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Anschlagsserie in Syrien
Kampf um Damaskus rückt näher
VideoSyrien: Heftige Anschläge in Damaskus
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Autobomben, Flammen - und wieder Tote. Krieg und Terror in Syrien erreichen mehr und mehr die Hauptstadt Damaskus. Bei einer verheerenden Anschlagsserie starben mehr als 60 Menschen.
Terror im Zentrum von Damaskus: Eine Anschlagsserie mit mehr als 70 Toten erschüttert die syrische Hauptstadt. Vor Einrichtungen des Sicherheitsapparates und der Regierungspartei detonierten kurz hintereinander drei Autobomben. Nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter starben insgesamt mehr als 60 Menschen, die meisten von ihnen Zivilisten. Es habe Hunderte von Verletzten gegeben. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind in dem Konflikt insgesamt bereits mindestens 70.000 Menschen ums Leben gekommen.Nationale Syrische Koalition: Attentäter sind "Terroristen"Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Die Nationale Syrische Koalition, das größte Oppositionsbündnis, nannte die Urheber der Attacken in einer Erklärung "Terroristen". Alle Aktionen, die gegen Zivilisten gerichtet seien oder die Menschenrechte verletzten, seien kriminelle Handlungen und müssten verurteilt werden - egal wer die Täter seien oder womit die Taten begründet würden.Allein durch die Explosion einer Bombe an einer Straßensperre vor dem Gebäude der Baath-Partei im Innenstadtviertel Al-Masraa starben nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter 59 Menschen. Das staatliche Fernsehen sprach von 53 Toten. Unter den Opfern seien Schulkinder und 16 Angehörige der Sicherheitskräfte, hieß es. Der Sprengsatz, der in der Umgebung mehrere Autos in Brand setzte, wurde wahrscheinlich von einem Selbstmordattentäter gezündet. Mehrere Menschen wurden durch die heftige Explosion durch die Luft geschleudert und in Stücke gerissen.Syrien
Strategische Lage
Syrien spielt bei den Konflikten des Nahen und Mittleren Ostens eine zentrale Rolle. Seine politische Bedeutung ergibt sich neben seiner militärischen Stärke aus seiner geografischen Lage zwischen der Türkei, dem Irak, Jordanien, Israel und dem Libanon.
Seit März 2011 - im Zuge des arabischen Frühlings - wird Syrien von Protesten gegen das diktatorische Regime von Präsident Baschar al-Assad erschüttert. Weder Waffenembargos noch Bemühungen der Arabischen Liga verhinderten eine Eskalation der Unruhen zu einem Bürgerkrieg. Dessen Ausgang könnte nach Meinung von Experten auch Nachbarländer mit ähnlichen religiösen oder ethnischen Konflikten destabilisieren, zum Beispiel den Irak oder den Libanon.
Geographische Lage
Syrien ist mit 185.000 Quadratkilometern rund halb so groß wie Deutschland. Das Land am Mittelmeer ist von Höhenzügen, dem fruchtbaren Euphrat-Tal und Sandwüsten geprägt. Die an Israel grenzenden Golanhöhen sind von Israel besetzt und besiedelt. Mehr als die Hälfte der 22 Millionen Syrer lebt in Städten, vor allem in Aleppo, Damaskus, Homs und Latakia.
Volks- und Religionsgruppen decken sich nur zum Teil. Fast 90 Prozent der Syrer sind Araber. Dazu kommen sechs Prozent Kurden, zwei Prozent Armenier und andere. Knapp 90 Prozent der Bürger sind Muslime, mehr als zwei Drittel von ihnen Sunniten. 13 Prozent sind Schiiten, Alawiten oder Ismaeliten. Rund zehn Prozent sind Christen.
Politische Lage
Die Familie Assad, die das Land seit rund 40 Jahren beherrscht, gehört zur religiösen Minderheit der Alawiten, aus deren Reihen sich die regimetreuen Schabiha-Milizen rekrutieren. Die Regierung konnte bisher auf die Loyalität der Christen und anderer Minderheiten zählen, die eine Machtübernahme sunnitischer Islamisten fürchten.
Syrien gilt als Polizeistaat, in dem alle Bereiche des öffentlichen Lebens umfassend staatlich kontrolliert werden. Wegen des von 1963 bis vor wenigen Tagen geltenden Ausnahmezustandes sind viele Verfassungs- und Bürgerrechte außer Kraft. Medien sind staatlich kontrolliert, die Staatssicherheit lässt keine Meinungsfreiheit zu.
Wirtschaftliche Lage
Die syrische Wirtschaft basiert vor allem auf der Ausbeutung der Erdöl- und Gasvorräte, der Landwirtschaft (Baumwolle, Obst und Gemüse) und der Textilherstellung.
Die Bevölkerung ist relativ gut gebildet; viele Syrer sprechen neben der Landessprache Arabisch auch Französisch oder Englisch. Einzelne Volksgruppen sprechen auch Aramäisch, Armenisch oder andere Sprachen. Seit Beginn der Revolten versiegt der Zustrom ausländischen Kapitals und die Wirtschaft leidet. Das verschärft Probleme wie die hohe Jugendarbeitslosigkeit.
Syrien und seine Nachbarn
Strategische Lage



