei allen beliebt. Zwischenmenschliches bringt ihn niemals aus der Fassung, er ist ein wahres Wunder im Finden der richtigen Worte zur richtigen Zeit. Für ein positives Betriebsklima tut er alles. Wenn es im Büro knirscht, kommen die Kollegen daher als erstes zu ihm. Er hat zu allen ein gutes Verhältnis, ist aber dennoch kein Schleimer und der perfekte Vermittler bei heiklen Missionen.
Seine Schwächen: Der Integrator neigt zur Harmoniesucht. Er nimmt seinen Kollegen bis zur Selbstaufgabe Arbeit ab und verursacht dadurch Fehler. Kritik lässt ihn schnell an seiner Person und seinen Fähigkeiten zweifeln. Die Einsicht, dass es auch Konflikte gibt, die sich trotz seines ganzen Einsatzes nicht lösen lassen, kann ihn aus dem Konzept bringen.
Der Dschungelkämpfer
Allein gegen den Rest im Job
Loyalität? Das ist nicht gerade die Stärke des Dschungelkämpfers. Er ist der typische Einzelgänger, wenig vertrauenswürdig, stets auf seinen Vorteil bedacht und im Ernstfall bereit Intrigen anzuzetteln. Häufig sägt er am Stuhl von Kollegen und Vorgesetzten oder stellt sie in großer Runde bloß. Er lästert bei Kollegen und Chefs und vergiftet die Büroatmosphäre.
Seine Schwächen: Der Charakter des Dschungelkämpfers sagt über seine fachlichen Fähigkeiten wenig aus. Entweder ist er ein ausgewiesener Fachmann, der mit allen Mitteln um die Chefposition kämpft, oder ein notorischer Querulant, der seine eigene Unfähigkeit aus Neid und Minderwertigkeitsgefühlen zu vertuschen versucht. Auf jeden Fall sollten Chefs und Kollegen auf der Hut sein – denn wer ihm im Bürodschungel im Weg steht, für den könnte es unangenehm werden.
(Quelle: Jürgen Hesse/Büro für Bürostrategie)
Schon wieder Montag ...
Die Arbeitswoche beginnt und bringt Spaß oder Frust im Job, Chancen oder Probleme. Heute.de geht in der Serie
Schon wieder Montag ... jede Woche einem Thema aus der Arbeitswelt auf den Grund. Was bewegt Sie in Sachen Job und Karriere? Schreiben Sie an redaktion.heuteonline@zdf.de - wir freuen uns über Anregungen für die nächsten Montage.
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